Berger - Jegenstorf, Unsere Reisen


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Namibia 2009

Unsere Reisen


Der Abflug in
Zürich mit SWISS nach Johannesburg erfolgt pünktlich um 22:45. Mit der neuen Sitte, die Reservation der Sitzplätze via Internet dem Publikum freizugeben, klappt offenbar noch einiges nicht. Unsere Reservation auf konventionellem Weg wurde bereits vor vielen Monaten bestätigt, die Check-in Hostesse will davon nichts wissen und kann uns nur noch die letzten zwei nebeneinander liegenden Plätze in der 25. Reihe anbieten. In unmittelbarer Nachbarschaft vom WC-Block. Unsere penetranten Schlafbegleiter sind also Fäkalgestank, Geläufe und Geplapper in der Warteschlange.
Ziemlich erschöpft landen wir in
Johannesburg. Geldwechsel CHF in ZAR (Südafrikanischer Rand) - die Südafrikanische Währung ist in allen Staaten des südlichen Afrika genehm -, Kaffee und Weiterflug mit British Airways-Comair nach Windhoek, wo wir um 14:00 eintreffen. Kühler Wind, Sonnenschein, 25°C, angenehm.

Georg Rust von der
Ondekaremba Guest Farm empfängt uns persönlich. Wir erledigen auch hier den Geldwechsel, CHF in NAD (Namibischer Dollar, Kurs 1:1 mit ZAR) und übernehmen das übers Internet organisierte Satellite Phone bei "Be Local". Auf der kurzen Fahrt vom Flughafen nach Ondekaremba zeigt und erklärt uns Georg (ca. 70) in bestem Deutsch das Leben Namibia-Deutscher der vierten Generation in ihrer Heimat, die recht gebirgige Umgebung und das Funktionieren der Rust-Farm und des Guesthouse.
Nach dem freundlichen Empfang und dem Bezug unseres Bungalows fahren wir mit seinem Neffen gleich auf Safari. Die heute ganz auf naturnahen Tourismus eingespielte Farm umfasst grosse, mit trockenen Flussbetten durchzogene Ländereien mit eindrücklichem Wildbestand. Wir feiern auch gleich Wiedersehen mit Hartebeest, Oryx, Schakal, Strauss und vielen weiteren Antilopen- und Vogelarten.
In den heimeligen Gemeinschaftsräumen geniessen wir ein währschaftes Nachtessen mit Wildgulasch, schwerem Wein und
Amarula, unserem üblichen Gute-Nacht-Drink, bevor wir zeitig und todmüde ins Bett fallen.

Um 09:00 am nächsten Tag sind wir gut gestärkt und vorerst froher Laune, reisefertig und bereit, um vom Fahrzeugvermieter "KEA" nach Windhoek abgeholt zu werden. Ein schlecht informierter Fahrer erscheint, erst nach einem ermahnenden Telefonanruf, mit einer Stunde Verspätung und bringt uns zurück in die technisch mager ausgerüstete Wagenrücknahmestation am Flughafen, anstatt zum Hauptgeschäft in Windhoek: er hätte hier das perfekte Fahrzeug für uns, ein Upgrading ohne Zusatzkosten.
Es dauert eine weitere Stunde bis die Ausrüstung des Nissan Double Cab unseren Anforderungen in etwa genügt (Kreuzschlüssel, Highjack, zweites Reserverad, Kompressorpumpe). Wir müssen dennoch in der Werkstatt in Windhoek Halt machen um mehrere Mängel zu beheben. Bei dieser Gelegenheit können wir im benachbarten Supermarket immerhin Trinkwasser und Zwischenverpflegung einkaufen.
Zur späteren Erinnerung sei noch vermerkt, dass wir mit dem überlangen Leerweg des Kupplungspedals absolut nicht glücklich sind. Der "Mechaniker" versucht uns jedoch klar zu machen, dass das für diesen Wagentyp absolut die Norm sei. Er lässt sich nicht zu einer Probefahrt bewegen und aus Zeitnot geben wir schliesslich nach. Afrika lässt grüssen!
Etwas gestresst machen wir uns um 13:00 mit grosser Verspätung auf den langen Weg zu unserem ersten Reisehalt am Groot Waterberg. 280 km über Okahandja, Otjiwarongo und durch unbekannte Gegenden nach Norden. Vor Einbruch der Dunkelheit, spätestens um 17:00 wollen wir in der Waterberg Wilderness Plateau Lodge für zwei Nächte einchecken. Wir schaffen es dank des grossen Anteils Nationalstrasse B1 mit Asphaltbelag, der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung des Landes. Am heutigen Ziel empfängt uns wieder eine Familie Rust - ein Sohn von Ondekaremba. Seine Frau Charlotte, die souveräne Managerin des Unternehmens, ist Interlaknerin und erfreut uns mit ihrem reinen Oberländer-Berndeutsch.
Auf dem letzten Abschnitt zu unserem Bungalow auf luftiger Klippe mit eigenem Pool (Durchmesser 1,8m), einem spitzkurvigen Felsweg mit 35% Steigung (4WD, untersetzt), erleben wir zum ersten Mal einen minimen Rutscher der Kupplung, mit Aussetzer unseres Herzschlags.
Der Ausblick ist phänomenal! Die endlose, topfebene Busch- und Savannenlandschaft der Kalahari im Süden und Osten, gegen Westen durch lange Gebirgszüge mit markanten Tafelbergen begrenzt. Im Rücken, das die Ebene um rund 200 m überragenden Plateau des urzeitlichen Sandsteinmassivs, dessen mächtige Felsklippen in der Abendsonne wie reines Gold leuchten. Wir sitzen und staunen bis das ganze in die Dunkelheit versinkt.
Auch hier gutes Essen und mundige Weine.

Den nächsten Tag füllen wir mit einer mehrstündigen Buschwanderung bis zuhinterst ins Tal, zu einer Quelle unterhalb der obersten Klippen und am Fuss der Felsbastion entlang zurück zur Lodge sowie mit dem Beobachten einer abwechslungsreichen Vogelwelt um unseren Pool.
Später unternehmen wir eine Nachmittags-Safari in Richtung Kalahari mit dem Boss und seiner Tochter, die im nächsten Jahr ein Landwirtschaftsstudium an der ETH in Zürich antreten will.
Die Tierwelt zeigt sich nicht gerade präsentationswillig aber Klippspringer, eine Giraffe, ein Straussenpaar, Oryx, Springbock und einige Vögel sind vorwitzig genug. Auf dem Plateau soll es viel lebhafter zugehen, mit Büffeln, Nashörnern, Leoparden und Co. Aber zu dieser Erkundung bleibt uns leider zuwenig Zeit.
Interessanten Einblick in die Machenschaften der neueren Politik bietet ein mehrere hundert Kilometer langer und dutzende Millionen teurer Kanal, der Quellwasser von den Kupferminen in Tsumeb nach Windhoek bringen soll. Nach der Fertigstellung des Bauwerks wurde festgestellt, dass das dringend benötigte Wasser gänzlich verdunstet bevor es das Ziel erreicht. Zudem schneidet der Kanal wichtige Wildwechsel ab. Der geniale Erbauer darf sich trotzdem eines Denkmals erfreuen.

