Berger - Jegenstorf, Unsere Reisen


Direkt zum Seiteninhalt

Indochina 2002

Unsere Reisen


Vorbemerkung


Die Idee konkretisierte sich sehr schnell: Wir lassen uns vorzeitig in den Ruhestand versetzen. Der Übergang in diesen Lebensabschnitt soll zu einem gemeinsamen, begeisternden Abenteuer werden.
Auf unserer Reise durch die westlichen Staaten des indochinesischen Subkontinents haben wir radikal auf Zweisamkeit ohne "berufliche Störfaktoren" umgeschaltet und seither die Begeisterung für diese Weltgegend und das individuelle Reisen im Allgemeinen nur noch gesteigert.
Unsere Reise soll - je nach Gesichtspunkt - auf- oder abbauend aus dem beeindruckend einfachen Norden, der gelebten buddhistischen Hochkultur (Myanmar), nach Südosten in die allmählich weltlichere "Globalkultur", ja bis in die "Niederungen" des offenbaren Grosskapitals in Singapore führen.
Wir gratulieren uns zu diesem Entscheid und stellen fest, dass die Welt an vielen Orten und in manchen Belangen noch paradiesisch ist, entgegen aller Unkenrufe!

14.01.2002 Flug Zürich - Bangkok

Die Audio-Anlage funktioniert nicht; sonst klappt alles. Der Mann hinter uns blättert eine 5000-seitige Zeitung geräuschvoll durch, seine Thai-Frau äussert dazu schrille Zwischenbemerkungen. Dazu etliches Bébé-Gekreische. Durchgehender Schlaf ist nicht möglich.
Für Bedienung und Komfort verdient Thai Airways sehr gute Noten.
Der Transfer ins Hotel Rembrandt, am nächsten Morgen, ist gespickt mit lustigen Kommentaren unseres Fahrers Pepe, eines fröhlichen Thai von schwer bestimmbarem Geschlecht.
Zimmer 1713 ist um acht Uhr früh glücklicherweise schon frei. Umpacken, Geldwechsel, kurze Besichtigung der Umgebung und schlafen, schlafen!

16.-27.01.2002 Myanmar

Nach einem kräftigen Frühstück - schade, dass ausser Tee noch nichts Warmes dabei ist - fahren wir um sechs nur mit leichtem Gepäck schon wieder zum Flughafen.
Klare Luft und schönes Wetter in Yangon entschädigen uns für den dichten Smog in Bangkok. Nach einer komplizierten Zollhürde empfängt uns
Sue, die nebenamtliche Reiseführerin, am Flughafen. Sie ist Studentin der Rechte, sehr jung, exakt, viel wissend, hilfsbereit und liebenswürdig, ist an Gesprächen über das hiesige Regime überhaupt nicht, aber über Informatik umsomehr interessiert. Sie und ihr Fahrer führen uns ins charmante, sehr gepflegte Hotel Savoy in kolonial-englischem Stil und anschliessend ausgiebig durch Yangon, der Hauptstadt von Myanmar (das frühere Rangoon, Hauptstadt des damaligen Burma), mit seinen grosszügigen viktorianischen Prachtbauten, breiten Strassen, Grünanlagen, Pagoden und Märkten.
Als neugierige Touristen treten wir auch in die feudale Lobby des berühmten "Strand" und werden durch die Direktorin liebevoll und stolz mit den kostbaren Innereien vertraut gemacht. Das noble Etablissement steht auch nach über hundert Jahren noch gut restauriert da und verspricht ab 800 US$ pro Nacht ruhigen Schlaf. Es wurde 1901 von den Gebrüdern Sarkie gegründet, denen auch das Raffle's in Singapore und das Eastern & Oriental in Penang gehörte, und erlangte seinen Ruhm nicht zuletzt als Absteige berühmter englischer Kolonialisten und Reiseschriftsteller wie W. Somerset Maugham oder Rudyard Kipling.
Ein chinesisches Mittagessen erübrigt das z'Nacht. Um sieben ist bereits Zimmerstunde: früh um 04:00 soll der Wecker klirren. Die Müdigkeit meistert uns!

Starke Eindrücke in Yangon:
Die grossen Pagoden Shwedagon und Sule.
Der 70 m lange, ruhende Buddha in der Kyauk-htat-gyi-Pagode. Er wurde erst vor einigen Jahrzehnten entdeckt, war bis vor wenigen Jahren vom Dschungel überwuchert und liegt heute beinahe mitten in Yangon.
Der Kandawgyi (der Königliche See), Schauplatz jährlicher Bootsrennen und "Heimathafen" des Grossen Karaweik-Schiffrestaurants. (Karaweik = königliche Barke, in der Form einem mystischen Vogel nachempfunden)
Der riesige Scott Market (heute: Bogyoke Aung San Market).
Der Verkehr und die omnipräsente Polizei oder Armee.
Die vollständige Abwesenheit neuerer Motorfahrzeuge: Import ist nur über China erlaubt. Eigene Fabrikation existiert nicht. So gibt es denn nur uralte oder, gerüchtehalber, oftmals gestohlene und illegal eingeführte Occasionen aus Thailand.

Um 05:15 starten wir zum "Flughafen". Nach unzähligen Kontrollen mit allen möglichen technischen Hilfsmitteln stehen wir, wie bestellt und nicht abgeholt, in einer Art Abflughalle, fein separiert nach Citizens und Foreigners, dicht gedrängt in einem unheimlichen Durcheinander von Passagieren, Funktionären, Gepäckträgern und Flight-Crews. Eine grosse elektronische Anzeigetafel zeigt Flüge von gestern oder letztem Jahr an, wahrscheinlich eine "Vorzeigetafel". Jeder fragt jeden nach dem "wie weiter?" Die Lösung und unser Weg zum Flug 6T451 nach Heho ergeben sich dann wie selbstverständlich durch zusammenrufen und hochstrecken von Boardingcards. Erstaunlich, dass wir mit bloss zehnminütiger Verspätung abheben… Aeroclub!
Nach der Landung im Flugwaffenstützpunk Heho und einer Zigarettenpause am Rande des Flugfeldes finden wir die "Arrival"-Türe des Abfertigungsgebäudes bereits wieder verschlossen. Etwas vorwurfsvoll und umständlich öffnet man nochmals, extra für unsere Wenigkeiten. Der Fahrer holt uns hinter der Passkontrolle ab. Wie er es geschafft hat hier rein zu kommen bleibt ein Rätsel, denn mit Ausnahme der Reisenden und Angestellten darf absolut niemand näher als 500 Meter an das mysteriöse Areal der Flugwaffe heran. Wir schleppen also unser Gepäck den halben Kilometer zu unserem neuen Guide Aung, kurz "Al", mit seinem Auto unbestimmten Typs und Alters. Auf echt ländlicher Naturstrasse fahren wir an den Inle-See, inmitten unzähliger Rad- und Trishaw-Fahrer (Dreirad) mit bis zu 5 Passagieren pro Vehikel, sowie gemütlicher Ochsenkarren und übervoller Kleinbusse.
Per Langboot mit chinesischem Einheitsdiesel geht's bei Nyaungshwe weiter, durch den von schwimmenden "Pflanzblätzen" gesäumten Kanal hinaus auf den riesigen, ruhigen See und entlang von Pfahlbauersiedlungen der einheimischen Inthas. Wir besuchen Nga Phe Chaung, das "Katzenkloster", wo leutselige, fröhliche Mönche zum Freizeitvergnügen Katzen dazu bringen, wie Tiger im Zirkus, durch hochgehaltene Ringe zu springen, um ihre Brekkies zu verdienen.
Auf der Weiterfahrt zu den Golden Island Cottages, unserem Pfahlbauer-Hotel aus kunstvollem Bambusgeflecht, erkunden wir die Phaung Daw U-Pagoda, den Haupttempel der Seegegend, mit seinen berühmten fünf Buddhas, von denen vier jedes Jahr - leider erst im Oktober - die 17 Seegemeinden in einer langen Prozession auf einem von Beinruderern getriebenen goldenen Karaweikschiff besuchen. Die prunkvolle Karaweik-Flotte bestaunen wir denn auch als erstes in ihren gedeckten Hafenbecken. Wir bewundern Handwerksbetriebe der Seidenweberei, des Bootsbaus und der Cheroot-Zigarrenherstellung, alle im See, auf Bambus- und Teakpfählen konstruiert. Die leicht berauschenden Cheroot-Zigarren gehören in Myanmar, wie das Kauen der halluzinogenen Bettelnüsse, zum Alltag, auch bei Frauen und Mönchen.

Unser Cottage liegt goldig in der Abendsonne. Es ist recht komfortabel ausgerüstet und eingerichtet, der geflochtene Bambusboden mit Durchsicht in den See strapaziert unnötigerweise unser Vertrauen!
Zum Nachtessen im Speisesaal des zentralen Hotelgebäudes singt und spielt die ganze Belegschaft auf, in einer perfekten Schau. Da werden die reichen Früchte der klugen Regierung zu Himmel gepriesen. Gedanken an Maos' China und Kims' Nordkorea… Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des offenbar staatlichen Hotelbetriebs sind sehr arbeitsam, freundlich und hilfsbereit, zudem ist das einfache, nahrhafte Essen Spitze! Nicht umsonst geniesst das "Golden Island Cottages" den besten Ruf in der Region.

Inle-See:
19 Kilometer lang, 8 Kilometer breit, im Nam Pilu-Tal, gut 2 m tief, bis knapp 6 m während des Monsunregens. Von etwa hunderttausend Menschen, meistens Inthas (Söhne des Sees), in rund 40 Dörfern um- und besiedelt. Korbflechten, Fischfang und der Anbau in schwimmenden Gärten sind ihre Aktivitäten am See. Die Intha sind bekannt für ihren besonderen Ruderstil. Sie stehen beim Rudern und haben dabei ein Bein um das Ruder geschlungen. Ihre traditionellen Häuser stehen auf Pfählen, sind aus Holz und Bambus gebaut, mit Dach aus Stroh oder Wellblech.

Sehr früh am nächsten Morgen wecken uns die lautstarken Diesel der Boote. Die Wasserstrasse zum heutigen Markt verläuft unmittelbar neben unseren Cottages. Nach dem Frühstück schliessen wir uns diesem Tross an und staunen nicht schlecht, als wir im Marktfleck Namphu bereits an die zweihundert Boote in der Bucht vorfinden.
Was wir dann auf dem Markt erleben ist das perfekte Chaos, man muss es selber gesehen haben. Hunderte von Ständen der Marktfrauen in ihren Stammestrachten, die der bunt gemischten "Kundschaft" einschliesslich der Hunde, Katzen, Ochsen, Schweine, Ziegen und Hühner, tapfer die Stirn bieten und ihre lebenswichtigen und unwichtigen Waren los werden möchten. Daneben Baumaterial-, Vieh-, Treibstoff- und Boothandel. Und selbstverständlich das Kino-Zelt in dem sich Kinder, Jugendliche und ganze Familien Hollywoodfilme aus der Steinzeit anschauen und lauthals kommentieren.

Die Boote:
Die Last- und Passagierboote sind grundsätzlich alle gleich, aus unverwüstlichem Teakholz, bis zu 15 m lang, getrieben von Einzylinder-Dieselmotoren aus China mit Anlasserkurbel, Schwungrad und Riemenantrieb, ohne Ganggetriebe, mit einer einigermassen geraden und schlagfesten Antriebswelle, das ganze auf einer Drehplatte montiert, was eine separate Rudersteuerung erspart. Die genau gleichen Maschinen treiben übrigens auch Traktoren, Mühlen, Generatoren und ähnliche Einrichtungen. Diese Boote tragen alles und erreichen unter entsprechendem Kolbenklopfen auch beachtliche Geschwindigkeiten.
Daneben sieht man auch die zahllosen kleineren bis kleinsten schmalen, flachen, eleganten, surfboard ähnlichen Teak-Einbäume der Fischer und Gärtner, der Hausfrauen und Grosseltern, der Jugend und der Kinder, die gekonnt - oftmals einbeinig gerudert - durch die Kanäle und Dörfer flitzen.
Und die Karaweiks, prachtvolle, vergoldete, entenähnlichen Fabeltieren nachempfundene Galeeren der kirchlichen und weltlichen Honoratioren, Götter und Geister. Sie werden für traditionelle Prozessionen und Repräsentationsfeiern ständig auf Hochglanz gehalten.

Auf der Rückfahrt zum Hotel beeindrucken uns weitere Handwerksbetriebe: Eisenschmiede, die solides Alteisen zu Messern, Äxten, Werkzeugen, Türschlössern und im Hinterzimmer wohl auch zu Schusswaffen schmieden, wie die harmlosen Steinschleudern auf dem Verkaufstisch vermuten lassen. Dann Silberschmiede, feinste Filigrankünstler, die vor allem den Zierschmuck der vielen Trachten kreieren.
Nach Mittagessen und Abschied von "unserem" Cottage führt der Weg durch lange, versteckte Kanäle, vorbei an badenden Wasserbüffeln und ländlichen Idyllen, an den Fuss des an einen Hügel geschmiegten Inn Tein Pagoda Komplexes aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Über einen langen Treppenweg, eine intakte und lückenlose Kolonnade hunderter von Steinsäulen, die erst vor drei Jahren "entdschungelt" und zugänglich gemacht worden ist, gelangen wir auf eine Kuppe mit über Tausend Stupas die trotz ihres zerfallenem und verwittertem Zustandes an eine prachtvolle Vergangenheit erinnern und ein noch aktives kleines Kloster umgeben. Nach der Legende soll damals der Shan-König ein Konzil zur Bestimmung und Vereinheitlichung des Buddhis-mus als Staatsreligion einbe-rufen haben. Zur Heiligung des Ortes sollen die einberufenen Unterfürsten und Ratgeber diese Stupas und Statuen gestiftet haben.

Später fahren wir durch belebte Strassen und Siedlungen in den gebirgigen, ehemaligen Kolonialstützpunkt Kalaw, auf 1'316 m Höhe. Die Marktstadt bietet ihren siebzigtausend Bewohnern Ruhe und gesundes Klima. Die einstmals schönen Villen und Gärten der Engländer werden auch heute wieder durch Generäle genutzt. Für die einfache ländliche Bevölkerung wiederholt sich die Geschichte...!
Der Sonnenuntergang zieht einen Temperatursturz nach sich. Gutes, kräftiges, öliges Nachtessen, serviert durch barfüssige Jungen, wie überall in Longyi gekleidet aber zusätzlich mit Wollpullover, Daunenjacke, Wollmütze und Handschuhen stimmt uns nachdenklich. Sicherheitshalber stärken wir uns noch mit Rum und vertrauen auf den Komfort des "Pine Hill Resort".
Die Temperatur fällt von 25° auf 5°. Flucht ins Bett und unter drei Wolldecken!

Die Flucht ist erfolglos. Die Zimmertemperatur entspricht der Aussentemperatur und sinkt gegen Morgen auf etwa 3°. Die "Wolldecken" sind Kunststoffdecken und können unser Durchschlottern und Zähneklappern nicht verhindern. Von Duschen keine Spur. Erlösung um sechs Uhr früh. Heisser Tee und Frühstück retten uns in die aufgehende Sonne!

Abfahrt ins Hinterland und Aufstieg in ein Bergdorf der Palaung, eines Bergvolkes der Mon-Khmer. Sie sind Urbewohner und leben noch teilweise in Langhäusern. Im Innern hängen Kleider, Haushalt- und Küchenutensilien an den Wänden, in Netzen aufgehängt die Vorräte. Unter dem Wohnboden tummeln sich Haustiere.
Das Dorf ernährt sich selbst durch Anbau von Orangen, Pfirsichen, Cheroot-Blättern, Kirschen und mit dem seltenen Verkauf von kunstvollen Handarbeiten.
Die Dorfälteste ist hundert jährig, sie "laferet" noch kräftig und interessiert mit; die Augen liessen nach, klagt sie.

Dorfleben:
Die Bewohner entlegener Dörfer leben noch heute in Grossfamilien von mehreren Generationen, in Häusern die zum Schutz vor Fluten und wilden Tieren auf Pfählen stehen, aus Holz und Bambus gebaut und mit Stroh gedeckt sind. Sehr oft sind es Langhäuser wie sie in verschiedenen Gegenden Südostasiens bekannt sind. Sie werden von drei bis vier Familien bewohnt; offene Feuerstellen befinden sich auf dem Fussboden des Wohnbereichs, die Schlafstellen - mit Séparée für die Eltern - reihen sich darum herum. Für Vorräte, Werkzeuge und Haustiere werden ebenerdig zwischen den Pfählen sichere Abtrennungen und Pferche eingebaut.
In jeder Ortschaft befindet sich auch mindestens ein Kloster. Die Grundschule ist Sache der Mönche, wie auch die medizinische Grundversorgung. Sie begleiten die Laien im Sinne Buddhas durchs Leben und möglichst nahe an die nächste Stufe Richtung Nirwana. Die Mönche, und in grösseren Ortschaften auch Nonnen, werden vom Volk hoch verehrt, sie sind an allem interessiert, sprechen über Gott und die Welt, sind allgemein sehr fröhlich und witzig, beinmager, gesund und oft Cheroot-Raucher. Sie und ihre Sinnbilder, die Klöster und Stupas, werden durch die Gläubigen "gefüttert" und vergoldet. Diese gerne geleistete Aufgabe äufnet das Karma und steht immer über den eigenen Bedürfnissen.
Ziel der Burmesen ist das persönliche Umsetzen der Lehren Buddhas in einem erfüllten, friedlichen Leben. Im Gegensatz zu unseren westlichen Kulturen beschränkt sich das Materielle aufs Überleben in der Gemeinschaft, ohne zeitliche oder Generationenschranken. Das typische Dorfleben und das wirtschaftliche Verhalten mögen uns deshalb als etwas träge bis nachlässig erscheinen, die wir unser Glück gegen stressigen Materialismus eingehandelt haben.
Der Tod des Gläubigen ist denn auch der natürliche, mental einfache und absehbare Schritt in ein neues Leben als Wesen oder Gegenstand, mit einer neuen, hoffentlich besseren Chance. Die verstorbenen Mönche werden kremiert und ihre Asche in Urnen beigesetzt. Die Körper der Laien werden im Friedhof, immer westlich ausserhalb des Dorfes beerdigt.

Unsere sehr steile Wanderung über ausgewaschene Strässchen und Tritte, entlang von Wäldern, Bächen und Plantagen dauert eine Stunde weniger als geplant. Al, der Guide, staunt und führt die gute Leistung auf unser gebirgiges Heimatland zurück. Im Unterschied zu uns hat er allerdings den ganzen schwierigen Weg in seinen Mandalay-Slippern bewältigt!

Nun geht's weiter über Strassen, die die Engländer in den Dreissigern des letzten Jahrhunderts gebaut haben, inzwischen echte Geröllhalden! Die fünf Stunden bis Meikhtila ins unsauberste "Hotel" der ganzen Reise schaffen uns. Dazu kommt die nervliche Belastung einer Nachtfahrt. Die Zweckbestimmung für Scheinwerfer, Abblend-, Stand- und Rücklichter oder auch nur "Katzenaugen" scheint nicht bis hier vorgedrungen zu sein. Beruhigend ist lediglich die massvolle Geschwindigkeit.
Abschluss mit chinesischem Essen. Zapfenstreich bildet der Songcontest für junge Dorfschönheiten in der lokalen Beiz - erfrischend fürs Auge, leider nicht für die Ohren. Nachtruhe, am Rande der Hauptstrasse, wie mit dem Kopf in einem Auspufftopf.

Strassenverkehr:
Die ausnahmslos überladenen Traktoren, Last-, Liefer- und Personenwagen, Töffli, Velos (Zehntausende!), Trishaws, Ochsen- und Pferde-, Maultier-, Esel- und Handwagen - ob zivil oder militärisch - werden grundsätzlich nie und zu keiner Tages- oder Nachtzeit beleuchtet; Rückstrahler sind unbekannt. Die Strassen sind eng - vier bis fünf Meter - und normalerweise mit beachtlichen Schlaglöchern übersäht. In Ortschaften und bewirtschafteten Gebieten werden die Asphaltbänder beidseitig von mindestens fünf Metern Naturpiste flankiert, die ausgefahren und mit Granitblöcken des abgebröckelten Strassenrandes durchsetzt den richtungsgetrennten(!) Ochsenkarrenverkehr aufnehmen.
Der motorisierte Verkehr ist in bewohnten Gegenden chaotisch und wird durch die Massen der Fussgänger und Haustiere kaum behindert, da diese einfach unbeachtet bleiben und um ihr Leben rennen müssen. Die Gefahr reduziert sich auch für die nächst höhere "Kaste" der Radfahrer nicht; sie landen gelegentlich etwas unsanft mit samt ihren Passagieren im Strassengraben. Am Tag wird gehupt, nachts orientiert sich der motorisierte Fahrer mit einem gelegentlichen Blitz der Lichthupe, sofern vorhanden, jedoch nur in gänzlich unübersichtlichen Situationen. Alle scheinen freundlich lachend lebensmüde.
In Myanmar herrscht im Gegensatz zu allen Nachbarstaaten Rechtsverkehr, scheinbar als Folge einer ersten deutlichen Trotzaktion nach der Befreiung von Engländern und Japanern. Erschwerend und unerklärlich wirkt die Tatsache, dass die Signalisierung des Richtungswechsels (Blinker) grösstenteils vom früheren Linksverkehr beibehalten wurde, so als ob den geradeaus Verbleibenden Adieu gewinkt würde anstatt den Entgegenkommenden Verkehrteilnehmern die beabsichtigte neue Richtung anzuzeigen.
In der Regel bewegt sich diese Lawine relativ langsam, zu unserer Erleichterung. Im Abendland muss es vor hundertzwanzig Jahren etwa gleich zugegangen sein. Die Bevölkerung nimmt diesen Zustand äusserst gelassen hin. Einen nennenswerten Unfall haben wir nirgendwo angetroffen!

Von Frühstück kann man nicht sprechen, es sei denn als Kohlsuppen-Fan mit geschlossenen Augen. "Butter" ist hier ausgelassenes Schweinefett und erinnert mich an die Verpflegungskünste meiner Grossmama in der Rationierungszeit nach dem zweiten Weltkrieg. Die "Einfachheit" des (einzigen) Hotels in der mittelgrossen Stadt und ihrer Umgebung belegt sich beispielsweise durch die WC-Spülung mit Duschwasser, mittels ausgedienten Verputzkübels. Auf den offensichtlich den Benutzern anheim gestellten Wäsche- und Reinigungsdienst verzichten wir. Nebst einigen gefügigen Straf- und Fachchinesen eines lokalen Industriebetriebes sind wir die einzigen Gäste.
Um 06:00 fahren wir den beschwerlichen Wegteil von fünfundzwanzig Kilometern zurück zum Bahnknotenpunkt Thazi, an der Hauptstrecke von Yangon in den hohen Norden.
Billette erstehen wir gegen Vorweisung der Pässe direkt im Büro des Bahnhofvorstandes, der sein Nickerchen (um sieben Uhr früh) dazu unterbrechen muss. Der Verkauf jeder Fahrkarte wird säuberlich in einen riesigen Folianten eingetragen, begleitet von allen persönlichen Identifikationsmerkmalen des potentiellen Reisenden. Der Schalter bleibt während unserer VIP-Behandlung geschlossen, das "Fussvolk" muss geduldig warten; offensichtlich gehört sich das gegenüber Exoten.
Und Exoten sind wir in der Tat! Neugierig werden wir auf dem Bahnsteig umrundet, beobachtet, angestarrt, angesprochen, hinter vorgehaltener Hand bekichert und scheu berührt. Die helle Haut (und wir dachten, dass wir schon recht gebräunt seien!) und die alle Köpfe überragende Körpergrösse stempeln uns zu offenbar sehr seltenen, geheimnisvollen Aliens.
Das orientalische Treiben auf den Bahnsteigen und Geleisen fasziniert uns: da wird echt und dauerhaft gelebt! Ganze Familien sitzen schnatternd oder schlafend um offene Feuer, Frauen und Kinder bereiten Reiseproviant zum Verkauf vor, braten Hähnchen, kochen Reis, türmen Brot und Früchte auf Tabletts. Nur ein gelegentlich durchschnaubender Zug vermag die rauchenden, kauenden und spuckenden Männer kurz von den Geleisen zu vertreiben.

Start nach Mandalay um 07:30, nein, um acht, oder doch nicht? Neuer Ausruf für 08:30 und endlich Abfahrt um 09:40 im gut durchgelüfteten "Express-Train", alle Fenster stehen unverrückbar offen. Schnell entern noch die vielen Verkäufer den Zug und versorgen die Passagiere mit Essen, Trinkwasser, Bier und Säften. Einige bleiben an Bord und sorgen während der Reise für Nachschub.
Die verstellbaren Rückenlehnen unserer reservierten Sitze kippen von Zeit zu Zeit ungeahnt in Liegestellung, unter dem Gelächter der Mitreisenden; den ausgeleierten Mechanismus bekommen wir allerdings schnell in den Griff. Geschützt durch Windjacken betrachten und fotografieren wir die gleissende Nachbarschaft der Geleise. Strahlender Sonnenschein heizt die grossen Reis- und Gemüsefelder der fruchtbaren Zentralebene auf. Durch viele Hecken, Palmenhaine, Flüsschen, Landarbeiter, Ochsengespanne, kleine Dörfer und mächtige Pagoden wird die scheinbare Endlosigkeit aufgelockert.
Nach drei Stunden empfängt uns "der" neue Guide, eine nette kleine Dame von ungefähr fünfundvierzig Jahren, im neuen Hauptbahnhof der alten Königsstadt Mandalay ab und führt uns zum Hotel "Sedona", dem besten Haus am Platz. Sehr fein, sehr sauber, sehr komfortabel, was unseren Trekking-Outfit in keiner Weise stört. Heute nur noch retablieren, Katarrh kurieren (die kalte Nacht in Kalaw!), Körper pflegen, ausruhen und glücklich sein darüber, dass wir drei Nächte hier bleiben werden. Der Vorrat an Nastüchern und Alcacyl sollte ausreichen.

Schlechter Anfang! Hans-Jörg muss sich nach schlafloser Nacht übergeben. Die "Butter" vom Vortag? oder gar die Apfelküchlein als Nachtisch des gestrigen Nachtessens? Sonja hat gottlob nichts abgekriegt.
Wir fahren los Richtung Amarapoura. Auf dem Weg besuchen wir eine Blattgold-Schmiede. Da wird reines Gold zwischen Bambuspapier und in Leder eingewickelt zu hauchdünnen Goldblättern geklopft. Diese pflastern die Gläubigen in den Tempeln und Pagoden auf immer dicker werdende Buddhas, bis zur Unkenntlichkeit der Figur. In Amarapoura besuchen wir die Maha Muni Pagode mit dem vermutlich schönsten Buddha. Durch die tägliche Waschung seit Hunderten von Jahren glänzt sein bronzenes Gesicht heute schöner als Gold.
Etwas gehemmt begaffen wir die "Fütterung" der über 1'000 Mönche im Maha Guada Yone Kloster. Hans-Jörg wird mittags wegen schlechten Befindens und Erschöpfung im Hotel deponiert. Sonja besucht nachmittags den alten Königspalast in Mandalay, eine phantastische Teak Konstruktion, innen ganz vergoldet. Sie hat den 2. Weltkrieg nur überstanden weil sie als Sterbeort des letzten Königs 1926 demontiert, aus der Palaststadt entfernt und in einem ruhigen benachbarten Park wieder zusammengebaut wurde.