Am nächsten Morgen fahren wir bei sengender Hitze entlang des ewig langen Waterbergs nach Nordosten. Über unendliche, schnurgerade Sandpisten erreichen wir die Region von Grootfontein, besuchen den eindrücklichen Hoba-Meteoriten in den Otavibergen, wenden nach Nordwesten und nähern uns via die Bergbaustadt Tsumeb dem östlichen Zipfel des Etosha National Park. Unser Tagesziel ist die Aoba Lodge, ausserhalb des Parkeingangs, wo wir bereits um 14:30 eintreffen und durch die Manager Perry und Barbara sehr freundlich mit kühlen Drinks empfangen werden. Die ausgezeichnete Aoba Lodge - unser Heim für drei Nächte ist Bungalow Nr. 10, die Brautsuite! - ist ausserordentlich empfehlenswert in jeder Beziehung und ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen im östlichen Teil des National Parks mit der Fisher's Pan.
Mit "Pan" werden die Lehm-, Kalk- und Salzpfannen oder -Senken in den ariden Gebieten des südlichen Afrika - insbesondere der Kalahari - bezeichnet. Es sind in der Regel ausgetrocknete Binnenseen die sich nach starken Regenfällen auch wieder mit Wasser füllen können.
Der Bezug des Bungalows zieht sich etwas in die Länge: wir müssen ein fauchendes Erdhörnchen erst davon
überzeugen, dass es das schmucke Häuschen nun uns überlassen muss. Dann reicht die Zeit gerade für Kaffee mit Kuchen um anschliessend mit dem uns exklusiv zugeteilten Guide und Fahrer Samuel Elifas auf Safari aufzubrechen. Sam ist ein perfekter Führer, er versucht sich zwischendurch sogar in einem passablen Deutsch das er von Touristen aufgeschnappt hat und gut umsetzt. Wir kriegen einen prima Vorgeschmack auf den Etosha National Park, sehen in kürzester Zeit bereits vielerlei Wild und begleiten einen wundervollen Sonnenuntergang an der Fisher's Pan mit ebenso gutem Sundowner à la Champagne, neugierig beobachtet von Giraffen. Erst Monate später erfahren wir, dass Sam offiziell als bester Ranger in der Etosha-Region anerkannt ist.
Zum Tagesabschluss werden wir mit einem echten Wildmenü mit Spätzle, Rotkohl, Apfel, Dörrfrüchten, Preiselbeeren usw. überrascht. Das Dinner mit Kerzen und Holzkohlefeuer eröffnet der
Aoba Chor unter der Leitung von Elisabeth - Sams Frau, sie ist Chef de Service und die gute Fee des ganzen Lodgebetriebes. Nur eine Horde französischer Bus-Touristen stört diese Romantik. Der renommierte Keller wird durch einen vorzüglichen Cabernet-Shiraz aus Südafrika vertreten, das verhilft uns zu einem gesunden, tiefen Schlaf.

Früh morgens fahren wir auf eigenen Rädern durch das Von Lindequist Gate in den
Etosha National Park. Nach ungefähr 14 km parkieren wir bei der Verwaltung in Namutoni, unmittelbar neben dem renovierten Old German Fort und bezahlen für unseren Aufenthalt NAD 170 (ca. CHF 23). Dieser Obolus ist täglich unaufgefordert bei einem der Parkverwaltungsbüros zu entrichten, die Quittung ist auf Verlangen den Rangers im Park vorzuweisen. Soviel zur Administration. Dann sind wir frei und dürfen (fast) alle Wege, Tracks und Strassen im Park befahren. Aussteigen ist ausserhalb bezeichneter Picknickplätze aus Gründen der eigenen Sicherheit verboten.
Erster Eindruck: Gewaltig! Wir gehören zu den glücklichen Besuchern, die diese riesigen Pans zum ersten Mal in 52 Jahren mehr als randvoll mit klarem aber ziemlich salzigem Wasser bewundern dürfen. Dies ist die positive Seite der verheerenden Hochwasser der letzten drei Regenzeiten. Wir sehen ein grosses, ruhiges Meer.
Nur wenige Strecken, die wir nicht befahren können, weil sie stellenweise tiefer als 80cm unter Wasser stehen oder nachhaltig verwüstet sind, schränken unsere Bewegungsfreiheit ein. So zum Beispiel der Fisher's Pan Damm von Twee Palms nach Aroe. Die prachtvolle Aussicht vom Pan's Edge Drive, auf dem Weg zu den unendlichen Andoni-Plains im Norden, wollen wir jedoch nicht verpassen, also riskieren wir halt eben nasse Füsse. Glücklicherweise sind die Spuren der Unterwasser-Passagen recht hart und griffig, auch die Kupplung scheint sich erholt zu haben.
Viele Tiere scharen sich um die zahlreichen Wasserlöcher. Touristen gibt es um diese Jahreszeit nicht sehr viele, überall ist genügend Platz zum Beobachten "aus der ersten Reihe", auch das Savannengras steht noch nicht zu hoch.
Wir verbringen zwei sonnige Tage in diesem östlichen Teil des National Parks und beginnen bereits einige Wasserlöcher zu favorisieren. So zum Beispiel Chudop, wo die grosse Ruhe nur von handgestrickten, Flipflops tragenden, langhaarigen, in Tücher gehüllten, ewig jungen, mit vielen antiautoritär (v)erzogenen Kleinkindern gesegneten, ex-Armee-VW-Bus fahrenden, die Natur verehrenden (oder verheerenden) Schweizer-Hippies gestört wird… Oder Klein Namutoni: grossflächig, mit kleinen Inselchen, besucht von Giraffen, Oryx, Kudus, Zebras, Springböcken, Gnus in beachtlicher Anzahl und natürlich bevölkert von unzähligen Vogelarten, vom Spatz bis zum Braungeier. Andererseits finden wir total verlassene Stellen wie Groot Okevi, wo das Hochwasser ziemlich üble Verwüstungen angerichtet hat. Viele Fahrpisten werden von Zebras richtig belagert, sich Durchfahrt oder sogar Vortritt zu verschaffen wird dann zum Geduldspiel. Leider treffen wir vorerst weder auf Raubkatzen noch auf Elefanten.
Der letzte Abend in Aoba wird zu einem besonderen Erlebnis. Ranger Danny nimmt uns beide mit zu seinem Black Rhino-Experiment. Er hat vor einiger Zeit im tiefen Buschwerk der nördlich gelegenen Onguma-Hügel eine Spitzmaul-Nashorn Familie entdeckt und in respektabler Distanz von ihrem Suhl- und Badeplatz einen kleinen Hide (Hochsitz) gebaut, um das Verhalten der hier vermeintlich als ausgestorben geltenden Black-Rhinos erforschen zu können. Seine Beobachtungen will er allmählich mit ausgewählten Kleinstgruppen teilen um die Tiere an die Gegenwart von Menschen zu gewöhnen. Er möchte auf diese Weise eine weitere Touristenattraktion zugunsten der armen Bevölkerung dieser einsamen Gegend schaffen. Bis es soweit ist können noch Jahre vergehen, er spricht von mindestens fünf Jahren. Leider ist diesmal die einfallende Dunkelheit schneller als die Rhinos. Auf der Rückfahrt zum verspäteten Abendessen bestaunen wir das prachtvolle Schauspiel eines heftigen Gewitters in der Ferne. Unser Erlebnis in dieser einsamen Stille mitten im Busch bleibt trotz der ausgebliebenen Hauptdarsteller unvergesslich.
Die Franzosen sind weg. Der Aoba-Chor gibt sein Bestes. Das letzte Dinner, Elandfilet und Zebrabraten, ist köstlich. In der Nacht erreicht uns das Gewitter mit starken Regenfällen. Der Morgen erwacht in einer frisch gewaschenen Natur. Schlicht: paradiesisch!

Frühstück, Lunchpack, wehmütiger Abschied und weg nach Westen!
Zwischenhalt auf der anderen Strassenseite, in der Mokuti Lodge, wo in kempinskimanier mit weissen Handschuhen aufgetankt wird. Sogar Bezahlung mit Kreditkarte ist möglich, wenn man in der hochnoblen Lobby unterklassig, demütig und misstrauisch beobachtet zu warten bereit ist.
Die heutige Fahrt soll uns über rund 220km durch den Park zur Unterkunft für die folgenden drei Nächte, der neuen Etosha Safari Lodge bringen, bei klarem Wetter entlang der riesigen Etosha Pan nach Halali, Okaukuejo und durch das südwestliche Andersson Gate. Die Lodge liegt 9 km südlich dieses Parkgates.
Die Fahrt ist sehr interessant, zwischen "Meer" und Hügeln, Bush und Savanne. Begleitet von Springbockherden, Zebras, Oryx, Giraffen, Gnus, Warzenschweinen, Schakalen, Kapfuchs, Erdhörnchen, Mangusten, Kleinkatzen, Schwarznasenimpalas, dem zierlichen Damara Dik Dik, Kudus und weiteren Antilopen an den Wasserlöchern links und rechts der Fahrwege.
In Halali, ungefähr in der Mitte unserer Überfahrt, machen wir Picnic-Halt und nehmen deutliche Anzeichen von Massentourismus wahr, unser Zwischenhalt bleibt kurz.
Weiter westwärts verweilen wir in Rietfontein, einer sehr weitflächigen, von vielen Spuren her vielversprechenden Wasserstelle, die jedoch augenblicklich eher vereinsamt scheint. Dauernd auf Ausschau nach Elefanten und Grosskatzen fahren wir auf der Hügelroute, über Aus, Olifantsbad und Gamsbokvlakte nach
Okaukuejo, dem ältesten Touristencamp und Verwaltungszentrum des Etosha National Parks, Ausgangspunkt für unsere Erkundungsfahrten in den nächsten zwei Tagen.
Auf dem knapp 30 km langen Weg zur Unterkunft besuchen wir kurz vor dem Andersson Gate noch die Ombika-Wasserstelle. Sie wird durch Grundwasser genährt und weist saisonbedingt einen relativ niedrigen Wasserstand auf. Dichter Dornenbusch und Akazien reichen fast bis an den mit Felsbrocken übersäten Rand der Senke. Zebraherden mit rivalisierenden Hengsten sowie nervöse Gazellen, Schakale und scheue Giraffen beleben die Stimmung. Wir erklären Ombika kurzerhand zu einem der Favoriten.
Nach Ankunft in der
Etosha Safari Lodge beziehen wir Bungalow Nummer 29 (von ca. 70!) und vertreiben zur Abwechslung eine wild gewordene, stattliche Echse aus dem Schlafzimmer. Nach dem Umziehen nehmen wir den zehnminütigen Marsch zum Hauptbau zuoberst auf einem Hügel unter die Füsse und erfreuen uns der wunderbaren Aussicht auf den schier endlosen Mopane-Busch im Westen und an einem dieser typischen afrikanischen Sonnenuntegänge.
Das Nachtessen ist ausgezeichnet mit Amuse-Bouche, Vorspeise, Kürbissuppe, Kudu vom Grill, Dessert und fruchtigem Wein. Vor dem "Heimmarsch" genehmigen wir - schon aus Gewohnheit - einen Amarula und kreuzen im Licht der Taschenlampe unseren Weg mit demjenigen einer ca. 40 cm langen Stabschrecke. Nachts läutert ein heftiges Gewitter mit starkem Regen die Natur.