Palaststadt:
Im Zentrum der erst 1857 durch König Mindon gegründeten letzten Königsstadt Mandalay (nach Sagaing, Inwa und Amarapura) liegt die Palaststadt. Sie ist quadratisch angelegt und nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Eine Mauer von rund 8 km Länge umfasst das 4 km2 grosse Palastareal. In jede Seite der Mauer sind ein Haupttor und zwei Nebentore eingelassen die je mit mehrstufigen Giebeldächern (pyatthat) überdacht sind, über die gesamte Länge kommen in regelmässigen Abständen 32 Wachtürme und vier Ecktürme dazu sodass die weitgehend intakte Stadtmauer noch heute von 48 Pyatthats geschmückt wird. Das imposante Bauwerk wird zudem von einem 52 Meter breiten Wassergraben eingefasst. Von den vier Haupttoren führt jeweils eine Brücke aus der Palaststadt; über eine fünfte Brücke mussten die zum Tode Verurteilten die Stadt verlassen.
Im Innern der Anlage, inmitten von wunderschönen Parks und Gärten, befand sich einst der mit hölzernen Palisaden zusätzlich gesicherte Palastbezirk wo sich der König mit seinen zahlreichen Frauen, Konkubinen, Kindern, dem Hofstaat und seinen Wachsoldaten in 120 Gebäuden aus teilweise vergoldetem Teakholz eingerichtet hatte, gut aber offenbar nicht genügend geschützt vor Intrigen, Machtkämpfen und letztlich Vertreibung des Regenten und Abschaffung der Monarchie durch die Engländer um 1885.
Nach dem Tod des Königs und der Vertreibung des Kronprinzen und dessen Familie nach Indien haben sich dort die Engländer das HQ aufgeschlagen, dann die Japaner, dann die eigenen Generäle. Auch hier lehrt die Geschichte nichts. Immerhin wurde der im zweiten Weltkrieg zerstörte Königspalast inzwischen teilweise wieder aufgebaut, allerdings nicht durchwegs originalgetreu - Beton statt Teakholz, Goldbronze statt Blattgold.

Weiter hat Sonja die frühere Königsstadt Ava (Inwa) mit Fähre und Pferdekarren, den Nannint Wachturm, das Aung Mye Bonzem Kloster nebst weiteren Pagoden erkundet und abgelichtet sowie Seiden- und Baumwollwebereien besucht.

Am nächsten Morgen fahren wir den Ayeyarwaddy (sprich Ïawaddy) rauf bis Mingun, der Geburtsstadt des Königs Mindon der die ganze Pracht in Mingun, Mandalay und Umgebung im 19. Jahrhundert geschaffen hat. Die Mingun Paya Pagode, riesig, sollte 150 m hoch werden, wurde vor Vollendung durch Erdbeben zerstört. Die grösste hängende Glocke der Welt, 90 t. Wir spenden 100 Kyat, der Mönch wird für uns beten und wir dürfen die tiefe, klangvolle Glocke anschlagen. Hier steht auch die wundervoll filigrane Pagode der "Chief Queen".
Nachmittags wieder König Mindon aber in Mandalay. Höhepunkte neben dem bereits erwähnten Palast sind das Shwe Nan Daw Kyaung-Kloster, massiv Teak, wunderschön und die Kuthodan Pagode, das grösste und schwerste Buch der Welt, 729 Seiten, je Seite eine kleine Pagode mit einer Marmortafel von ca. 1 t Gewicht, darauf alle Lehren Buddhas, zu dessen 2'400. Geburtstag dem Volk gespendet (oder umgekehrt!).
Sonnenuntergang auf Mandalay Hill. Thai Nachtessen in Mandalay. Wir platzen, aber sonst geht's wieder besser.

Heute fahren wir nach Monywa. Drei Stunden per Jeep ins "Affenkloster", das heissst: zu den Hpo Win Daung Caves. Das sind Höhlentempel aus dem 12. Jahrhundert mit Fresken (450'000 an der Zahl) aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Auf den Hügeln und Ruinen betteln die Affen.

Die Reise nach Bagan: Kurzbesuche in Bauerndörfern. Palmen, Chili, Baumwolle, Weizen, Sonnenblumen, Erbsen und Staub. Eine lustige "Trishaw"-Versuchsfahrt, nach 5 Minuten gibt unsere bequeme Guide auf. Dann geben wir sie auf und wechseln zum neuen Guide, der uns in Pakkoku zur langen Flussreise auf dem Ayeyarwaddy nach Bagan abholt. Halt! Da war noch das "Disneyland"-Kloster in Monywa. Rund 600'000 Buddhas in jeder Grösse, früher vermutlich viel Teak-Schnitzerei, heute alles bunt bemalt, betoniert und modern.
Die Fahrt auf dem Fluss:
Sehr schön, windig, Sandstürme vom Ufer her und von den Banks. Recht hoher Wellengang, der Fluss ist teilweise breiter als der Neuenburgersee.
In Bagan: Sonnenuntergang hinter dem Pagodenmeer. Unser Hotel, Thazin Garden, ist einfach, sauber und gut. Die Boutique hält ein Longyi für Sonja und ein Hemd für Hans-Jörg bereit, 13 US$.

Der nächste Tag beginnt gut, nach gesundem, ruhigem Schlaf. Das Frühstück entgeistert uns etwas (Söischmutz-Anke).
Vom Guide, Tin, haben wir noch keinen Eindruck, er schien uns gestern etwas unpässlich zu sein. Nun empfängt er uns fröhlich zum heutigen Tag in Bagan. Den Überblick über die 50 km2 mit 5'000 Pagoden, Tempeln und Anlagen kann man nicht beschreiben! Zuerst auf den Markt: Sonja und ich kleiden uns ein. Tin entpuppt sich als bester Guide, er zeigt Ausserordentliches, wie: urzeitliche Tätowierungs-Werkzeuge, Silbermasswaagen (Zahlungsmittel im 11. Jahrhundert waren Silberstäbchen, von denen je nach Preis der Ware kleine Stücke abgeschnitten und mit geeichten Gegengewichten (in Buddhaform) aufgewogen wurden), Lackarbeiten, Palmensaft und Reisprodukte. Und alles mit guten Erklärungen zu was, warum, wo und wann. Anschliessend fahren wir zur Shwezigon-Pagode. Sie ist einzigartiges Vorbild für alles was nach dem 11. Jahrhundert folgte.

Shwezigon-Pagode bei Nyaung U, Bagan:
Sie gilt als der Prototyp der burmesischen Pagode. Erbaut 1059-1090 am Ort wo sich der mit Reliquien beladene weisse Elefant des ersten Grosskönigs von Bagan, Anaw-rahta, am Ayeyarwaddy niederkniete.
Die horizontale Dreiteilung: zuunterst drei Terrassen, darüber der Stupa mit Reliquienschrein, gekrönt durch den Schirm. Die heutigen Metallschirme auf der Spitze erscheinen erst im 17. Jahrhundert.
Diese Stupenform kommt aus Indien, das zur Zeit Gotama Buddhas (5. Jahrhundert vor Chr., gleichzeitig mit Konfuzius und Sokrates) vollständig buddhistisch war.
In der Gründungszeit von Myanmar, im 11. Jahrhundert, war Indien bereits hinduistisch, deshalb hat der erste König die ihm ideal scheinende Volksreligion des Theravada-Buddhismus aus Sri Lanka "einführen" lassen.
Die Shwezigon-Pagode gibt auch die vertikale Gliederung der Stupa vor, nach der damaligen buddhistischen Weltraum-Vorstellung.
Die Gliederung erfolgt in 31 Ebenen deren unterste die Hölle und die oberste (der Schirm) den Himmel bedeuten. Dazwischen liegen, aufsteigend, die Tiere, die Geschichte Gotama Buddhas, die Menschen, Buddhas Leben, sein Wissen usw.
Vom Grundriss her beschreibt die Pagode auch die Himmelskunde des Buddhismus.

Die vier stehenden, über neun Meter hohen Buddhastatuen im Innern des ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert stammenden Ananda-Tempels können an Schönheit und Ebenmass kaum übertroffen werden. Sie entsprechen den vier Buddhas dieses Zeitalters: (v.l.n.r.) Kakusandha im Norden, Konagamana im Osten, Kassapa im Süden und Gotama Buddha im Westen. Sie sind aus Holz geschnitzt, mit Stuck überzogen und vergoldet. Am Ananda-Tempel erklärt uns Tin die weitere Bedeutung der rund um die Basis eingelassenen Terra Cotta-Bilder, der Stuckaturen sowie der Belichtungs- und Belüftungsbauweise. Dann die wunderbaren Freskos im Ku Byauk Gyi-Tempel. Die exakte Feinmalerei aus dem 12. Jahrhundert erstaunt, auch weil sie heute noch fast perfekt erhalten ist.
Besuch des Bauernmarktes neben dem Ananda Tempel. Hier versammeln sich nach der Erntezeit, in grossen Camps, die Bauern der weiteren Umgebung zum einwöchigen Erntefest, wie gerade auch zu unserer Besuchszeit. Sie beschaffen alles was sie während des Jahres brauchen. Von Möbeln über Werkzeuge, Kleider, Lebensmittel bis zu Süssigkeiten und Spielzeugen.
Beispiel: Ein dreiteiliger Schrank mit Spiegel, Schubladen, Tablaren, Kleiderstangen, Sicherheitsschlössern, vollständig aus Teak, zu Preis von 30'000 Kyat, was 6 US$ entspricht.
Das anschliessende Mittagessen am Ayeyarwaddy ist das bisher bekömmlichste: leicht, fettfrei, wunderbar gewürzt (Cashewnüsse bauen Cholesterin ab!).
Weitere Neuigkeit bei Tin: Siesta für die Gäste, im Hotel, bis 15.30h.
Nachmittags geht's zuerst in den Handwerksbetrieb für Lackwaren. Vom rohen Bambus bis zur kunstvoll dekorierten Lackdose ist ein sehr langer, aufwendiger Weg, er dauert rund acht Monate. Verkauft wird nach unserem Ermessen für "next to nothing".
Es folgen die schönsten Tempel und Pagoden, Klöster und Paläste aus dem 11. bis 17. Jahrhundert. Die Brandschatzungen der Mongolen sind immer noch sichtbar, genauso die geplünderten Lebensmittelspeicher im Palast. Erstaunlich sind immer wieder Baukunst und Materialkenntnis im Mittelalter: Klebemassen aus Fruchtsaft und Harz anstelle von Mörtel, was die Fugen der Backsteine und Terracotta-Platten auf Millimeterbruchteile reduziert und über eintausend Jahre absolut sicher zusammenhält; oder Stuckaturen die über Jahrhunderte halten auf der Basis von Reis- und Erbsmehl, Milch, feinstem gewaschenem Sand und Fruchtsäften; oder mittels Pflanzensäften gehärteter Sandstein, der nicht abwittert. Backsteine wurden im 10. Jahrhundert bereits so gut geformt und nachgeschnitten, dass bei Fugen die breiter als eine Nadel ausfallen dem Maurer zur Warnung die Finger einer Hand abgehackt wurden, bei Wiederholung folgte die Enthauptung.
Der Sonnenuntergang ist überwältigend!
Nachtessen sehr gut, gekrönt durch Marionettentheater der feinsten Art. Der achtzig jährige Meister führt seine achtundzwanzig wunderschönen Puppen und Tierfiguren mit seinen drei talentierten Gehilfen durch die schönsten mystischen Tänze und Märchen.

Um fünf Uhr ist Tagwache. Sonnenaufgang von der obersten Terrasse des Ywa Haung Gyi-Tempels. Das Erwachen der Stadt, der düster beleuchtete Rauch der Frühstückfeuer, das zunehmende Morgenrot, die langsam wachsende Silhouette der Tempel und Pagoden im Gold der leuchtenden Wolkenränder - erhaben und nicht beschreibbar.
Eine Fahrt auf dem Pferdewagen durch das erwachende Dorf. Alles was sich bewegen kann kriecht aus Lücken und Löchern: Menschen, Tiere, Fahrzeuge jeder Kategorie seit dem Mittelalter - wie im Film.
Besuch der Ruinen mit den herausragendsten Wandmalereien bis zurück ins 8. Jahrhundert, mit unvorstellbarer Feinarbeit und Farbgebung in den dunkelsten Ecken, Winkeln und Decken. Wie haben sie das bloss geschafft bei Kerzen- und Öllicht?
Besuch der einfachen, zufriedenen Dorfbevölkerung und ihres Gemüsemarktes. Die unterirdischen Meditationsstätten von Kyat Kan. Getreideanbau und -ernte (Hirse und Pigeon-Beans). Dann auf dem Ochsenwagen zum Mittagessen am Fluss: Gut aber nicht hervorragend für unsere Gaumen.
Siesta, Check-out, Besuch des modernen und sehr aufschlussreichen archäologischen Museums. Dann zum Abflug nach Yangon - pünktlich und problemlos.
Tin, unser Guide, hat alles gegeben. Er ist äusserst diskret, vertrauenswürdig und vielwissend. Seine ausgezeichnete Führung, seine vorzügliche und gründliche Wissensvermittlung und seine animierende, tiefschürfende Diskussionsfreude bleiben uns bestens in Erinnerung. Ein wahrer Botschafter seiner buddhistischen Geisteshaltung, für sein traditionsreiches Land und Volk.
Ankunft in Yangon, im Savoy, mit Wiedersehen unserer Stadt-Guide, Sue.
Gediegenes Nachtessen, Spaghetti auf Rinds-Carpaccio, und guter Wein, Shiraz-Cabernet aus Western Australia. Mit prachtvoller Aussicht auf die beleuchtete Goldstupa der Shwedagon-Pagode, beschliessen wir einen langen, schönen Tag.

Ein "Continental Break" im sehr englisch-kolonialen Hotel Savoy. Viel Tropenholz, Messing, Stiche und Fotos von alten Schiffen und Flusslandschaften im ehemaligen Kolonialreich. Und, nota bene, mit dem grössten - und sehr guten - Weinsortiment von Myanmar, wie der englische Besitzer stolz bekräftigt. Lesen am Pool. Tagebuch schreiben und abseits des Grossstadttreibens ausruhen. Tut uns gut!
Myanmar ist wirklich die Reise wert, wir kommen wieder, nehmen es uns jedenfalls fest vor!
Gegen Abend dann Aufbruch zum Rückflug nach Bangkok.

27.01.-08.02.2002 Bangkok und Thailands Norden

Nach einem ziemlich verspäteten Flug werden wir in Bangkok vom schnellsten Taxifahrer der Weltstadt abgeholt und ins "Rembrandt" überführt. Müde und kulturgeschockt durch Thailands Puls sinken wir ins Bett, nach dem wir natürlich noch unsere Wäsche in Auftrag gegeben haben. Komfortanien holt uns heim!

Erst einmal ausschlafen, frühstücken und Müssiggang.
Nachmittags Besuch der "Gems-Gallery" mit Abhol- und Rückbring-Service. 12'000.- CHF für Smaragd-Ohrringe und Anhänger übertrifft unsere Vorstellungen um 100%, also lassen wir's. Smaragde sind ebenso schön wie selten und kommen in Thailand, wie im übrigen Süd-Ost-Asien, nicht vor. Wir müssen oder wollen uns mit diesem wunderbaren Edelstein noch etwas tiefer befassen und andere Gelegenheiten nutzen.
Ausgezeichnetes indisches Nachtessen im hoteleigenen "Rang Mahal". Das Lokal auf dem Top des Hochhauses gibt eine fantastische Nachtsicht über die Riesenmetropole frei.

Der nächste Tag bringt uns eine Stadtrundfahrt und den Besuch der berühmtesten Tempel, Pagoden und Königspaläste von Rama I. - VIII. Der heutige König, Rama IX. und Königin Sirikit residieren in einem neuen modernen Palast, mitten in einem riesigen Park Bangkoks, nicht weit vom ehemaligen entfernt.
Unser Führer muss uns - auf Staatsbefehl - noch einmal in die Gems-Gallery führen. Die Smaragde sind immer noch sehr schön und teuer, importiert von Kolumbien, zum Karat-Preis von 1'200.- CHF. Es böte sich die Möglichkeit an, einen Stein auszusuchen und nach eigenem Entwurf fassen zu lassen: verkaufen mit allen Mitteln und nach allen Regeln der Kunst. Wir werden uns in Phuket wieder damit befassen.
Nachmittags am Pool. Auch das Nachtessen im hoteleigenen mexikanischen "Señor Pico" ist ausgezeichnet.

Bestattung in Thailand:
In Königreich Thailand werden alle verblichenen Untertanen kremiert, klimabedingt normalerweise sehr schnell nach dem eingetretenen Tod. Daher finden sich in allen Quartieren und Dörfern Krematorien mit Hochkamin unmittelbar neben der Pagode im Tempel-Areal.
Wenn der König oder die Königin stirbt wird der Körper einbalsamiert und ein ganzes Jahr im Dusit Maha Prasat des Palast-Areals aufgebahrt bevor er auf dem Rasen vor dem Palast feierlich eingeäschert wird.

Ruhig frühstücken, packen und ab zum Pier der "Mekhala" am Chao Praya, dem wichtigsten Fluss des Landes. Das Schiff beeindruckt uns: ein wunderschön renovierter Reisfrachter, massives Teakholz, die Kabinen für sechs Gäste sind niedlich, heimelig und sehr sauber, die Einrichtung fast wie im Luxushotel, es fehlt an nichts, höchstens an Stehhöhe, wie Hans-Jörg - auah!! - sofort feststellt. Wir werden vorzüglich bedient und umsorgt wie Paschas, Extrastühle zum Beine hoch lagern warten an Deck.
Die Fahrt stromaufwärts ist äusserst abwechslungsreich und vermittelt tiefe Einblicke in die Lebensform der Einheimischen, von der Grossstadt mit Hochhäusern bis zur schiefen und halb zerfallenen Fischerhütte auf Pfählen, in die einmündenden Kongs (Seitenkanäle) mit ihren schwimmenden Märkten. Gut erholt und stetig mit exotischen Drinks versorgt erreichen wir am späten Nachmittag unser Übernachtungspier an einem Klosterhof. Kurzer Landgang. Wir beobachten zahllose Lastenschlepper die den Fluss befahren. Flussaufwärts, leer, ohne Tiefgang; flussabwärts voll, tief und träge aber immer mit dem buntfarbigen und blumig geschmückten "Garten-Wohn-Häuschen" des Schiffseigners. Die lebenswichtige Verkehrsader Chao Praya bringt Bangkok und dem Unterland alles: Zement, Holz, Erde, Treibstoff, Pepsi, Bier.
Unser "Candlelight-Dinner" auf Deck ist ausserordentlich reichhaltig und vom Feinsten, echt Thai! Die kleine Kabine gibt eine gute Schlafstätte ab solange Aircondition funktioniert.
Eine Reise auf der Mekhala ist klar ein Höhepunkt! Sie bringt uns zum Abschluss weiter flussaufwärts bis zur ehemaligen königlichen Sommerresidenz in Bang Pa-In, wo uns Führer, Fahrer und "Limousine" zu einer ausgedehnten Rundreise in Siams Norden erwarten.
Ein "Longtail"-Boot bringt uns vorerst nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt vor der Gründung von Bangkok, 1776. 33 Könige residierten hier während 417 Jahren bis die Stadt von den Birmanen dem Erdboden gleich gemacht wurde; es sollen aber auch interne Machtkämpfe dazu beigetragen haben. Geblieben sind Ruinen verschiedener Stilrichtungen, vor allem aber Khmer und Mon.

Sommerresidenz Bang Pa-In:
Rama V. ist weit gereist und hatte gute Beziehungen zu Europa und China. Die Paläste und Pavillons sind entsprechend ausgefallen, zum Beispiel: eine Kopie des Palastes von Homburg, das chinesische Gästehaus mit wundervollem Rosenholz-Mobiliar, der dänische Leuchtturm zum Aussichtsturm umfunktioniert, dazu sehr schöne, gepflegte Gartenanlagen, Teiche und Brücken.

Die Weiterfahrt nach Korat, unserer nächsten Station, bringt viele Ruinen-Stätten aus der Hindu-Buddha Mischung, ca. 8. Jahrhundert, vor allem im Khmer-Stil, ähnlich Angkor Wat in Kambodja, sowie riesige bronzene und vergoldete Buddhastatuen in neueren Tempelanlagen. Hin Phimai birgt die mächtigste Khmer-Anlage des Landes, die Ruinen lassen die einstige Pracht erahnen.
Unser Hotel, "Royal Princess" in Korat erwartet uns mit einer sehr noblen Suite, très chic. Die Küche steht leider etwas hinten an…

Der heutige Tag bringt uns über ca. 650 km nach Sukhothai in den Norden. Glücklicherweise unterbrochen durch den Besuch eines sehr interessanten Töpferdorfs, Daan Kwien, in dem noch sehr ursprünglich und kunstvoll gewirkt wird. Weitere Halte zugunsten von Mon- und Khmer-Ruinen, sehr schön und mächtig, zum Teil von zahllosen Affenfamilien besiedelt, solche beherrschen beispielsweise in Lopburi das ganze Stadtbild. Interessant sind auch die vielen Tausend Quadratkilometer absoluter Ebene mit fast ausschliesslich Reisanbau für drei bis vier Ernten pro Jahr und natürlich die exotischen Palmen und Riesenbäume, die diese Ebenen strukturieren.

Das Sukhothai Pailyn Hotel ist sehr, sehr einfach. Immerhin geniessen wir noch ein feines Bar-B-Q zum Tagesende.

Sukhothai, die erste Hauptstadt Siams, 1257 - 1379, weil der lokale König seine Macht durchsetzte, anschliessend siegte der König von Ayutthaya und ernannte diese zur Hauptstadt. Das Palastareal ist riesengross, sehr schön angelegt mit grossen Wasserflächen die als Reservoirs dienten und zu grossen Teilen mit blühenden Seerosen und Wasserlilien bedeckt sind. Über hundert meistens gut erhaltene und sorgfältig konservierte Ruinen verteilen sich über das grosse Gelände. Wat Sri Chum, zum Beispiel, mit dem riesigen Buddha Phra Atchana, die Geste (Mudras) seiner riesigen Hand (über 1,5 Meter lange Finger) zeigt den Sieg über den Teufel an. Sehr sehenswert im Vormittagslicht.
Weiter Nach Si Satchanalai. Auch hier wunderschöne Ruinen und Wats (Welt-Kulturerbe der UNESCO). Besonders zu erwähnen: der kleine hölzerne Tempel zu dem nur Männer Zutritt haben. Durch ein kleines Loch in der Wand des total dunklen Raumes wird die Silhouette des nachbarlichen, goldenen Stupas als Lichtbild optisch perfekt auf ein unter dem Loch horizontal ausgebreitetes weisses Tuch geworfen. Optiklehre zum "angreifen"! Der heutige König hat hier seine Mönchszeit verbracht. Vermutlich deshalb stehen offensichtlich genügend Mittel zur Verfügung um die Anlage perfekt in Stand zu halten.
Wir besuchen eine sehr ländliche Dorfgemeinschaft auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, das wir über eine abenteuerliche Hängebrücke erreichen. Das Dorfleben scheint sehr unkompliziert, ruhig und friedlich zu sein, vergleichbar mit Myanmar, wenn auch mit Traktoren statt Ochsen als landwirtschaftliche Zugmaschinen.
Abends in Lampang. Auf dem Weg besuchen wir in Ko Kha das Wat Phra That Lampang mit dem einzigen Smaragd-Buddha neben demjenigen im Wat Phra Kaeo in Bangkok.
Die Unterkunft in einem Bungalow des River Lodge Hotel ist sehr schön und romantisch, leider am Flussufer voller Mücken.

Etwas mageres Toast-Frühstück. Aber wenn man am Morgen halt weder chinesische Suppen noch reiche Thaikost mag, fällt die Mahlzeit einfach aus.
In Phayao, am thailändischen Bodensee, wie unser Führer sagt und dabei gar nicht so unrecht hat, geniessen wir an der Seepromenade erstklassigen Espresso und statten dem schön renovierten Holz-Wat Komkan einen Besuch ab. Dann weiter, durch Chiang Rai, das nicht weiter sehenswert sei, in die äusserste Nordecke von Thailand, nach Mae Sai, mit der Grenzbrücke nach Tachilek auf der burmesischen Seite. Über diese Brücke läuft alles: Marktwaren, Schmuggel, Drogenhandel, Edelsteine usw. Entsprechend rege ist das Treiben in diesem wichtigen Marktfleck. Sehr eindrucksvoll ist dann Sop Ruak am Mekong. Nicht nur das Goldene Dreieck, dessen Besichtigung ebenso wie ein ohrenbetäubender Longtail-Boot-Ritt Pflicht des Touristen sind, ist natürlich sehenswert sondern auch - oder noch viel mehr - eine uralte Pagode oder besser gesagt ein Wat, aktuell in Renovation, zu dem sehr schöne Treppen führen die von Riesenschlangen flankiert und bewacht werden (westlich dreiköpfig, östlich fünfköpfig).
Unser Bootsfahrt führt uns in ein altes Uferdorf in Laos, auf der anderen Seite des Stromes, wo gerade das Fest der blühenden Kapokbäume in vollem Gang ist. Diese sind voll feuerroter Blumen welche später zu den faserhaltigen Samenkapseln werden, die einen ähnlichen Rohstoff wie Baumwolle ergeben. Die Dorfbewohner sind offenbar sehr einfach und mausarm aber Feste feiern können sie: lebensfroh, bunt und ausgelassen, gelegentlich von staatlich redigierten, maoistisch anmutenden Sprechchören und Tanzvorträgen der offiziellen, uniformierten Jugend auf der beflaggten Schaubühne zwangsunterbrochen. Unsere Ansichtskarte aus Laos ist zu hause nie eingetroffen.
Abends im "Le Meridien Baan Boran", einer Nobelbleibe an exklusiver Aussichtslage mit Blick auf den Mekong und auf das "Las Vegas" von Myanmar, einem grossen devisenbringenden Hotel- und Casinokomplex auf der andern Seite der Grenze. Unser Hotel ist sehr komfortabel, mit ausgezeichneter Küche und freundlichem Personal, am Rand des Dschungels.

Tags darauf Zwischenstopp in Chiang Saen. Die aufwendigen Renovationsarbeiten am grossen Wat mit einem sehr selten anzutreffenden achteckigen Stupa öffnen einen weiteren Einblick in die Baumethoden des 11. Jahrhunderts.
Vor dem Wat bestaunen wir die Reiszubereitung als Tagesproviant für die Landwirte auf den Feldern:
Einfüllen von Reis, Gewürzen, Bohnen und Kokosmilch in Bambusrohre von ca. 60 cm Länge. Ans offene Feuer stellen bis die Flüssigkeit eingekocht ist, gibt trockenen Reis im Bambus. Letzterer wird bis zu einer dünnen Schicht abgehäutet und ergibt so, oben zugepfropft, einen leichten, dichten aber weichen Schlauch der einfach zu transportieren ist und dessen Inhalt scheinbar lange warm bleibt.
Eine abwechslungsreiche Passfahrt bringt uns in ein Bergdorf der Akha, Ban Lorcha, das durch ein Tourismusprojekt lebensfähig bleibt und dauernd bewohnt ist. Die Bauern pflanzen europäische Gemüse und Früchte an, die auf dieser Höhe von ca. 1'000 m gut gedeihen und in den Städten beliebt und leicht zu vermarkten sind: Äpfel, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Rotkohl, Blumenkohl, Eisbergsalat, Heilkräuter usw. Ihre frühere Lebensgrundlage war Opium in schwer auffindbaren Dschungel-Lichtungen.
Apropos Bergdorf: Wir haben das alles, fast identisch schon in Myanmar gesehen, jedoch gelebt und authentisch, ohne Tourismusprojekt.

Mohnanbau:
Mohn, der schon vor über 3'000 Jahren den Griechen und Ägyptern als Medizinalpflanze bekannt war, stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum (Griechenland, Zypern, Türkei) und hat seinen Weg erst durch Alexander den Grossen nach China gefunden.
Die ehemals internierten nationalchinesischen Soldaten Tschiang Kai-schecks, die Kuomintang, die nach der Niederlage gegen Mao 1959 mit ihren Familien und Dorfschaften zahlreich nach Thailand geflüchtet sind, bilden den Kern vieler Bergstämme in Nordthailand. Sie haben den Mohn aus ihrer früheren Heimat mitgebracht. Nachdem die traditionellen Mohn-Anbaustaaten Myanmar, Laos und China kommunistisch wurden und sich damit nach Aussen abriegelten, konnte die Vermarktung von Opium und Heroin nur noch in und aus Thailand stattfinden. Die Kuomintang beherrschten aus ihrem geographischen Zentrum Mae Salong diesen Markt zu 90%, als ihr Opiumkönig Khun Sa in den 1980er-Jahren nach Myanmar ins Exil abgeschoben wurde. Die Regierung hat das Ersatzprogramm für den Gemüse- und Fruchtanbau in den letzten Jahren erfolgreich lanciert. Die weitgehend autonomen Stämme scheinen damit leben zu können. Mohnanbau sei in Thailand ausgerottet, wird uns gesagt.