Nun ist das südwestliche Ende der Etosha Pan an der Reihe. Das Wetter ist sehr schön und warm. Der tiefblaue Himmel wird durch weisse Wolkentürme zum Charakterbild. Beim Frühstück gibt uns ein lokaler Guide Tipps: in aller Frühe seien am Leeubron-Wasserloch dreizehn Löwen gesehen worden und eine stattliche Elefantenherde besuche täglich um 13:45 Rietfontein.
Zuerst suchen wir noch einmal Ombika auf, das Zebras und Giraffen offensichtlich auch am Morgen gut besuchen. An der grossen Okaukuejo-Wasserstelle finden wir nebst einem einsamen, Enten jagenden Schabrakenschakal nur Touristen. Hier muss es nachts, mit Beleuchtung, am interessantesten sein, wenn wir leider ausserhalb des Parks sind.
Wir fahren schnell weiter nach Leeubron: Keine Seele! Nur ein von Löwen niedergetretenes Savannengras-Nachtlager. Halt … da liegt die letzte grosse Löwin, vollgefressen unter einer Akazie. Sie erhebt sich langsam, schaut uns uninteressiert an und begibt sich gemütlich auf die Verfolgung ihrer Sippe.
Bei Okondeka erreichen wir den westlichen Rand der Etosha Pan, auch hier geht flimmernder Sand direkt in Wasser über und bildet Fata Morganas. Das Wunder aber sind die Tiere: Tausende! Grosse Herden aller Steppentiere, Strausse, Schakale, soweit das Auge reicht. Vermutlich sind die Löwen auch nicht weit.
Leider dürfen wir die Strecke nach Adamax und Natco nicht befahren, sie ist wegen Hochwasserschäden gesperrt. Also fahren wir zurück nach Leeubron und von dort zwei Stunden westwärts bis zur Strassensperre von Ozonjuitji m'Bari am Charl Marai Dam. Hier kommen nur Namibia-Guides mit Speziallizenz weiter. Die Strasse führt in besonders geschützte Siedlungs-, Landwirtschafts- und Bergbaugebiete innerhalb des Parks, was das auch immer bedeuten mag… Uran? ... wie an vielen weiteren Stellen hinter dem Küstengebirge?
Die ganze Strecke zurück nach Okaukuejo, mit Abstechern in den sogenannten Märchenwald und in den Grünwald führt durch eine riesige, flache Savanne mit vereinzelten Akazien und Dornenhecken. Grosse Zebra- und Springbockherden, Erdhörnchen, Mangusten und vermutlich zahlreiche Reptilien. Und, wie überall im Etosha National Park, die vielen Vögel mit Geschrei und Gezwitscher: die omnipräsenten
Perlhühner und Tauben, Tokos, Riesentrappen, Sekretäre, Frankolins, Reiher, Gänse, Enten, Gabelracken, Webervögel, Bülbüls, Bienenfresser, Glanzstare, Lerchen, Schildraben, Falken, Sperber, Habichte, Adler, Geier und viele andere.
Im Camp von Okaukuejo treffen wir Bekannte aus der Aoba Lodge zu einem Bier. Interessantes Gesprächsdetail: Sie haben heute in Rietfontein, um 14:00, eine Elefantenherde beobachtet. Uns ist das Ziel für morgen sofort klar.
Das Nachtessen in der Safari Lodge verdient Erwähnung: Kudu-Carpaggio als Vorspeise, Wild-Kebab-Spiess mit je einer Riesenportion Eland, Kudu und Strauss, mit Gemüse, Dessert, Wein und Amarula.
Wir haben inzwischen dermassen genug von Fleisch, dass wir für morgen einen Gemüseteller solo bestellen, zur Verwunderung von Personal und Chef de Service; das können sie nun wirklich nicht verstehen!

Heutiges Ziel: Elefanten! Nach dem schon traditionellen Antrittsbesuch in Ombika besuchen wir weitere Wasserlöcher im hügeligen Hinterland von Olifantsbad und Aus, fahren runter nach Okaukuejo um unsere tägliche Eintrittsgebühr zu entrichten und weiter, entlang der "Küste" nach Nebrownii, Kapupuhedi, Ondongab, Homob, Sueda, Salvadora und Charitsaub. An diesem strahlenden Tag bekommen wir wieder vieles zu Gesicht, darunter auch Elefanten und Löwen.
Wir richten uns rechtzeitig zum Empfang der Elefanten in der Frontreihe von Rietfontein ein. Um 13:15 sind wir bereit, Augen, Feldstecher und Kameras auf die vermutliche Triumphallee gerichtet. Zum Empfangskomitee gehören Giraffen, Verschiedene Antilopen, Warzenschweine, Braungeier, Kuhreiher, Schildraben. Wir alle warten … fünf Minuten … zehn Minuten… die Spannung wächst.
Dort! - etwas rechts! - kommt Bewegung in die Kulisse. Pünktlich um halb zwei beginnt der grosse Auftritt: Vorab die imposante Matriarchin, gefolgt von Schwestern, Töchtern, Söhnen und Babies verschiedenen Alters und jeder Grösse, ordentlich in einer gleichmässig trottenden Kolonne. Drei oder vier weitere Fahrzeuge kreuzen auf, alle richten sich schnell auf die neue Szenerie aus. Ein Esel (auch solche gibt es hier, wenn auch vorwiegend zweibeinige) lässt seinen Jeep weiterheulen während die Matriarchin das Wasser kostet und ihre Familie zum Trinken einlädt. Die restliche Tierwelt zieht sich respektvoll auf die Nebenschauplätze zurück. Aus Trinken wird bald einmal Dusche, Bad und ausgiebiges Spiel. Auch der Esel drosselt endlich seine Maschine. Das Schauspiel ist herrlich. Drei Halbwüchsige üben sich ziemlich ernsthaft und bedrohlich im Bullenkampf, bis eine kräftige Tante sie auseinander treibt und zur bereits wieder abtrottenden Kolonne beordert. Das Ganze dauert ziemlich genau eine halbe Stunde; für uns dürfte es stundenlang so weitergehen!
Auf dem Rückweg halten wir nochmals nach einem prächtigen Löwen bei Charitsaub Ausschau. Sonja entdeckt ihn tatsächlich, gut getarnt in einem grossen blühenden Feld. Ein geniales Etosha-Abschiedsbild!
Zum Nachtessen wird uns ein wirklich schöner, reichhaltiger Gemüseteller gereicht. Auf Wein und Amarula verzichten wir natürlich nicht, von jetzt an aber - mindestens vorläufig - auf Malaria-Prophylaxe, denn es geht in den Süden.
In dieser neuen Lodge der Gondwana Collection beurteilen wir die Lage, die Küche und die Freundlichkeit des Personals als sehr gut, die Anlage jedoch als unpersönlich, zu gross und unfertig, so fehlen beispielsweise noch Geländer an den Veranden, teilweise Armaturen an Türen und Fenstern, die Dächer sind noch nicht dicht und sturmsicher, die Zufahrtswege müssen planiert und drainiert werden.