Das Berggebiet ist faszinierend und abwechslungsreich. Fette Vegetation und berauschende Ausblicke auf Nachbarländer und Mekong.
Später besuchen wir das Opium-Museum in Chiang Saen. Auch die Stufen (nach unserer Zählung 369) zum Wat Phra That Cham Kitti bleiben uns nicht erspart. Das Wat selber ist ziemlich neu und weist sehr aufwendige Vergoldungen und Dekorationen an der Aussenseite auf.
Mittags fahren wir ins Hotel zurück um uns einige Stunden am Pool zu erholen. Für die Besichtigung von Mae Salong bleibt leider zu wenig Zeit, zudem sind die Kuomintang ausgestorben und ihre Nachkommen dürfen sich neuerdings im ganzen Land frei bewegen, also ziehen sie aus und vermischen sich mit den Thai. Auch die königliche Winterresidenz auf dem Doi Thung sei nur für "Hiesige" interessant: das Haus gleiche einem europäischen Chalet und die prachtvollen Parkanlagen beheimaten nur europäische Blumen und Pflanzen.

Früh am nächsten Tag fahren wir los Richtung Chiang Mai. Unterwegs besuchen wir einen ausserordentlichen Bauplatz in der Nähe von Chiang Rai: Wat Rong Khun. Ein "modernes" Wat, ganz in Weiss, mit Spiegelmosaiken. Der, nach eigener Aussage, selbstlose Erbauer und Spender, Chalermchai Kositpipat, erklärt uns sein Kunstwerk das eher einer Kathedrale gleicht. Er ist seit vier Jahren am Bauen und es wird weitere sechs Jahre dauern bis zur Vollendung. Bisher hat er bereits 50 Mio. Baht dafür aufgebracht, seine Schüler malen, schreinern, stuckatieren und mosaiken. Das "Ding" wird wirklich sehr schön und einmalig. Mit dem Kauf eines farbenfrohen und geheimnisvollen Bildes aus seiner Galerie unterstützen wir sein Lebenswerk.
Überall stecken die Bauern beziehungsweise ihre Frauen Reis, die Männer arbeiten üblicherweise als Bauarbeiter in der Stadt. Die prachtvoll reine Farbe der jungen Reispflanzen schaltet unseren Tag auf grün. Abgesehen vom eher dürftigen Mittagessen in schmuddeliger Umgebung, kommen wir zu sehr feiner grüner Seide und endlich zu erschwinglichen Smaragden.
Dann fahren wir in die zweitgrösste Stadt Thailands ein, Chiang Mai. Innerhalb von nur zehn Jahren ist sie von 60'000 Einwohnern auf zwei Millionen angewachsen!
Das Hotel Amari Rincom hat schon etwas Patina angesetzt aber das Essen und die Bedienung machen einen ausgezeichneten Eindruck. Echt gut italienisch gegessen und nach einem Ruby Port an der Lobby Bar - mit vielseitigem Pianisten - im etwas versteckten Relaxing Class-Zimmer angedockt. Obwohl etwas teurer, ist diese Zimmerkategorie dringend zu empfehlen, denn das einstige Vorstadthotel liegt inzwischen voll in der Grossstadt und im Verkehrsgewühl.

Nach einem reichhaltigen, guten Frühstück brechen wir auf zum Mesa Elephant Camp in Mae Taman. Absolut faszinierend. Vor allem die kleinen drei bis sechs Monate alten "babies". Sie wollen die Bananen noch geschält, während ihre Eltern ganze Büschel auf einmal runterwürgen, sie brauchen schliesslich auch zweihundert Kilo Futter pro Tag: Laub, Bananen, Zuckerrohr, Palmenblätter. Das Camp wird vom Staat, durch die Touristen und von Elefanten-Vereinen unterstützt, Futter muss zugekauft werden obwohl das Camp sein grosses Dschungel-Areal selber schon gut bewirtschaftet. Wirklich lieblich, wie der drei Monate alte stupst und spielt. Die Mutter mahnt ihn mit dem Rüssel hin und wieder zur Raison. Jüngere, bis ungefähr vier Jahre alte, bewegen sich ziemlich frei im Gelände und zeigen auch schon mal ihre Kunststücke gegen Bananen und Zuckerrohr. Die grosse Show zeigt dann Akrobatikakte und Dressurstücke, die jeden Zirkus in den Schatten verweisen. Die Alten demonstrieren perfekte und zentimetergenaue Arbeit bei der Holzernte, während einige besonders Begabte Fussball spielen oder mit Rüssel, Pinsel und Farbe sogar Bilder malen. In Thailand werden bei der Holzernte und für andere praktische Kraftarbeiten keine Elefanten mehr eingesetzt, da haben Maschinen die Oberhand gewonnen, im Gegensatz zu weniger wohlhabenden Staaten, wie Burma, Laos oder Kambodja.
Wie exakt, fein und subtil diese so genannten Dickhäuter (letztere Eigenschaft bezweifeln wir allerdings) sich bewegen sehen wir auf einem einstündigen Ritt durch wirklich sehr coupiertes, teilweise morastiges Gelände mit 100%-Steigungen und -Abfällen, auf sehr schmalen Dschungelpfaden. Besser nicht runterschauen! Die Boys sind sehr stolz auf ihre Kolosse, die sie als Mahoud lebenslang führen und betreuen. Das Camp beheimatet gegenwärtig achtundachtzig erwachsene Elefanten und mehrere Dutzend Babies und Halbwüchsige.
Mittags in einer Orchideenfarm. Wunderschöne Exemplare im Zuchtbetrieb, die Naturabteilung ist im Winter leider weniger farbenfroh.
Nachmittags schaffen wir die rund 304 Stufen zum Wat Doi Suthep auf 1'056 m. Das Heiligtum von Chiang Mai, eine wirklich lohnender Aufstieg, ohne den ein Besuch von Chiang Mai nicht abgeschlossen ist. Mit einem Augenschein im Jadezentrum geht auch unsere gut geführte Rundreise zu Ende. Chiang Mai behält uns allerdings noch zwei Tage bevor wir in den Süden des Landes ziehen.
Um 08:00 aufstehen erscheint uns beinahe wie ausschlafen. Wir hatten in den letzten zwei Wochen sehr wenig Bewegung und eine gewisses Übergewicht-Gefühl, also stampfen wir los, ums Quartier, gute zwei Stunden lang. Unterwegs besuchen wir das Kunstmuseum, eine modernes Gebäude im Universitätsgelände, mit grossen hellen Ausstellungsräumen und ... leer! In einem einzigen Saal organisiert das Goethe-Institut eine Ausstellung zum Thema "Umwelt". Diese, von Studenten eingerichtet, zeigt nicht viel mehr als Velos, Strassenabfälle und rostige Geräte die kunstvoll herumliegen, etwa wie bei Joseph Beuys vor vierzig Jahren. Eher ein "Gnuusch"!
Nachmittags am Pool. Abends am Nachtbazar: Dreissig unterschiedliche Angebote kommen etwa hundertmal vor, insoweit die Abwechslung und Warenvielfalt. Letztlich finden wir doch noch passende Tops als Mitbringsel für unsere Nachbargirls zu hause.

An unserem letzten Tag in Chiang Mai fahren wir mit dem roten Pick-up-Taxi zum Huey Kaew Wasserfall, das ist zwar im Moment lediglich ein Rinnsal aber es wird hart daran gearbeitet. Könnte eine schöne Anlage werden. Zu Fuss zurück, am Zoo vorbei ins Hotel bringt uns eine gute Stunde Übung. Nachmittags am Pool, in den sich sogar die hitzeresistente Sonja wirft. Die "happy-hour" beschert uns jede Menge Drinks. Gestern hiess es noch "halber Preis", heute "two for one"!
Vor dem Nachtessen packen, Reisepapiere kontrollieren und dann italienisch schlemmen. Das "La Gritta", hoteleigen, ist wahrhaft ein Erstklasslokal. Prima Qualität und super zubereitet.

09.-17.02.2002 Phuket

Flug nach Phuket. Was erwartet uns wohl? Konnte das Marina Cottage den Top-Standard halten?
Transfers und Flug klappen. Die Fahrt ins Hotel weckt Erinnerungen.
Würdiger Empfang im Hotel, mit Blumengirlanden und asiatischem Lächeln. Die Anlage scheint seit unserem letzten Besuch im November 1996 noch schöner geworden zu sein. Unser Dschungelhaus liegt sehr schön, dicht im Grün und bietet jeden - und sehr sauberen - Komfort.
Sonjas Trekking-Sandalen sind leider futsch, sie haben die halbe Welt gesehen. Neue, vermutlich nicht ganz echte Nike's erstehen wir im Dörfchen für 750 Baht, herunter gehandelt auf 250, was 10.- CHF entspricht.
Pascal der Reiseagent von Asian Tours gewinnt uns für zwei Tagesausflüge, darüber später. Wir buchen einen Tisch im "Sala Thai" Restaurant des Hotels, wo es heute Abend auch eine Folkloreshow geben soll, und ruhen uns in unserem schönen Häuschen und auf dessen Terrasse etwas aus. Wir sind glücklich und zufrieden und freuen uns auf die "Ferien" im Marina Cottage.

Leider haben wir nicht sehr gut geschlafen. Die bisherigen Reiseeindrücke rasten kreuz und quer durch die Schlafzentren unserer Gehirne. Dazu: Doppelbett anstatt "twin beds", jedes spürt jede Bewegung des andern. Und: entweder Klimaanlage laufen lassen oder schwitzen. Wir werden uns erst an die tropischen Breiten gewöhnen müssen. Das Frühstück stimmt uns auch nicht fröhlicher, da anstatt eines reichen Buffets alles einzeln bestellt werden muss. So gibt es denn auch keine Müesli und keine Früchte, weil wir uns für Fruchtsaft oder Früchte entscheiden mussten. Wir wählten den Fruchtsaft und der stammte direkt aus der Büchse!
Es geht trotzdem, unsere Nerven sind nicht ganz blank. Einen langen Tag faulenzen am Pool richtet's wieder.
Nachtessen beim "Solothurner", einem seit vielen Jahren ansässigen, sehr gut integrierten Schweizer mit Thaifrau und vielen Kindern, der im Dörfchen ein gut besuchtes, sympathisches Beizchen betreibt, das neben einheimischen Spezialitäten der Frau (Krebse, Käfer, Raupen, Skorpione usw.) auch echte Schweizerhits (Bratwurst, Älplermakkaroni, Schnitzel und Pommes-frites etc.) nebst neuesten Heimat-Nachrichten aus dem Internet anbietet. Dann unternehmen wir einen ausgiebigen Spaziergang durch das Dorf und entlang der Karonbeach. Es hat sich vieles verändert, nicht nur zum Guten. Ziemlich viele Neubauten, Lädeli, Souvenirstände und Bars. Entsprechend hat sich auch Massentourismus eingefunden. Dies gilt gottlob nicht für unser Hotel, dessen offene Anlagen durch zahlreiche Wachleute rund um die Uhr gesichert werden. Schade dass solches heute von Nöten ist, an der sympathischen Bevölkerung kann es nicht liegen!

Die zweite Nacht ist bereits viel besser. Auch beim Frühstück finden wir den Dreh: einfach in aller Freundlichkeit etwas "frecher" werden, dann klappen auch Extras.
Am Pool geniessen wir Vollmassage. Die besorgte Masseurin, übrigens immer noch das gleiche sympathische Mütterchen wie vor sechs Jahren, versteht ihren Job aus dem Effeff. Unsere Erholung ist komplett.
Abends wieder beim Solothurner. Neueste Sportnachrichten: die Olympiade in Salt Lake City hat inzwischen offenbar begonnen, die Schweiz hat bereits eine Gold- und eine Bronzemedaille (Skispringen und Halfpipe). Kleine Einkäufe im Dorf. Sonja kann ihre Vorstellung von einem echten Thaikostüm - dunkelrot oder grün, mit goldenem Elefantenmuster in Thaiseide - leider nicht verwirklichen.

Chinesisches Neujahr, das Jahr des Pferdes. Heute ist Safari. Der bestellte Weckruf für 06:30 fällt aus. Sonja erwacht zufällig um 07:00. Kurzer Zorn, beeilen, frühstücken, rechtzeitig abfahren.
Die junge Chinesin Alice, Mitarbeiterin von Ciba-China, sowie ein Ehepaar aus London sind die weiteren Safarigäste auf dem Landrover, unter kundiger Leitung unserer Reiseführerin Toi.
Nach einer Stunde Fahrt stehen wir plötzlich mitten im Dschungel. Eine einstündige Wanderung durch den Urwald über immer enger werdende Pfade und felsige Übergänge bringt uns an grossen Spinnen mit ihren taunassen, wundervoll glitzernden Netzen, an Tausendfüsslern, wilden Bienen, Krabben, Lizards und an prachtwollen Baumriesen, Pflanzen und Blüten vorbei. Sonja rutscht auf feuchtem Granit aus und verdreht sich den Fuss. Sie meint "alles halb so schlimm", die neuen Trekkingsandalen sind leider ebenso haltlos wie billig.
Weiter geht's, zur Besichtigung eines Rehabilitationsprojekts für Gibbon-Affen die verbotenerweise zu Haustieren gemacht wurden. Sie werden, nach einer interessant abgestuften, fachmännisch überwachten Angewöhnungsperiode an die freie Wildbahn, mit Erfolg auf zwei unzugänglichen, unbewohnten Inseln in Freiheit gesetzt.
Später folgt eine Kanu- und Longtail-Flussfahrt entlang von Mangrovenwäldern, Fisch- und Krabbenzuchten, dann erklimmen wir im Geländegang eine steile Bergstrasse die uns zur "Siam Safari" eigenen Elefantenranch bringt. Das Touristikunternehmen "Siam Safari" - mit dem wir augenblicklich unterwegs sind - wurde vor zwanzig Jahren von einem Engländer gegründet. Es ist für Phuket von grosser wirtschaftlicher und umweltschützerischer Bedeutung und umfasst heute 150 Mitarbeitende, 82 Geländefahrzeuge, 27 Elefanten, 3 Wasserbüffel - die leider nicht zum baden sonder lediglich zum duschen kommen - viel Land, Wald, Busch und eine Kautschukplantage. Nach dem obligaten Elefantenritt bewundern wir die Dressurkunststücke der vierjährigen Jungelefanten, speisen köstlich und lassen uns die Wasserbüffel beim duschen sowie einige abgerichtete Affen beim Kokosnuss ernten vorführen. Wir werden unterrichtet über die Herstellung von Curry, die Verwertung aller Kokosprodukte und die Aufbereitung von Naturgummi.