Wir fahren heute ins wilde
Damaraland.
Vor dem Verlassen der Lodge fällt mir im curio shop ein Buch auf "In Bushveld and Desert: A Game Ranger's Life" von Christiaan Bakkes. Laut Umschlag handelt es sich beim Autor um einen jungen Ranger, der im südafrikanischen Kruger National Park beim Angriff zweier Krokodile seinen linken Arm verloren hat. Seine Publikationen seien dermassen hinreissend, dass man bereits von einem "südafrikanischen Hemingway" spreche. Warum wir das Buch nicht gekauft haben weiss ich nicht. Jedenfalls werden wir noch darauf zurück kommen.
Die Fahrt in die felsigen Ugab Terraces mit der Vingerklip unterbrechen wir in
Outjo, einer mittelgrossen Versorgungsstadt und Bahnendstation, 110 km südlich des Etosha National Parks. Wir ergänzen unsere Vorräte, organisieren dafür eine grosse Kartonschachtel, damit sie nicht immer wieder auf der ganzen Brücke unseres Pickups rumgewirbelt und total verstaubt werden, bevor wir den deutlichen Haken nach Westen auf die C39 schlagen.
Die richtige Abzweigung führt uns auf einer ziemlich ausgeschlagenen Naturstrasse direkt zum weithin sichtbaren Felsenfinger in der Mittagssonne. Die Gegend erinnert an Monument Valley in Arizona und Utah USA.
Etwas schwieriger wird es, die Lodge auszumachen, vor allem wenn man das falsche Eingangstor erwischt und auf dem trockenen Flussbett, entlang der Innenseite des Wildzauns des grossen Besitzes, die richtige Gästeeinfahrt sucht. Wir finden sie, schaffen die Böschung - mit neuerlichem Rucken in der Kupplung - und fahren in einen veritablen Garten Eden ein. Dieser Vergleich muss einfach sein!
Die Vingerklip Lodge (wir werden drei Tage hier logieren) mit ihren etwa 15 Bungalows und Dienstgebäuden fügt sich im Sattel zwischen zwei Tafelbergen vollkommen harmonisch in die Buschlandschaft ein, durch die tiefen Reetdächer bleibt sie von der etwa zwei Kilometer entfernten Strasse aus beinahe unsichtbar. Die Anlage macht einen sehr gepflegten Eindruck inmitten einer einmaligen, tropischen Blumenpracht. Die Gastgeber empfangen uns mit äusserster Freundlichkeit, offerieren uns kühlende Drinks und begleiten uns zum komfortabel eingerichteten Bungalow auf der westlichen Flanke des Sattels, mit einem faszinierenden Ausblick auf die ockerfarbenen Felsmassive der Ugab Terraces. Vollkommen entspannt erholen wir uns am Nachmittag auf der Terrasse unseres schmucken Heims, mit Sonnenbaden, Tier- und Vogelbeobachtungen und Lektüre. Das Top-Erlebnis ist die Beleuchtung der Felsmonumente bei untergehender Sonne.
Küche und Buffets entsprechen noch nicht ganz dem himmlischen Standard. Das bleibt aber eine kleine Sorge und ist mit dem "Gute-Nacht-Schluck" vergessen.

Nach einem zeitigen Frühstück treten wir die Fahrt ins tiefere Damaraland an. Kurz nach
Khorixas (hier unbedingt volltanken!) wird die C39 zur Naturstrasse mit zunehmend abenteuerlichem Charakter je weiter wir in den Westen kommen. Hier mehren sich ausgebrochene Strassenränder und Flussquerungen, Engnisse und rutschige Kurven. Auch ist auf Eselskarren einsamer Marktfahrer zu achten, die sich gemütlich von Nirgendwo nach Irgendwo bewegen und zu freundlichen Begegnungen führen.
Als Höhepunkte des heutigen Tages besuchen wir die Stätten des ver-steinerten Waldes, wo fossile Urwald-Stämme aus Angola seit Jahrmillionen liegen, zwischen denen über tausend-jährige Welwitschia-Mirabilis wuchern sowie der urzeitlichen Felsgravuren im Tal von Twyfelfontein. Sie zeugen eindrücklich von der natürlichen und der kulturellen Vergangenheit im ehemaligen Lebensraum des Volksstammes der Damara.
Über echt fordernde Wegverhältnisse, in ungefähren Himmelsrichtungen, erkunden wir die fantastische Bergwelt und kehren nach einem hinreissenden Tag zu den Vingerklips zurück, nicht ohne in Khorixas erneut aufzutanken und festzustellen, dass der freie Weg des
Kupplungspedals eher noch etwas länger geworden ist. Aber wir werden's schon schaffen.

Am nächsten Tag schlafen wir aus und wandern später durch dornigen Bush rund um eine der grossen Klippen. Tiere sehen wir leider keine, es soll da aber diverse Antilopen, Elands, Zebras und zwei Giraffen geben. Wahrscheinlich machen sie bereits Siesta.
Nachmittags ist faulenzen auf der Terrasse angesagt. Gegen Abend und nachts wüten heftige Gewitter und tropische Regenschauer, dazwischen leuchten wunderschöne Regenbogen auf.

Um 07:00 starten wir zu einer der längsten Etappen, 480 km, nach Cape Cross.
Zuerst tanken in Khorixas, dann weiter Richtung Twyfelfontein und immer auf der C39 bis zur Abzweigung nach Palmwag, hier westlich weiter an die Skelettküste. Das "Springbok Gate" zum
Skeleton National Park passieren wir um 11:00.
Torra Bay Camp ist um diese Jahreszeit geschlossen, also biegen wir direkt nach Süden ab, frontal in einen Sturmwind, der Filmen und Fahren merklich beeinträchtigt. Eindrückliche Gebirge, weisse Dünen, Salzpfannen, riesige Sandebenen und natürlich die rauhe Atlantikbrandung säumen die ewigschnurgerade pickelharte Salzpiste, die gelegentlich schwierig zu erkennen ist. In einer "Wettfahrt" mit einem Enduro-Motorradclub aus Südafrika überholen wir uns gegenseitig mehrmals. Wir hätten natürlich keine Chance, wenn die harten Kerle nicht in regelmässigen Abständen Räder oder Reifen wechseln, die ausgetrockneten Kehlen spülen oder sich in der Leaderposition abwechseln müssten. Ihr Werkstattwagen bietet von der Wasserflasche bis zum kompletten Ersatz-Motorrad alles!
Trotz unwirtlicher Öde finden sich bei näherem betrachten der Umgebung die meisten Farbtöne zwischen weiss und schwarz, ja sogar leuchtende Blüten und Grasbüschel. Bei der Mündung des ausgetrockneten Ugab verlassen wir den National Park um 14:00 und wechseln in die "National Westcoast Tourist Recreation Area".
Landschaftlich wenig verändert zieht sich die C34 weiter nach Süden. Die Farben der Küstenregion wechseln von grau-weiss zu ocker, braun, rot und schwarz. Der Atlantik ist sehr aufgewühlt grau, passender Hintergrund für die wenigen noch nicht total zerschlagenen und durchgerosteten Schiffswracks. Landseitig liegen Wracks von verlassenen Öl-Bohrtürmen und Bergbaumaschinen. Menschenwerk hat hier keine Zukunft.
Selbst die vereinzelten Feriencamps und seltenen Tankstellen scheinen zu zerfallen bevor sie richtig genutzt werden; vielleicht ist diese Festsstellung nur saisonbedingt. Die Küste trägt ihren Namen zu Recht!
Bei unserer Ankunft in der
Cape Cross Lodge steht die Sonne schon tiefer.
Es wird allmählich sehr kalt. Starke Winde und Sturmböen peitschen den Ozean. Die wilde Brandung donnert gegen die felsige Küste. Ein feuriger Sonnenuntergang verklärt die Szene.
Wir geniessen ein ausgezeichnetes Essen, perfekt serviert von der heimwehgeplagten Felicity aus Khorixas. Ein durch ihren verwöhnten "Gof" versklavtes Ehepaar bildet neben uns die einzige Gästeschaft. Um 20:00 sind wir im Bett und fallen sofort in tiefen Schlaf.

Ein Riesen-Frühstücksbuffet, für 5 Personen!
Um 09:00 fahren wir zuerst zur Seelöwen-Kolonie. Wir lassen uns beeindrucken von über 50'000 Pelzrobben und deren Parfum. Auch Schakale sind da, beinahe in Mengen, und suchen nach niedlichen, unbewachten Robbenkindern. Selbstverständlich lassen wir auch das Nationaldenkmal, dem Cape Cross den Namen verdankt, nicht ausser acht. Hier hat der Seefahrer Diego Cão 1486 für Portugal ein Steinkreuz gesetzt.
Allmählich zivilisiert sich sie
Skelettküste, die Strecke ist jedoch neblig, die Piste glitschig. Vorsicht!
Wir nähern uns
Swakopmund.
Sam's Giardino, wo wir für zwei Nächte absteigen, finden wir ohne Mühe. Sam ist Samuel Egger, etwas jünger als wir, aufgewachsen in Langnau im Emmental, wo auch ich aufgewachsen bin. Er ist ein leidenschaftlicher Gourmet und Weinsammler (Vinothek im Hauptgebäude, separat gebautes, klimatisiertes Weinlager im Hinterhof), ehemaliger Hotelier in Zürich, den es nach Südafrika gezogen und letztlich nach Namibia verschlagen hat, zur Gründung seines eigenen Unternehmens. Seit 1995 verbessert und erweitert er sein gediegenes Hotel in einer schönen Gartenanlage, das heute zur grossen Freude des Junggesellen und seiner Gäste einen sehr hohen fachlichen, qualitativen und gemütlichen Standard erreicht hat.
Swakopmund, kurz definiert, ist eine von der Namibwüste total eingeschlossene, liebevoll gepflegte deutsche Kleinstadt aus dem "fin de siècle" mit schwarzer Bedienung. Kaffee und Kuchen, Souvenirs, Photoshooting, Flanieren. Wir buchen eine Desert Adventure Tour für den nächsten Tag.
Das Nachtessen: 5 Gourmet-Gänge bei Sam. Auserlesene Weinproben. Gutes Gespräch in Berndeutsch über Langnau, Namibia und die Welt.
Es ist immer noch kalt, schliesslich ist hier Winter, aber Sam's Giardino verfügt über eine fest eingebaute Heizung, was hier sehr selten sei. Wir schlafen sehr gut.

Super Buffet-Frühstück mit allem Drum und Dran. Sam setzt sich mit seiner grossen Kaffeetasse zu uns und gibt interessante Tipps zum weiteren Verlauf unserer Reise. Um 08:00 holt uns Dave zu seiner Landrover Tour in die Namibwüste ab. Fünf Minuten vom Hotel entfernt sind wir bereits mittendrin. Der autodidakte Biologe gibt sehr umfassende Informationen und Einblicke ins Leben in der Wüste: Spinnen, Käfer, Chamäleons, Echsen, Schlangen, beinlose Echsen, Pflanzen, Mineralien, bis zum frühen Nachmittag, mit anschliessender Demo seiner 4x4 Fahrkünste und der Fahrmöglichkeiten im tiefen Sand und über steile Dünen.
Der Tag verklingt ähnlich wie gestern. Wir sind hier wunderbar verwöhnt worden und haben Sam dafür ein Stück alte Heimat bringen können.

Nach kurzem Zwischenhalt in Walfis Bay mit dem bedeutendsten Seehafen Namibias, machen wir uns auf zur Weiterfahrt auf der C14 zum Namib Naukluft National Park. Dabei queren wir den Kuiseb-Pass, mit "Passtiefe" statt Passhöhe. Der Kuiseb-River bildet hier einen zerklüfteten Canyon, den wir auf abenteuerlicher, zeitweise abgebrochener Piste kreuzen um auf der anderen Seite wieder aufs Plateau zu gelangen. In Solitaire ist Auftanken das wichtigste. Der einsame Ort mit sechs Einwohnern ist die einzige Versorgungsstation im Dreieck Walfis Bay-Windhoek-Sesriem. Kaffee und Kuchen sowie das Ergänzen der Wasser- und Proviantvorräte gehören selbstverständlich dazu. Für Auge und Gemüt lohnt es sich, dem Mix zwischen Outback, Wildwest und Ende-der-Welt eine Pause zu gönnen.
Kurze nach Solitaire wechseln wir auf die C19 und fahren noch rund 40 km - links die mächtige Naukluft-Bergkette und rechts die gelb-rote Namib-Wüste - bis zur Namib Desert Lodge, wo wir uns für drei Nächte einrichten. Mit Tagebuch schreiben, Curio-Shop durchstöbern, Lesen, Ausruhen und Apéro lassen wir den Nachmittag ausklingen. Nachtessen teilen wir mit französischen und deutschen Eintags-Touristen, die in Bussen angeliefert werden und für eine kräftige Lärmkulisse sorgen. Unser Chalet (Nr. 70!) steht gottlob etwas abseits. Die Nachtruhe wird mehrmals durch Schüsse oder ähnliche Geräusche unterbrochen. In der Früh zeigt sich der Grund: Akazien-Schoten auf dem Blechdach!
Die Anlage, auch wieder ein Glied der Gondwana Collection, ist komfortabel eingerichtet und am Fusse von versteinerten roten Riesendünen sehr schön gelegen aber für unseren Geschmack zu gross und auf Massentourismus ausgelegt, was man vor allem in Sachen Küche und Essensabfertigung merkt. Das Personal ist jedoch sehr freundlich und hilfsbereit.

Mit Kaffee und Lunchpacks versorgt begeben wir uns um 05:00 auf den 60 km langen Weg nach Sesriem. Das Gate zum spektakulären Dünental wird um 06:15 geöffnet. Wir tanken und schaffen es weit nach vorne in der wachsenden Kolonne. Die nächsten 60 km bis Sossusvlei, abwechselnd flankiert von den roten Riesendünen und resedafarbenen Grasebenen sind wunderschön. Gute Bilder mit scharf gezeichneten Dünenkämmen sind nur bei aufgehender Sonne möglich. Ab Mitte Vormittag steht die Sonne zu hoch und die Kontraste sind weg. Die sternförmig zur hintersten Salz-Ton-Pfanne (Vlei) des zurzeit trockenen Tsauchab (Sossus = blinder Fluss) fliessenden Sanddünen mit ihren elegant geschwungenen Kämmen sind äusserst beeindruckend. Die unterirdische Feuchtigkeit nährt Akazien, Gräser und Büsche. Ganz im Gegensatz dazu ist die von Sanddünen vollständig eingeschlossene Deadvlei absolut trocken und tot. Schwarze Ruinen von Akazien vermitteln einen gespenstisch-faszinierenden Eindruck. Nach einer Dünenwanderung fühlen wir den Sandstaub bis unter die Kleider. Unsere Rangerboots eignen sich einmal mehr perfekt.