Kautschukgewinnung:
Ein "Gummiblätz" von 50 x 25 cm erfordert 35 Tassen Latex (von 35 Bäumen) und viel Arbeit, für den Ertrag von neunzehn Baht oder 0,75 CHF.
Die Gummibäume werden ab dem Alter von fünf Jahren während 35 Jahren angezapft. Die Schälung verheilt jeweils nach drei Jahren und kann dann von neuem beginnen. Nach 35 Jahren dient der alte Baum der Möbelproduktion und wird durch mindestens einen Jungbaum ersetzt.
Naturgummi ist erfreulicherweise wieder mehr und mehr gefragt.
Das Anzapfen geschieht am frühen Morgen, um ungefähr 02:00, da um diese Zeit der Baum noch kalt und folglich der Gummi flüssig ist.

Sonja kann leider den Nachmittag nur noch vom Landrover aus erleben. Ihr Fuss ist stark angeschwollen und schmerzt beträchtlich. Toi, als echte Thai damit vertraut, massiert den Fuss sorgfältig und äusserst gekonnt, sodass Schwellung und Schmerz einigermassen stabil bleiben. Trotzdem wird die Heimfahrt über die rohen Naturstrassen für Sonja zur Qual.
Im Hotel angekommen wird der Fuss erst einmal mit Eis gekühlt, dann lassen wir uns zur Klinik fahren. Der behandelnde junge Arzt macht einen sehr fähigen, vertrauenswürdigen Eindruck. Er stellt die richtigen Fragen, untersucht sorgfältig und exakt und diagnostiziert schliesslich eine Verstauchung; Brüche oder Splitter schliesst er aus. Wir sind entlastet, Sonja kriegt einen guten Verband, Salbe und entzündungshemmende Tabletten sowie die Ratschläge "hoch lagern und eiskühlen". Am Abend geht es schon bedeutend besser.

Während der nächsten drei Tage beschränken wir uns auf sonnenbaden, schwimmen, lesen, schreiben, Fotos begutachten, Massage geniessen, kurze schonende Spaziergänge, Nachtessen bei unserem Solothurner, wo wir auch erfahren, dass die neue Schweizer Airline "SWISS" heissen soll und dass Simi Ammann in Salt Lake City seine zweite Goldmedaille verdient habe.
Sonjas' Fuss macht gute Fortschritte. Morgen können wir wieder ins Vollprogramm einsteigen.

Diesmal klappt der Weckdienst.
Eine lange Zubringerfahrt bringt uns nach dem Nordosten von Phuket, wo wir am Pier von Kung Bay ein Sightseeingboot für ca. 25 Passagiere, boarden. In seiner Baufälligkeit wirkt der Bootssteg direkt pittoresk, das gleiche gilt für das Boot. Wir besuchen die Phang Nga Bucht mit ihren skurrilen Kalksteininseln und frischen Erinnerungen an unseren Segeltörn im November 1996 auf. Zentrale Punkte sind natürlich Ko Khao Phing (James Bond) und Ko Panyi, das schwimmende beziehungsweise auf Mangrovenstämmen erbaute Fischerdorf der muslimischen Seezigeuner, wo wir ausgezeichnet zu Mittag essen und das Labyrinth aus Hütten, Shops und Brücken erforschen. Die Fahrt zwischen all den morchelförmigen Kalksteininseln ist immer wieder faszinierend, wie auch der Blick in die Ferne mit den gegen den Horizont hin im Dunst abgestuften Inselformationen, der tropische Dschungelbewuchs sowie die vielfarbigen Felswände in rot, gelb, weiss und schwarz, die bis zu dreihundert Meter senkrecht aus dem Meer aufragen. Schade, dass viele Besucher nicht wissen, wie die Hongs - die im innern vieler Inseln eingeschlossenen, oft nur bei Ebbe durch Felshöhlen erreichbaren paradiesischen Lagunen - aussehen. Oder vielleicht besser so! Wir haben sie seinerzeit vom verankerten Segelschiff aus per Dinghy erforscht.
Der Tourismus und der Wasserverkehr haben stark zugenommen. Auch andere Segler haben die Naturpracht entdeckt. Vermutlich betrifft dies aber hauptsächlich die touristische Nordwestecke der Phang Nga Bucht. Wir durften auch die x-mal grössere Restfläche des Reviers kennen lernen.
Nach unserer Meinung zeigen die beiden Touren unseres diesjährigen Aufenthalts die Vorzüge und Schönheiten Phukets zur Genüge, wir können sie, wie auch das Restaurant des Solothurners und natürlich unser wunderbares Hotel "Marina Cottage", bestens empfehlen.

Unser letzter Tag im Marina Cottage. Frühstücken, eincremen, Strandspaziergang, Pool, Massage, packen, Nachtessen, Goodnight-drink.
Der Strandspaziergang geht fast bis zum andern Ende der Beach. Bei steigender Tide sehen wir Hunderte Krebslein in grösster Eile ihr nächst höher gelegenes Sandloch aufsuchen. Zwischendurch kühlen wir uns im Meer ab, das hier sehr frisch und klar ist. Sonjas Fuss scheint total auskuriert zu sein.
Die Massage geniessen wir ganz besonders. Das ganze Wissen und Können wird von Generation zu Generation, von den Eltern an die Kinder, meistens von der Mutter an die Töchter weitergegeben. Die kräftigende und heilende Wirkung kommt jedem Muskel, jeder Sehne und jedem Gelenk, dem Kopf, in Nacken, Gesicht, Augen, Nase, Stirn und Schläfen spürbar zugute. Und das zu 350 Baht oder ca. CHF 14.-, während einer ganzen Stunde; mit Manicure und Pedicure für weitere 250 Baht.
Gepackt ist schnell, wir sind allmählich routiniert.
Das Essen im "On the Rock" ist ausgezeichnet. grillierter Lobster bis Genug.

18.02-07.03.2002 Malaysia

Ein Flugreisetag. Wir haben sie nicht so gerne wegen dem langen Rumsitzen in eisgekühlten und dunkel verglasten Flughäfen. Wenn man rausschaut hat man das Gefühl, dass da draussen 0° und Sturm herrsche; wenn man dann endlich rauskommt empfangen einen 35 - 40° bei blendender Sonne!
Via Kuala Lumpur nach Penang wäre nicht nötig gewesen, es soll auch direkte Flüge geben. Der neue Internationale Flughafen von Kuala Lumpur ist imposant und steril-modern.
Endlich in Penang, werden wir wie immer pünktlich abgeholt und während der "rush-hour" durch die ganze Insel zum "Park Royal" an der Nordküste gebracht. Der erste Eindruck ist gut. Im Hotel reservieren wir für den nächsten Tag eine privat geführte Besichtigung der Insel.
Nach einigen organisatorischen Schwierigkeiten von Seiten des Hotels treten wir unsere Entdeckungsreise an. Das Hotel Park Royal ist übrigens modern und komfortabel eingerichtet. Mit Service, Organisation und Küche liegen die Malaysians jedoch deutlich hinter den Thai zurück!
Die Tour führt uns im Gegenuhrzeigersinn um und durch die Insel: ein Batikbetrieb, wo Sonja einen wunderschönen handbemalten Seidenrock ersteht, ein Fischerdorf mit ewiglangen, schwindelerregenden Holzstegen, eine Schmetterlingsfarm, eine Tropical Fruit Farm, Penang Hill (Habegger-Seilbahn) mit fantastischer Fernsicht über die Insel, über Georgetown und die 6 km lange Penang Brücke nach Butterworth auf dem westmalaysischen Festland sowie der Kek Lok Si Tempel: eine Riesenanlage im chinesischen Buddhastil, der grösste buddhistische Tempel in Malaysia. Die Strassen, meistens durch den Urwald geschlagen, verlaufen steil und kurvig. Wir lernen viele Baum- und Fruchtsorten kennen, vor allem aber Durianbäume die kurz vor der Blüte stehen. Ihre Frucht ist von so fauligem, unerträglichem Geruch, dass es verboten ist, sie in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzuführen. Andererseits sei sie sehr wertvoll, nahrhaft, von feinem Geschmack - wenn richtig zubereitet - und überdies als Aphrodisiakum beliebt.
Nach der Rückkehr schlendern wir noch etwas durchs Dörfchen, buchen eine Besichtigung der Hauptstadt Georgetown für morgen und wechseln Geld.

Die Stadtbesichtigung beginnt um 14:00, also bleibt uns vorher etwas Zeit für Pool und Strand. Das Meer animiert nicht zum Bade: trübes aufgewirbeltes Wasser, Quallenwarnung, viele Jet-Scooters, Paragliding und so weiter.
Die Besichtigung von Georgetown verläuft ziemlich hastig aber interessant. Die Altstadt mit je einem grossen chinesischen und indischen Viertel versetzt einen ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Die Architektur der Straits-Chinesen ist sehr bunt und verschnörkelt, auch heute noch. Viele Strassenzüge sind mit über hundert Jahre alten Häusern eingefasst. Dabei fallen vor allem die "Associations", die Clanzentren auf, die ganze Quartiere beherrschen und mit Schule, Fürsorge, Religion und sicherlich auch "Diktat" versorgen. Reiche Malereien, Stuckaturen, Stein- und Holzschnitzereien verzieren die einstmals grossartigen Gebäudekomplexe und Villen. Zahlreich sind auch noch Kolonialvillen von fürstlichem Ausmass, in sehr unterschiedlichem Pflegezustand, an den schönsten, prachtvollsten Plätzen und Uferpromenaden anzutreffen. Man kann sich die feudale Lebensweise in vergangenen Zeiten gut vorstellen.

Anderntags, pünktlich um 10:00, übernehmen wir vor dem Hotel unser Mietauto. Etwas gehemmt zu Beginn fädeln wir uns in den Linksverkehr via Georgetown und Hängebrücke nach Butterworth ein. Es klappt alles problemlos. Dann auf die Autobahn über Taiping nach Kuala Kamsar, der Königsstadt am Perak River. Die wirklich prachtvolle Ubudiah Moschee aus schwarzem und weissem Marmor mit goldenen Zwiebelkuppen auf allen Minaretten und Türmchen lässt sich leider nur von aussen besichtigen, da gerade das Freitagsgebet stattfindet. Nach unserem Gehör zu urteilen, peitscht der Imam seinen Gläubigen kräftig ein, das ganze tönt ziemlich islamistisch und die finsteren Gesichter der Massen beim Verlassen des Gotteshauses machen uns beinahe Angst. Wir fliehen zum nahe gelegenen Sultansbezirk. Hier herrschen Friede und ein kurzer Regenschauer. Leider können wir den herrlichen art-déco Palast, Istana Iskandariah, des heutigen Königs von Perak, Sultan Azlan Shah, nur durch Büsche, Bäume und Gitterzäune erahnen. Weithin sichtbar sind seine goldenen Zwiebeltürme. Nebenan finden wir dann das wirkliche Juwel, Istana Kenangan: der vormals provisorische Palast des Sultans Iskandar, der 1931 in traditionell malaiischer Bauweise wie ein Laubsägen- oder Lebkuchenhaus ganz aus Holz, Bambus und Palmblätter-Geflecht und ohne einen einzigen Nagel gebaut wurde. Hier lohnt sich eine ausgiebige Betrachtung der Bauweise, Möblierung, Wohn- und Lebenskultur, der Gartenanlagen und des darin untergebrachten Royal Museums, das die interessante Geschichte der Sultansfamilie und des Sultanats Perak lebendig erzählt.
Weiter auf der Hauptstrasse erreichen wir Ipoh, das Zentrum eines der bedeutendsten Zinnabbaugebiete der Welt. Die mittelgrosse Stadt hat ein ausgeprägt koloniales Gesicht bewahrt; heute haben wohl die Chinesen den grössten Einfluss auf das tägliche Leben. Sie spielten erst als "importierte" Lastenträger, später als kleine Grundbesitzer und letztlich als Zinnbarone die Hauptrolle im Zinnboom, seit ca. 1870 bis heute.
Das berühmte "Station Hotel" im prachtvollen Bau des maurischen Bahnhofs von Ipoh ist allerdings - entgegen diverser Reiseführer - zu meiden. Seit den guten Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts scheint es auf den Lorbeeren zu ruhen. Einige Zementsäcke und Gerüstrohre versprechen möglicherweise Besserung in vermutlich unabsehbarer Zeit.
Wir steigen im Hotel Excelsior, in der Neustadt ab. Es macht dem Namen keine Ehre. Schmuddelig, unhygienisch, hastig, oberflächlich, mit höchstens durchschnittlicher Küche. Nachtessen nehmen wir, als fast einzige Gäste im riesigen Esssaal, unter unverhohlener Beobachtung durch das ganze Personal ein und verschwinden bald einmal in unser Zimmer.

Heute fahren wir etwas weiter südlich bis Tapah und gleich weiter, nordöstlich, entlang der einzig möglichen Zufahrt, hinauf in die wunderschöne, angenehm kühle Bergwelt der Cameron Highlands auf bis rund 1'700 m Höhe. Schon die lange, kurvige und stellenweise sehr steile Bergstrecke durch tropischen Urwald ist fantastisch. Die Fruchtbarkeit des Dschungels, in Abwechslung mit vielen Gemüse-, Früchte-, Gummi-, Sago- und Kokosplantagen, offenbart sich durch dichten Bewuchs und intensive Farben und Düfte bis an den Strassenrand. Wenn nur die langsam kriechenden und stinkenden Busse und Laster nicht wären. Mit 20 - 30 kmh verbrennen sie ihr Altöl, - wenn es wenigstens Diesel wäre! Nach ungefähr drei Stunden erreichen wir endlich die Bergstationen Ringlet, Tanah Rata und Brinchang. Und unter allen Pseudo-Tudorhotels auch das Echte!
"Ye Olde Smokehouse", das prachtvolle, gut gepflegte Vermächtnis eines Plantagenbesitzers aus der Kolonialzeit. Die "Innereien" stammen aus der Zeit, aus Old England und allen damaligen britischen Besitzungen. Man könnte stundenlang erforschen und ganze Nächte in Bars und Lounges verbringen. Wir buchen für zwei Nächte und lassen uns verwöhnen. Etwas Geduld erfordern die sanitären Einrichtungen, die auch aus der Zeit stammen müssen!
Cesars salad, Waldorf salad, Filet Wellington und ein blumiger Cabernet-Sauvignon aus Kalifornien bringen uns standesgemäss ans Tagesende.