Zum fahrerischen Höhepunkt unserer Namibia-Reise:
Zwanzig Meter vom nächsten Schattenparkplatz in Sossusvlei entfernt geht plötzlich nichts mehr. Der Wagen bockt. Der Motor wird abgewürgt. Das Kupplungspedal tritt leer durch. Die Schalthebel sind blockiert "in the middle of nowhere!". Wir staunen einander an, was nun? Zuerst die Fassung wieder erlangen, die Gedanken ordnen, Motor, Getriebe und Kupplung abkühlen lassen. Die Aussentemperatur steigt bereits deutlich über dreissig Grad. Ist das der grosse Moment von Sonja? Sie hat nämlich die Mitnahme eines Satelliten-Telefons durchgesetzt.
1. In den Schatten: Der Motor lässt sich anschalten. Die Schalthebel lassen sich inzwischen wieder bewegen. Die Kupplung scheint vom Getriebe gelöst zu sein, stinken tut's nicht. Gänge lassen sich allerdings nicht mehr einlegen. Die Kupplung ist futsch. Wir können den Wagen auf der leicht abschüssigen Ebene in den Schatten rollen.
2. Hilfe organisieren: Tourguides, Bus- und Safarifahrzeugführer sind sich sofort einig, dass wir aus dem Tal nach Sesriem, zur nächsten Autowerksstatt geschleppt werden müssen. Ein Schleppseil hat keiner dabei! Dank Satelliten-Telefon können wir bei KEA in Windhoek ein Ersatzfahrzeug der gleichen Kategorie anfordern. Es werde bis heute Abend 18:00 für uns in Sesriem bereitstehen, die Equipe werde unverzüglich losgeschickt und wir würden in den nächsten zwei Stunden durch einen lokalen Garagisten nach Sesriem abgeschleppt werden … wird uns hoch und heilig versprochen. Wir staunen ob solcher Effektivität und warten. Gottlob gibt's Schatten, unsere Lunchpakete und genügend Trinkwasser.
3. Warten I: Wir warten und warten. Die letzten Gruppen verschwinden langsam aus dem Tal.
Wir telefonieren erneut mit KEA. Es sei alles im Gange. Unser neues Fahrzeug sei unterwegs nach Sossusvlei. Aber der Schlepper müsste schon lange bei uns sein. Geduldig warten wir weiter.
4. Transfer I: Nicht ein Automechaniker sondern ein junger Guide der exquisiten Sossusvlei Lodge in Sesriem kreuzt auf mit seinem Safarifahrzeug und nimmt uns in Schlepp. Das etwas schwache Gefährt keucht im Fussgängertempo Steigungen hoch und rast talwärts. Wir bezweifeln, dass der Mann am Steuer schon je abgeschleppt hat. Dazu kommt, dass uns das breite Vehikel die ganze Sicht nach vorne raubt, dass wir auch keinen Sichtkontakt zu ihm oder zu seinem Rückspiegel haben und dass die vereinbarten Hupsignale für bremsen, anhalten und losfahren durch das Geknatter kaum hörbar sind; wenigstens funktionieren seine Bremslichter. Für uns ein rechtes Stück Arbeit in blindem Vertrauen. Wir schaffen es!
5. Warten II: Einfarbig vom Staub dürfen wir in der Freiluft-Lobby der Lodge Tee trinken, einmal mehr misstrauisch beobachtet von Personal und schmuckbehangenen Gästen. Die lodgeeigene Adventure-Agency hilft uns weiter. Auf mehrmalige Anfrage bei KEA hin erfahren wir endlich, dass der Ersatzwagen erst heute Abend in Windhoek verfügbar werde, aber morgen, pünktlich um 09:00, in der Namib Desert Lodge bereitstehen werde. Unseren Transport in die Lodge müssten wir selber organisieren und die Kosten für Abschleppen und Transfer bitte vorerst einmal übernehmen.
6. Transfer II: Der Boss der Sossusvlei Lodge fährt uns persönlich zur 70 km entfernten Namib Desert Lodge zurück. Eine wunderschöne aber sehr rasante Fahrt durch Sonnenuntergang und Dämmerung. Bei einem kühlen Bier mit den beiden Lodge-Managern und einigen alterfahrenen Guides werden die anstehenden und möglichen Verbesserungen sowie die Unzulänglichkeiten der touristischen Dienstleistungen in Namibia kritisch erörtert. Uns bleibt nur zu staunen und die Runde zu begleichen.
7. Story: Vor dem Schlafengehen notieren wir, in Erwartung etwaiger Diskussionen und Schwierigkeiten bei der Abrechnung mit KEA, die Kupplungsgeschichte und die heutigen Vorfälle bezüglich unseres Fahrzeuges haargenau in deutsch und englisch. Die Gedanken drehen weiter, der Schlaf kommt zu kurz.
8. Transfer III: Um ca. 09:00 kreuzt der neue Wagen mit Fahrer, Chefmechaniker und Ersatzkupplung tatsächlich auf. Das Reparaturfahrzeug liegt aber in Sesriem. Also fahren wir erneut nach Sesriem, wo wir mit dem letzten Benzintropfen gerade noch bis zur Zapfsäule rollen.
9. Finale: Das Pannenfahrzeug haben wir am Vortag vollgetankt. Wir müssten hier gemäss Mietvertrag ein ebenfalls vollgetanktes Ersatzfahrzeug übernehmen können. Die armen Schlitzohren von KEA geben aber fast weinend zu Protokoll, dass sie von der Firma keinen Cent Reisegeld miterhalten hätten. Also bleibt uns nichts anderes übrig als einen weiteren Vorschuss für die Betankung von immerhin 140 Liter Kraftstoff zu leisten. Jedoch bescheinigt der Fahrer die Sachlage mit seiner Unterschrift bevor wir uns gegenseitig verabschieden.
Die Übung hat gerade mal 24 Stunden gedauert. Das neue Fahrzeug ist in gutem Zustand, fühlt sich gut an und verfügt scheinbar über eine neue Kupplung (schon wieder eine … scheint hier alltäglich zu sein!). Die notierte Story wird sofort ergänzt und zur geistigen Entlastung bis zur Wagenrückgabe vergessen!

Da wir schon hier sind, durchwandern wir noch den Sesriem Canyon. In der Folge von seltenen aber sehr kräftigen Regenfällen im Naukluftgebirge hat hier der üblicherweise ausgetrocknete Tsauchabriver während der letzten zwei Millionen Jahre einen tiefen Graben ins Sedimentgestein gefräst. Die senkrechten, zerklüfteten Canyonwände beweisen die Gewalt reissenden Wassers sehr eindrücklich. Eine wohlorganisierte Touristen-gruppe fällt ob einer ungiftigen Sandschlange in Histerie. Dann nehmen wir die Strecke Sesriem - Namib Desert Lodge zum vierten mal unter die Räder.
Wir sind erleichtert und schlafen diese Nacht gut durch.

Um 09:00 verlassen wir die Namib Desert Lodge und fahren via Sesriem (zum fünften Mal, diesmal mit Sonja am Steuer) in die Tsarisberge zur Zebra River Lodge. Eine sehr schöne Fahrt durch wilde, einsame Täler und über holprige Pässe. Die Zufahrt zur Lodge ist ein 5 km langes Bachbett und nur mit 4x4 machbar. Die Lodge liegt sehr einsam, sehr ruhig, ist sehr gemütlich, ländlich und heimelig eingerichtet, etwas renovationsbedürftig, verfügt über erstklassige Fachbücher der hiesigen Flora und Fauna. Die einzelnen Bungalows sind eigene kleine Kolonialstilvillen. Die Menschen sind sehr liebenswürdig und hilfsbereit. Die Lodge wurde eben verkauft. Der neue Besitzer übernimmt in einigen Wochen; ein ehemaliger Hotelier aus Windhoek. Er will viel investieren, einschliesslich einer Lizenz für scenic flights. Der Airstrip ist bereits in Betrieb. Der alte Besitzer ist heute zum letzten Mal da. Ab morgen leitet das zukünftige Pilotenpaar die Lodge bis zur Übernahme. Sie und er sind junge Architekten aus Holland, die seit Oktober 2008 in Namibia leben und mit der Lodge von mehreren Besuchen her schon gut vertraut sind.
Nachmittags wandern wir zum einzigen Köcherbaum auf dem fast höchsten Punkt des 16'000 ha-Anwesens. Von hier lässt sich das
Tsarisgebirge wunderbar überblicken.
Alle ca. 20 Gäste und das Managerpaar essen abends zusammen. Gute einheimische Küche, einheimischer Wein aus der nahen Neuras-Winery. Nach einem sehr gemütlichen Abend schlafen wir in unserer verfallenden Villa herrlich.

Ausschlafen. Das heisst, erst um 08:00 frühstücken. Wir leisten uns einen sorgenlosen Ruhetag mit Lesen und Vögel beobachten und erkennen, mit Hilfe des hervorragenden Fachbuches "Robertson's Birds of Southern Africa" mit mehrsprachigen Indexen. Dann erkunden wir die ganze Anlage, essen Lunch am Pool, schreiben Tagebuch, sichten Foto- und Videomaterial. Das Nachtessen verläuft wie gestern. Wir bestellen ein Breakfastpack für die 500 km-Fahrt am nächsten Tag, packen und schlafen gut.

Abfahrt um 07:00. Sonja übernimmt die harte Berg- und Talfahrt. Wunderschönes Wetter, wunderschöne Landschaft. Rotblaue Bergketten und grüngelbe, breite Savannentäler. Ungestörtes Frühstück auf der Kreuzung D831/C19. Besuch auf Schloss Duwisib. Da hat sich ein deutscher Baron 1909, in einem einsamen Tal am östlichen Rand der Namib Wüste, inmitten riesiger Kameldornbäume eine mittelalterliche Burg hinstellen lassen. Die Baumaterialien, Möbel und Einrichtung wurden aus Deutschland importiert und von Lüderitz mit Ochsengespannen 600 km durch die Wüste geschleppt!!
Mittags gibt's Applepie und Kaffee in
Helmeringhausen, eine sehr schöne rote Tigerkatze streicht uns um die Beine.
Die rassige Weiterfahrt bringt uns durch die faszinierenden Landschaften der Nama-Karoo nach Aus. Tanken. Weiterfahrt nach Lüderitz an die Atlantikküste, parallel zum Bahndamm Lüderitz-Keetmans-hoop. Die ehemalige "Südbahn" wurde 1905-1906 erbaut und deren Betrieb 1931 eingestellt. Seit 10 Jahren wird nun restauriert, was aber gut noch weitere 10 Jahre dauern könne, hört man.
Hotel Nest in Lüderitz finden wir leicht und schliessen den fahrerisch anstrengenden aber sehr schönen Tag mit dem Genuss von Langustenschwänzen ab.

Heute besuchen wir die Diamanten-Geisterstadt Kolmanskop, die zu Beginn der 1930er Jahre aufgegeben wurde. Später fahren wir raus nach Diaz Point, entlang der grossen Bucht und diverser Bays, über Black Ridge und Second Lagoon, durch das Diamantensperrgebiet. Schilder warnen davor anzuhalten, auszusteigen oder sich gar zu bücken. Überwachungskameras würden solche schweren Vergehen lückenlos festhalten und legale Schritte gegen "Trespassers" auslösen. Diaz Point ist der äusserste Punkt auf der Lüderitz-Halbinsel. Bartolomeu Diaz hat hier 1488 zum Zeichen des Besitzesanspruchs für Portugal eine Kreuzsäule erstellen lassen.
Gegen Abend schlendern wir durch das malerische
Hafenstädtchen, besuchen das Görke-Haus, die sorgsam erhaltene und zeitgemäss ausgestattete Jugendstil-Villa eines Diamantenhändlers aus der Zeit um 1910, die bunt bemalten Häuserzeilen an der Bergstrasse, die stolzen Herrschaftshäuser auf dem Diamantenberg und die neogotische Felsenkirche - das Wahrzeichen von Lüderitz.

Um 07:45 starten wir zu einer weiteren Grossetappe, zum Fishriver Canyon. Zwischen Lüderitz und Aus beobachten wir wilde Pferde friedlich beim Grasen. Wir unterlassen es, in Aus schon wieder aufzutanken, was sich als Fehler herausstellen wird. Die Weiterfahrt nach Seeheim und damit wieder in die Nama-Karoo zieht sich sehr lange. Bei der in der Karte eingetragenen Tankstelle in
Goageb finden wir keine Menschenseele, die Tankstelle ist abgebrochen. Auch in Seeheim finden wir keine Zapfsäule, obwohl auch hier in der Karte vermerkt. Im Hotel Seeheim, einem von insgesamt etwa fünf Gebäuden, gewährt uns der Wirt, gegen den Willen seiner kratzbürstigen Frau, 25 l Benzin zum stolzen Preis von 225 NAD!
Noch 100 km nach Süden bis zum
Canyon Roadhouse. Es ist einfach zu erkennen an den vergessenen Oldtimern die auf dem Parkplatz dahinrosten. Das ist alles zu fotografieren. Aber erst ein Bier an der Bar, zwischen einsamen Alleinsäufern. Der Abend ist sehr unterhaltsam, das Nachtessen nichts Besonderes aber schlafen tun wir trotzdem gut.

Mal wieder richtig auftanken, dann gleich ab zum Fish River Canyon. Die gute Fotozeit ist auch hier bei aufsteigender Sonne, also zwischen 07:00 und 09:00. Der Blick vom Rand in diesen zweitgrössten Canyon der Welt ist überwältigend. Wir gehen und fahren dem Abbruch entlang nach Norden und Süden, zu den spektakulärsten Aussichtspunkten und sind hingerissen.
Auf der C37. immer nahe dem Canyonrand fahren wir nach
Ai-Ais. Die Piste führt sehr kurvig, sehr gebirgig, mit schnurgeraden, schnellen Zwischenstücken über das Hochplateau. Es soll eine der gefährlichsten Unfallstrecken des Landes sein. Ai-Ais, am südlichen Ausgang des Fish River Canyons, ist ein Thermalbad für Rheumakranke, zudem einer der heissesten Talkessel im Land sowie Einstiegs- bzw. Ausstiegsort für die beinharte fünftägige Canyon-Durchwanderung, für die man sich zuvor einer medizinischen Tauglichkeitsprüfung zu unterziehen hat.
Auf der Rückfahrt besuchen wir die Canyon Lodge, ein typisch koloniales Farmhaus oder Pseudo-Schloss in rosé und das Canyon Village, eine sehr grosszügig angelegte Lodge mit auffallend grossen Reetdächern.
Heute Abend überfallen uns südafrikanische Vereinstouristen im Roadhouse. Aber sie bringen eben Geld. Die Tagliatelle Bolognese schmecken köstlich.

Eine gemütliche Reise zur Quivertree Forest Lodge ist heute angesagt. Die aussergewöhnliche Strecke über
Klein Karas nach Keetmanshoop via D608 ist wunderschön, führt durch breite Täler, fruchtbare Ebenen und über steile, kurvige Gebirgspassagen. Eine echte Alternative zur eher langweiligen C12.
In Keetmanshoop nutzen wir die letzte gute Einkaufsmöglichkeit für die bevorstehende Tour durch die Kalahari. Die nahegelegene Quivertree Forest Lodge hinterlässt einen eher schäbigen und schmuddeligen Eindruck, das Personal ist schnippisch und scheint unzufrieden zu sein. Die einzige Sorge des Managers gilt offenbar seinem Gepardengehege. Das hindert uns natürlich nicht daran, den Quivertree Forest zu besuchen und die Fütterung der Leoparden mitzumachen; beides interessante Angebote der Lodge.

Allgemein fällt uns auf, dass die Menschen im Süden des Landes weniger herzlich und freundlich, ihre Einrichtungen weniger gut unterhalten sind als wir es aus dem Norden gewohnt sind. Zudem sind hier viele weisse Südafrikaner ansässig oder als Touristen unterwegs, die eher als rücksichtslos, überheblich und unfreundlich auffallen. Daher vermutlich auch die etwas scheuen und distanzierten Schwarzen. Man spürt die Nähe Südafrikas und die grundsätzliche Abneigung der Namibier gegenüber ihrer ehemaligen "Schutzmacht".

Wir freuen uns sehr auf die
Kalahari und ihre Tierwelt. Unterwegs sehen wir noch viele Quivertrees. Die gute Strasse nach Koës zieht sich sehr in die Länge führt aber durch abwechslungsreiche Gegenden. Die Erdfarbe wird immer röter, ziegelrot und flaschengrün mischt nur die Natur so perfekt. Unendliche Flächen. Hinter Wegdraai wählen wir die D511, sie führt quer über grosse, grün bewachsene Dünen. Kurven und Kuppen, oder Kurven auf Kuppen, erfordern hohe Konzentration des Fahrers und der Fahrerin. 30 km nach dem Einmünden in die C15 enden bei Welverdiend die Hauptstrasse und auch Namibia. "Well verdient!"
Der Übergang bei
Mata Mata in den Kgalagadi Transfrontier National Park und damit ins Niemandsland bzw. ins "Gemeinsamland" zwischen Südafrika und Botswana ist einfach und mit etwas Geduld verbunden aber ohne Zollkontrolle für Lebensmittel und Gepäck, sofern man dem jungen, sehr machtbewussten Beamten aufs Wort gehorcht und sich dienstbeflissen gibt. Die Anmeldung in der Parkverwaltung gilt für unsere geplanten sechs Tage in den Wilderness Camps und kostet 1'920 NAD.
Beim Frischwareneinkauf müssen wir uns auf das minimale Angebot des Tankstellenshops beschränken, in den Camps sind wir Selbstversorger. Dann tanken, Pneudruck auf 1,8 reduzieren, wegen den Sandpisten, und losfahren. Während der Durchfahrt zum
Urikaarus Wilderness Camp können wir im fruchtbaren Auob-Tal bereits viele Tiere beobachten (von wegen Wüste!): Oryx, Gnu, Springbok, Vögel.
Im Camp beziehen wir zwei Cabins auf Stelzen in Baumkronen-Höhe, im ersten Stock Küche, Wohnen, Veranda und im zweiten Stock, schräg versetzt, Schlafen, Dusche/WC und Veranda. Mit Blick auf eine Wasserstelle. Wie in allen Wilderness Camps ist auch hier nichts eingezäunt, also Türen und Treppen-aufgänge immer schliessen!
Das Camp besteht aus lediglich drei solcher Doppelcabins. Ohne langzeitige Vorausreservation gibt es in den Wilderness Camps kein Unterkommen.
Am Wasserloch laben sich riesige Springbokherden, dann Gnus, dann tausende Vögel und zwischendurch immer wieder Oryx-Trupps. Nach Sonnenuntergang wird es sehr schnell kalt und stockfinster.
Zum Nachtessen gibt's Pouletspiessli, Reis, Erbsen. Auch mit Wein und Amarula haben wir uns versorgt. Grillieren auf der Veranda ist hier im Winter zu ungemütlich. Ins Bett, die Nacht wird immer kälter! Um 01:00 sind es nur noch 1-2 °C und abnehmend. Wir ziehen alles an was wir bei uns haben: Unterwäsche, Skiunterwäsche, Pyjama, Trainingsanzug, Pullover, Faserpelz, Socken, Übersocken, darüber zwei Wolldecken. Löwengebrüll und Hyänengeschrei in nächster Nähe. Im Bett langsam erfrieren? Nein!