Das Schlafen mit vollem Magen bereitet etwas Mühe. Spätes Englisches Frühstück, dann auf Erkundungstour.
Die grösste Teeplantage von Russel's BOH-Tea, Sungai Palas Tea Estate, weiter oben im Tal, hat es uns besonders angetan. Nicht nur die Größe der Plantage - 1'200 ha d.h. ca. 60% des gesamten Malyisischen Tees, auf 1'500 müM - sondern auch die eindrücklich über die steilen Hügel ausgebreiteten Reihen der tiefgrünen, glänzenden Teegärten und die in deren Schatten den Boden überwuchernden Fleißigen Lieschen in allen Farben lassen uns staunen.
In der Nähe besuchen wir eine Schmetterlingsfarm wo uns der vermutliche Besitzer, ein älterer, verträumter, sehr sympathischer Malaie, in perfektem Englisch, mit großer Begeisterung alles zeigt und erklärt. Aus seinen Käfigen und Gehegen fischt er Käfer, Frösche, Riesenheuschrecken, Stab- und Gespensterheuschrecken, Wandelnde Blätter, Skorpione die er selber in der Wildnis der Umgebung gesammelt hat und uns nun "handgreiflich" vorführt. Die ganze Zeit über werden wir von den schönsten Schmetterlingen und Schaben von Handtellergröße umschwärmt und belagert. Interessant ist auch ein Revierkampf unter zwei Riesenhirschkäfern. Sie verhacken sich mit ihren Horngeweihen so, dass sie sich oft über Stunden nicht mehr lösen können. Dabei entstehen Schläge von beträchtlicher Lautstärke. Der Ausgang des Kampfes ist für den schwächeren normalerweise tödlich. Der Mann hat seinen Lebenstraum erfüllt und sich fundiertes Fachwissen angeeignet. Ein äusserst sympathisches Erlebnis!
Wir versuchen dann, nach Osten weiter zu kommen. Eine sanfte gut ausgebaute Passstrasse bringt uns in ein weites sehr fruchtbares und kultiviertes Hochtal. Nach einigen Kilometern werden wir durch dichten Dschungel zur Umkehr gezwungen. Wir müssen vermuten, dass hier ein "Durchstich" in Richtung Jelaital und Hauptstadt nicht in ferner Zukunft liegt.

Unsere Planung weist allmählich nach der Ostküste der Westmalaysischen Halbinsel. Also fahren wir auf der gleichen Strasse zurück ins westliche Tiefland, über Kuala Kamsar, wo wir uns um vierzig Kilometer verfahren, wegen der wirklich allerersten verwirrenden Richtungsanzeige im ansonsten sehr klar beschilderten Verkehrssystem Malaysias. Dann in den Norden bis Gerik und weiter, auf der Nationalstrasse Nr. 4, der großzügigen, seit 1982 erbauten Ost-West-Schnellstrasse Richtung Kota Bahru.
Wir unterbrechen unsere Fahrt am riesigen Tasik Temengur-Stausee und quartieren uns im Resthouse von Pulau Banding, auf einer Insel des Sees ein. Die Fahrt entlang der N4 ist sehr empfehlenswert, besonders beim mehrheitlich schönen und klaren Wetter dieser Jahreszeit. Die Strasse ist in ausgezeichnetem Zustand, besser als die meisten Passstrassen in Europa. Durchwegs sehr kurvenreich führt sie durch eine wunderschöne, fruchtbare Landschaft mit vorerst vielen Gummi- und Palmenplantagen die allmählich in dichten tropischen Regenwald übergeht.
Die einzige Herberge an der N4 ist sehr einfach und ohne Restaurant. Eine Durchfahrt an die Ostküste wäre zu anstrengend. Die Gäste sind grösstenteils selbstverpflegend; Einheimische auf der Durchreise oder kinderreiche Familien, die sich vor allem dem Fischen widmen. Ein gut ausgerüsteter Fischerei-Zubehörladen bietet denn auch die einzige Einkaufsmöglichkeit. Einige Snacks und Mineralwasser, dazu reichlich Lesestoff und "früh zu Bett" sind unsere Konsequenzen. Ergreifend ist jedoch die Schönheit des Sonnenuntergangs über dem vollkommen und dicht von Wald eingefassten See.

Die Reise geht weiter, paradoxerweise auf der Autobahn, durch wilden, gebirgigen Dschungel wo uns sogar ein kurzer Tropenregen erfrischt. Nach dem Überqueren des Hauptgebirgszuges, Barisan Titiwangsa, fällt die Strasse langsam ab durch scheinbar unendliche und unberührte Regenwälder bis Bata Melintang und Jeli, in die Ebene des Kelantan-Beckens.
Hier drehen wir nördlich nach Pasir Mas, einer ländlichen Kleinstadt, umgeben von Reisfeldern. In Pasir Mas sollen die hübschesten Frauen des Königreichs Kelantan leben. Wir wollen allerdings nur die Thai-Tempelanlage "Wat Uttamaran" besuchen, berühmt für die fantasievolle Naivmalerei und die vielen vergoldeten Ornamente der unterschiedlich hohen, gewölbten Dächer. Die Anlage stammt aus der Zeit um 1900 und wird von den tiefgläubigen Buddhisten der Thai-Minderheit bis heute liebevoll erhalten. Der Zwischenhalt lohnt sich.
Entlang der thailändischen Grenze, über schmale Strässchen und durch kleine Bauerndörfer erreichen wir Tumpat, Endstation der Ostküsten-Bahnlinie, mit den unvermeidlichen Eisenbahn-Verwaltungs-, Stations- und Lagerhäusern aus der Kolonialzeit und dem Neoklassizismus der Engländer. Die ausnahmslos vollständig verschleierten Schülerinnen jeden Alters mit ihren Fahrrädern auf dem Heimweg von der Schule sowie die absolute Trennung von Männlein und Weiblein auf den Strassen und Märkten erinnern uns daran, dass wir uns definitiv im streng muslimischen Nordosten Malaysias befinden, was uns "Ungläubige" etwas beunruhigt. Gemäss Informationen aus der Hauptstadt scheitern in Kelantan alle Säkularisierungsanstrengungen der Zentralregierung. Spannungen zwischen der thailändischen Minderheit, der Staatspolitik und der zu Islamismus neigenden Bevölkerung der Nordostküste sollen an der Tagesordnung sein. Wir verhalten uns also vorsichtig, suchen keine Kontakte und machen uns zwischen den Reis- und Tabakfeldern davon, an die Küste, zur Mündung des Kelantan Rivers, wo gewaltige Bauwerke zum Stauen und zur Regulierung des Wasserstandes der Landwirtschaft dienen.
In der Nähe von Kota Bahru, am Pantai Cahaya Bulan (Mondscheinstrand), beziehen wir ein für unsere Begriffe äusserst einfaches aber hier offenbar teures und modernes Hotel, das "Perdana Resort", beherrscht von grossen Spinnen und aggressiven Mücken. Am Pool kichernde, verhüllte Frauengestalten, im Pool ungehemmt-alle-frauen-anglotzende Moslem-Männer und überall herumlärmende Kinder. Unsympathisch aber relativ ruhig und direkt am Meer. Eine kurze Dorfbesichtigung in diesem Vorort von Kota Bahru gibt uns Einblick in verschiedene Gewerbe und Geschäfte, vor allem Batik in allen Farben, wirklich schöne Arbeiten. Hans-Jörg kriegt ein Hemd, bei Sonja scheitert der Kauf an den "Preisverhandlungen". Wir werden morgen weiterschauen. Das Essen ist leicht und schmeckt gut.

Uns ist eher unwohl hier. Die Anlage ist schlecht gepflegt und dem Verfall nahe. Die nächsten fünf Jahre wird der Resort kaum überleben. Wir ziehen weiter Richtung Süden. Leider finden wir die im Guide angepriesenen Kunsthandwerker nicht, dafür aber den ortstypischen Tee mit Buttermilch, ääccchhh!
Auf der ersten Teilstrecke bis Kuala Terengganu führt die wie gewohnt sehr gute Strasse durch wunderschöne, abwechslungsreiche Busch- und Dschungellandschaften, entlang riesengrosser, saftiger Plantagen für Gummibäume und Oelpalmen in allen Wachstumsstadien.
Zwischendurch erleben wir einige heftige Tropenschauer, die uns sogar zum Anhalten zwingen. Wir geniessen sie, endlich!
Die Weiterfahrt nach Chendor verläuft direkt entlang der Küste. Das Südchinesische Meer bringt starke auflandige Winde und entsprechend attraktive Brandungswellen. Fischerdörfer und Ferienresorts reihen sich aneinander. Der Begriff "Resort" wird hier für jeden Sonnenschirm angewendet. Es gibt aber kaum sehenswerte Ortschaften, Strände oder Lädeli.
Etwas enttäuscht und müde dirigiert uns Sonja letztlich doch wieder zu einem Resort. "Tanjung Jara Resort" soll typisch Malaiisch in der Bauweise und international ausgezeichnet sein . . . Wir finden ihn fast auf Anhieb, und staunen! Eine wunderschöne, bestens gepflegte Hotel-Bungalow-Anlage der obersten Güteklasse, unter Schweizer-Management, direkt an der Küste, in einem traumhaft angelegten Park mit grossem Pool und allen erdenklichen Luxus- und Komforteinrichtungen. Einen "Aufsteller" den wir uns jetzt einfach leisten! Wir bleiben zwei Nächte und schalten morgen einen Ruhetag ein; wir verzichten dafür auf den grossen südlichen Umweg über Malakka. Ausgezeichnet malaiisch Essen, gepflegt und verwöhnt werden ist angesagt.

Nach gutem Schlaf ein vollkommenes Frühstück! Dann legen wir uns erst einmal an den Pool, in dessen einer Ecke sogar eine Whirlmaschine eingebaut ist, die erholsames Dösen im sonnenwarmen Wasser mit ungehindertem Ausblick auf das Südchinesische Meer mit seiner kräftigen Brandung gestattet. Achtung Sonne! Sie ist hier besonders kräftig und unsere Winterhaut noch empfindlich.
Die Massage ist erstklassig, kräftig und gründlich. Zum traditionellen Wissen der jungen Thai kommt bestimmt eine gute Ausbildung in Anatomie.
Der Tag ist sehr warm, wir verschieben uns dauernd in den Schatten, lesen und diskutieren. Nach dem Erlebten beschäftigt uns vor allem das von Sonja bereits verarbeitete Buch über die Stellung der Frau in der islamischen Gesellschaft: "Der Himmel der Frau ist unter den Füssen ihres Mannes" von Jane Goodwin, sehr aufschlussreich!
Erneut geniessen wir ein sehr reichhaltiges, vorzüglich zubereitetes Nachtessen mit zu viel oder zu schnell getrunkenem Spitzenwein.
Wir beschliessen, am nächsten Tag direkt Richtung Kuala Lumpur weiter zu reisen.

Gute Strassen bringen uns durch die schönsten Gegenden. Der Verkehr West-Ost-West durch die Mitte des Landes ist zwar bedeutend stärker als im Norden. Der geplante Zielort Temerloh reizt uns nicht besonders. Wir fahren nach Frazer Hill, Bukit Fraser, etwa neunzig Kilometer nördlich von Kuala Lumpur, in den kühlen Bergen. Die lange Strasse hinauf auf 1'700 m, grösstenteils im Einbahnverkehr, ist schlicht traumhaft durch den Dschungel geschlagen. Etwas enttäuschend scheint uns vorerst die Höhenstation, bis sich dann auch hier wieder das vermeintliche Café "Ye Olde Smokehouse" als Hotel erweist, Schwesterhotel unserer Unterkunft in den Cameron Highlands, mit der es gut Schritt hält. Wir entschliessen uns also sofort für zwei Nächte und verschieben den Abgabezeitpunkt unseres Autos in Kuala Lumpur um einige Stunden, damit uns dann genügend Zeit bleibt um das Hotel Regent gemütlich finden und beziehen zu können.
Gutes Nachtessen, gemütliche Stimmung in der Lobby und später in der Bar vor dem brennenden Kamin, Zufriedenheit mit uns selber und ein kräftiges Guinness bringen uns rechtzeitig zu Bett.

Wir verbringen einen geruhsamen Tag in den Bergen, schlagen uns durch den Regenwald, sehen viele interessante Pflanzen und schöne Blüten, exotische Vögel mit ungewohnt melodiösem Gesang. Wir lesen, diskutieren, fotografieren und ruhen uns richtig aus.
Die frische, feuchte Höhenluft regt unser Gemüt und die feinen Küchendüfte unseren Appetit an.
Wir sind uns einig, eine sehr schöne, interessante Reise gemacht zu haben. Morgen geht's weiter, in die Grossstadt.