06:00, aufstehen und an die langsam aufsteigende Sonne! In vier Stunden wird die Temperatur wieder gegen 30°C steigen. Zuerst trinken wir heissen Kaffee. Dann besuchen wir die nächsten Wasserlöcher in der Umgebung. Ausser einigen Gnus und einzelnen Springboks bewegt sich nichts. Auch den Tieren ist es zu kalt, lehrt uns ein Ranger. Sie verstecken und kuscheln sich zwischen den warmen Sanddünen und erscheinen erst gegen 09:00 auf der Szene.
Zurück zu einem kräftigen Frühstück, nun sind wir aufgewärmt. Dann langsam und auf allen Nebenwegen nach
Twee Rivieren - dem Zusammenfluss von Auob und Nossob, sofern sie Wasser führen -, zum Tanken und Ein- und Ausklarieren beim südafrikanischen Zoll. Letzteres ist neuerdings nicht mehr notwendig sofern der Parkaustritt ins gleiche Land erfolgt von dem man eingereist ist. Um das sicherzustellen werden einem bei der Einfahrt die Steuer- und Versicherungspapiere des Wagens abgenommen und deponiert. Als Postboten überbringen wir einen Brief unseres Camp-Rangers an seine Frau im Twee Rivieren Camp. In dieser Einsamkeit hilft jeder jedem.
Auf dem Rückweg müssen wir leider über die gleiche Piste, da der interessante Umweg über das untere Nossob-Tal wegen Erneuerung der Pistenkofferung gesperrt ist. Wir stellen auf verschiedenen Abschnitten fest, dass vor lauter Grinding die Sandwälle am Pistenrand inzwischen so hoch sind, dass man aus dem Wagenfenster kaum mehr darüber hinweg sehen kann. Trotzdem sehen wir nachmittags sehr viele Steppentiere sowie Sing-, Raub-, Greif- und Laufvögel (Sekretäre, Trappen, Korhan). Grosskatzen halten sich verborgen.
Heute sind wir besser auf die Kälte vorbereitet, packen uns von Anfang an richtig ein und schlafen sehr gut.

Ab 09:00 sind wir wieder auf der Piste. Nach Kamqua führt der Weg aus dem Auob-Tal hinauf, auf eine ziemlich zerklüftete, von mehr oder weniger versteinerten, buschbewachsenen Dünen dominierte Hochebene. Auch auf unserem heutigen Trip haben wir viele Tierkontakte, neu ist eine Begegnung mit zwei halbwüchsigen Löwen am Strassenrand, sie nähern sich unserem Wagenfenster, posieren freundlich und warten darauf, in der Morgensonne abgelichtet zu werden. In Richtung Nordosten, nach Moravet, fällt die Piste langsam ab ins trockene und heisse Nossob-Tal, das sich entlang der Grenze zu Botswana windet. Hier verläuft die Piste durch Sandpfannen, kleinere Fahrzeuge liegen auf und müssen sich rausschaufeln. Wir sind vorsichtig und schaffen es problemlos durch achshohe Wälle, gleichmässig rollen mit eingeschaltetem Vierradantrieb ist angezeigt. Zwischendurch hält uns ausgewaschene Korrugation zuverlässig wach.
Bei Kij Kij geht's dann wieder bergauf zum
Kielie-Krankie Wilderness Camp. Die Namen stehen nicht etwa für Ortschaften sondern für Wasserlöcher. Wir ziehen ein, in Dune Cabin Nr. 1 von 4, einem komfortablen Häuschen, das rittlings auf dem höchsten Dünengrat sitzt und geniessen eine wundervolle Rundumsicht. Der Sonnenuntergang wird gefilmt und fotografiert.
Heute gibt's Rindsspiessli, Teigwaren und Gemüse. Der Speiseplan entspricht dem Angebot der "Supermarkets" bei den Parkeingängen in Mata-Mata und Twee Rivieren. Aber wir verhungern nicht.

Nach kalter Nacht geniessen wir ein kräftiges Frühstück mit baked beans und fried eggs. Sehr langsam, beobachtend und mit vielen Unterbrüchen erkunden wir das Auob-Tal mit einem neuerlichen Halt in Twee Rivieren zum Tanken und Einkaufen. Nachmittags beschert uns eine ergiebige Pirschfahrt auf dem Hochplateau neue Kontakte: Steenbok, Raubvögel, Korhaans. Eine Kapkobra macht sich eben daran eine Buffotter zu fressen als wir sie durch unser Näherrollen in die Flucht treiben. Die Buffotter ist gerettet.
Nach dem Nachtessen bereiten wir uns auf eine weitere Polarnacht vor. Sonja erspäht im Scheinwerferlicht des Rangers afrikanische Wildkatzen.

Heute haben wir den Auftrag auf unserem Weg einen Toilettenpapier-Vorrat zum Urikaruus Camp rüber zu bringen. Dann pirschen wir Richtung Bitterpan, wo wir leider ohne Spezialerlaubnis und wegen der Einbahn-Regelung nicht ganz hinfahren können. Wir beobachten auch heute sehr viel: Humorvolle, geschickte, raffgierige, diebische Raben auf den Rastplätzen, Tauben, Riesentrappen, Sekretäre, Korhaans, Schwalbenschwanz-Bienenfresser, Falken, Habichte, Drongos, Strausse, Webervögel, Finke, Braunadler, Eulen, Oryxe, Gnus, Springboks, Mangusten, Giraffen, Schakale, Kapfüchse, afrikanische Wildkatzen, einen Kauz, eine Maus und - knapp verpasst - eine Gepardin mit Jungen.
Um 16:00 erreichen wir das
Kalahari Tented Wilderness Camp. Hier scheint eine Stellvertreterin zu walten. Die Einrichtung ist gut, Service und Sauberkeit mangelhaft. Immerhin sind die Betten bereits mit Barchentwäsche, je 2 Wolldecken und Steppdecke ausgerüstet.
Wir ziehen uns einmal mehr alle Kleider an und schlüpfen früh ins Bett. In dieser Nacht sinkt die Temperatur auf -2°C. Wir schlafen schlecht.

Um 07:00 drehen wir eine voll beheizte Aufwärmrunde von 45 km, noch vor dem Frühstück. Später unternehmen wir Pirschfahrten in verschiedene Richtungen. Es sind wenige Tiere unterwegs, die Kälte treibt sie in die Dünen. Einige Raubvögel spähen nach Beute. Das Wetter ist weiterhin sehr schön und klar, die Temperaturen steigen. Mit einem letzten, interessanten Umblick im Kgalagadi Transfrontierpark verabschieden wir uns - vorläufig - von der Kalahari.
Die Polarausrüstung verhilft uns zu einer ertragbaren Campnacht.

Der heutige Morgen ist s e h r ! kalt, zudem bleibt das Gas weg, das heisst: Keinen Kaffee, keine Eier, keinen Speck.
Ich fahre zum Zelthaus des Rangers um ihn zu wecken und die fatale Nachricht zu überbringen. Der Ranger erscheint 10 Minuten später in seinem Dienstfahrzeug. Verschlafen stellt er fest, dass beide 48 kg Gasflaschen leer sind (was ich ihm schon beim Wecken gesagt habe).
Rangers' Vorschlag 1:
Ranger: "Ich gehe jetzt duschen, trinke Kaffee, fahre nach Mata-Mata und hole neue Gasflaschen."
Ich: " ... und wir warten, ohne Kaffee, ohne Dusche, vermutlich über eine Stunde. NEIN!"
Rangers' Vorschlag 2:
Ranger: "Du ziehst für Dusche und Frühstück um, in Zelt Nr. 8."
Ich: "Um 0900 müssen wir abfahren. Unser Ziel ist in 300 km Entfernung über Sandpisten. Für etwa eine Stunde noch mit Sack und Pack in ein anderes Zelt umziehen, kommt nicht in Frage. NEIN!"
Unser Lösungsvorschlag:
"Wir fahren zusammen zu Zelt 8 und holen eine volle Gasflasche. Das dauert inklusive