Die kurvenreiche Einbahnstrasse runter, Richtung Kuala Lumpur zu fahren dauert einige Zeit, ist aber sehr schön und kurzweilig. Sie führt durch den Regenwald, der bis an den Strassenrand sehr dicht und vernetzt wirkt. Im späteren Gegenverkehr kreuzen uns auf breiter, sehr gut ausgebauter Strasse die Sonntagsfahrer der Grossstadt, teilweise mit allen vier Rädern diesseits der doppelt ausgezogenen Sicherheitslinien.
Mit Glück und ohne Zwischenfälle fahren wir durch die weitläufigen Vororte. Wie werden wir in dieser Betonwüste wohl unser Hotel finden? Vorerst allgemeine Richtung Petronas-Towers, denn aus unserer Anfahrtsrichtung gepeilt, sollte das "Regent" direkt dahinter liegen. Die gewaltigen Türme sind aus vielen Kilometern Entfernung zu erkennen. Auf der enorm breiten Stadtautobahn sind die abzweigenden Querstrassen mit Namen klar signalisiert. Wir fahren auf Anhieb fast direkt vor die Hoteleinfahrt.
Nun nichts anderes als in den erfrischenden, mit Schatten spendenden Palmen umgebenen Pool auf der grossen Terrasse im dritten Stockwerk. Kaum liegen wir da, als Natalie, ihr Mann und das Söhnchen am Pool aufkreuzen, welch ein Zufall und welche Überraschung! Natalie war bis vor einem guten Jahr Berufskollegin von Hans-Jörg in Bern und ist dann dem "Schatz" aus ihren Konsularzeiten nach Kuala Lumpur nachgereist. Wir hatten vor, sie heute Abend zu kontaktieren beziehungsweise in der Grossstadt ausfindig zu machen. Aus dem "Schatz" ist ihr Mann geworden, Raghavan, tamilischer Abstammung, Director of Rooms in unserem Hotel, was wir nicht wussten. Er macht uns gleich zu V.I.P.'s, will uns gleich in einer Suite unterbringen (was wir allerdings dankend ablehnen, da wir schon gut eingeräumt sind und nicht gerne umziehen) und lässt uns im Zimmer grosszügig mit Früchten, Pralinen und Blumen versorgen. Die beiden sind echt liebenswürdig und sehr aufmerksam, wir wissen es zu schätzen. Das Hotel ist Super in jeder Beziehung und weist absolut keine Mängel auf, mit Recht hält es seinen Status als bestes Haus in Kuala Lumpur.

Am nächsten Vormittag statten wir den Petronas-Towers einen Besuch ab, zu Fuss auf lästigen Umwegen, durch Hinterhöfe, in Lebensgefahr über Strassen usw. Die Stadt ist absolut nicht geeignet für Fussgänger, hier spielt sich alles auf Rädern, mit Höchstgeschwindigkeit und ohne Rücksicht ab. Petronas-Country! Aber die 452 Meter hohen Türme des höchsten Gebäudes der Welt sind sehr eindrücklich, wie auch die unmittelbare Umgebung, Downtown, mit vielen architektonischen Unikaten und Wolkenkratzern. Nach den riesigen und extravaganten Einkaufszentren zu schliessen muss das Leben hier sehr teuer und wirklich nur auf "urban people" zugeschnitten sein.
Den Nachmittag verbringen wir, schon wieder etwas erschöpft von den unterschätzten Fussgängerstrapazen, am Pool: Ruhe, lesen. schwimmen, essen, trinken, kurzer Schwatz mit Raghavan, der für uns sogar noch Literaturnachschub organisiert.

Ohne das Klimagerät haben wir sehr gut geschlafen. Das ganze Haus ist wunderbar kühl gehalten. Wir geniessen ein reichhaltiges Frühstücksbuffet im "Terrace"-Restaurant, gleich neben dem Pool.
Ärgerlich bürokratischer Checkwechsel in der Eno Bank. Nie wieder, lieber etwas ungünstigeren Kurs im Hotel, wenn überhaupt. Die Banken ziehen sehr hohe Kommissionen ab.
Besuch einiger Craft-Centers. Faulenzen am Pool. Gegen Abend entlädt sich ein langes und heftiges Gewitter über KL. Den Besuch des Fernsehturms lassen wir deshalb aus. Stattdessen essen wir im Hotel, chinesisch im "Lai Ching Yuen", wunderbar.
Anschliessend lassen wir uns in der Lounge nieder, schlürfen Shiraz-Merlot aus Kalifornien und geniessen die live-music einer ausserordentlich guten Combo (sax: soprano, alto, tenor, ähnlich Paul Desmond, und Stan Getz; piano: zwischen Monty Alexander, Ahmad Jamal und Chick Corea; bass: Richtung Ray Brown; drums: fein, perfekter Begleiter und vocal: à la Diana Krall. Stil: Brasil, Cuba, Calypso-Einfluss). Wir könnten die ganze Nacht durch zuhören.

Heute wollen wir die Hauptattraktionen im historischen Zentrum der nur rund 150 Jahre alten Hauptstadt besuchen. Ein selbsternannter einheimischer Reiseleiter schickt uns mit einer Menge wertvoller Tipps und genialen Skizzen - die er simultan zum Sprechen, mit enormer Geschwindigkeit direkt in unseren Stadtplan zeichnet - auf die perfekte Sightseeing-"Umlaufbahn": Das Sultan Abdul Samad Gebäude, ein Juwel in maurischem Stil und eine der schönsten und eindrücklichsten Häuserfronten die wir bisher gesehen haben; der von all der "Weltarchitektur" eingefasste Merdeka Square mit dem höchsten Fahnenmast der Welt (98 Meter); die Masjid Jamek Moschee am Zusammenfluss des Klang und des Gombak, in denen sich ihre Silberkuppeln spiegeln; der Central Market; China Town; Little India; die maurische Railway Station, wie das Meisterwerk eines arabischen Zuckerbäckers und so weiter. Wir verpassen nichts, werden aber trotz optimaler Route todmüde. Vor allem China Town ist faszinierend und anstrengend, mit seinen gedrängten, teilweise fast zerfallenen, dann aber auch farbenfroh restaurierten Häuserzeilen, den unzähligen Geschäften, exotischen Düften und dauernd herumrennenden Händlern, Boten, Köchen, Putzern, Kunden ... (können Chinesen auch normal gehen?), Geplapper, Gezwitscher, Geklimper ohne Unterbruch, und die tropische Hitze!
Mit vielen neuen Eindrücken Fahren wir per Bus zurück und verbringen den Nachmittag am Pool.
Abends treffen wir uns mit Natalie, Raghavan und ihrem lebhaften Söhnchen in der Oggi-Bar zu Apéro und Schwatz. Wir verabschieden uns herzlich und hoffen, uns wieder einmal irgendwo auf dieser Welt zu begegnen. Später essen wir in der Brasserie, auch ganz gut. Den Tagesabschluss macht ein Goodnight-drink mit der gleichen phänomenalen Begleitmusik wie gestern.

Faulenzertag am Pool. Nichts Aussergewöhnliches. Gute Erholung. Abends schlendern wir durch die sehr teuren Geschäfte des "Goldenen Dreiecks", wie unser Quartier genannt wird und versuchen uns mit beschränktem Erfolg in Nachtaufnahmen, das Stativ fehlt.

Packen, Abschied nehmen vom "Regent", dem bis dahin besten Hotel, in jeder Beziehung. Transfer zum Bahnhof, zum neuen Bahnhof. Abfertigung wie auf einem Flughafen. Der Eastern & Oriental Express, eine etwas neuere Version als seinerzeit in Myanmar, entspricht vom Aussehen her etwa dem Amtrak in den USA. Pünktlicher Start und sehr langsame Fahrt Richtung Süden, durch weitläufige Vororte. Letzter Blick auf die Petronas-Towers in der Ferne. Mehrere halbstündige Unterbrechungen, den Grund kennt niemand. Unterwegs TV-Unterhaltung und Krimis. Wir bestaunen allerdings mehr die wundervolle malaysische Tropenlandschaft und die Riesenplantagen und nehmen innerlich Abschied von diesem fesselnden Land.

08.-12.03.2002 Singapur

In Johor Bahru werden wir einer sehr gründlichen Zollkontrolle unterzogen. Alles und alle müssen aus dem Zug steigen, mit Sack und Pack, durch elektronische und manuelle Kontrollstellen. Durch ein sehr langes Zollgebäude wieder zurück in den leeren Zug, bevor die Weiterfahrt über die Brücke und quer durch den Inselstaat nach Singapore City weitergeht. Auch da wieder mehrere lange Halte; inzwischen ist es Nacht geworden. Mit zwei Stunden Verspätung kommen wir um ca. 21:00 endlich an. Der gebuchte "Transit" zum Hotel ist natürlich längstens abgehauen. Einige Telefonate mit Hotel und Buchungsagent bleiben erfolglos (Wir haben keine Limousinen frei, unser Büro ist geschlossen usw.). Also mit dem Taxi ins Hotel. Müde, noch schnell ein Clubsandwich in der Lounge (die Küche ist auch schon geschlossen) und dann sofort zu Bett. Das Hotel "Merchant Court" von Swissôtel, unter Raffle's Management, soll nicht schlecht sein aber nach unserer kurzen Beurteilung schliesst es mindestens 2 Klassen unter dem "Regent" in Kuala Lumpur ab.

Nach einem bescheidenen Frühstück unternehmen wir, zu Fuss, eine gründliche Erkundungstour via Clark Quay und Stamford Raffles Landing Pier in die historische Altstadt rund um den Padang, mit ihren majestätischen Gebäuden und Anlagen: Parliament House, Supreme Court, City Hall, Victoria Theatre, St. Andrew's Cathedral, Esplanade. Padang ist die Bezeichnug für die grosszügige öffentliche Grünfläche. Neben wunderbar schattigen, erholsamen Parkanlagen finden sich hier auch die Clubs und Spielfelder für die typisch englischen Wochenend-Ballspiele Cricket, Croquet, Rugby, Football und weitere Sportarten. Uns fallen die Prachtstrassen, die vielen Bauplätze, der relativ geringe Verkehr, die vielen Grünanlagen, die gute Pflege und die Sauberkeit der Weltstadt aber auch die feuchte Hitze direkt am Äquator besonders auf.
Wenn wir schon durstig und in der Nähe sind, genehmigen wir uns in der legendären Writers' Bar des legendären Raffles Hotel andächtig einen nicht weniger legendären Singapore-Sling. Am Nebentisch unterhält sich Sir... mit seiner vornehmen Begleitung. Die Architektur, Dekoration und Eleganz des bald hundertzwanzig jährigen Etablissements erheischt auch heute noch Respekt und Bewunderung. Selbstverständlich erfreuen wir uns auch der frei begehbaren, historischen Bereiche und Parkanlagen des Hotelkomplexes, des Raffels-Museums, den exquisiten Shops, der noblen Atmosphäre.
Vom 73. Stockwerk des Westin Stamford Towers aus - die Energie zur Überwindung von 1366 Treppenstufen sparen wir für den Rest unseres Aufenthaltes auf und lassen uns in wenigen Sekunden hochliften - geniessen wir den überwältigenden Ausblick über Stadt und Staat.
Via Esplanade, Cavenagh Bridge und Boat Quai kehren wir für ein schnelles Nachtessen in unser Hotel zurück, um uns gleich noch ins "Nachtleben" am Clark Quay zu stürzen.
Ein eindrucksvoller Tag. Wir sind begeistert und erledigt!

Nachdem wir den Sonntag schlafend, lesend, schwimmend und sonnenbadend im Hotel verbracht haben machen wir uns heute an die südwestliche Seite des Singapore Rivers. Da empfängt uns eine friedlich neben- und durcheinander lebende Kulturenvielfalt aus der geschichtlichen Entwicklung des nur gut zweihundert Jahre alten Inselstaates. Dem Aufruf Raffles, den idealen natürlichen Hafen zu einem bedeutenden Handelszentrum, einer Freihandelszone auszubauen, folgten insbesondere Chinesen, Inder, Malaien, Araber, Juden und Armenier. Der Schmelztiegel, in dem alle Volksgruppen ihre fast autonomen Lebensräume erhalten haben, funktioniert in Tradition und Moderne bis heute äusserst erfolgreich. Der Staat ist von den 150 Bewohnern der einstigen Tropenwälder und Sumpfgebiete um 1819 auf heute rund 5 Millionen Bürger angewachsen. Besonders sehens- und erlebenswert sind die traditionellen Wohn- und Einkaufsstrassen in China Town, dessen Juwel unbestritten der Thian Hock Keng Tempel darstellt. Der Stadtteil überquillt vor Menschen, Hektik, Lärm und Leben.
Zu einem exquisiten China-Dinner werden wir von Ueli und Marianne, Schweizerfreunden, die seit vielen Jahren in Singapur leben, ins luxuriöse Goodwood Park Hotel eingeladen: ein weiterer Höhepunkt!

Nach langem Ausschlafen bleibt uns heute die Seaside zur Erkundung. Mit dem auf dem Singapore River üblichen Transportmittel, dem Bumboat, einem traditionellen Leichter, fahren wir ab Clarke Quay via Boat Quay, Cavenagh- und Anderson Bridge, rund Merlion, zum Clifford Pier, wo wir auf eine stattliche, bunt bemalte chinesische Barke wechseln. Sie führt uns in einer ausgedehnten Rundfahrt auf die Naherholungsinseln Kusu, St. Johns und Lazarus - sicher einen Besuch wert aber total touristisch - und über die Riesenreede - bis zum Horizont liegen die grössten Tanker, Fracht- und Containerschiffe, in jedem möglichen Zustand, wochenlang auf Warteposition - zum straff organisierten, hypermodernen, grössten Frachthafen der Welt. Er dehnt sich mit unzähligen Docks und Krananlagen über zahlreiche natürliche und künstliche Inseln aus, über Dutzende von Kilometern, und wächst unaufhaltsam. Uns bleibt die Spucke weg!
Auf dem Rückweg vom Pier über Change Alley, durch die Strassenschluchten von Raffles Place, dem eindrucksvollen Wolkenkratzer-Quartier (diese dürfen allerdings aus Flugsicherheitsgründen die Höhe von 280 m nicht übersteigen), leisten wir uns den grossartigen Ausblick vom 38. Stock des UOB Plaza Towers, diesmal von Nordwesten bis Südosten.
Nachtessen gönnen wir uns auf der Terrasse eines der vielen Spezialitätenrestaurants am belebten Boat Quay. Mit einem Nachtspaziergang auf der Orchard Road, der eleganten, luxuriösen Shoppingmeile Singapurs, beschliessen wir einen weiteren interessanten Tag.

Der letzte Tag unserer Traumreise in Asien. Sortieren, räumen, packen …
Gegen Abend lassen wir uns über die Prachtstrassen Singapurs zum internationalen Flughafen fahren. Dessen Empfangsbereich bleibt uns als grosser tropischer Garten und farbenprächtiges Schlussbild in Erinnerung.
Über Bangkok bringt uns Thai Air am frühen Morgen des 14. März 2002 zurück in die winterliche Schweiz.

>zurück nach Asien

Home | Unsere Reisen | Wir ... Kontakt | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü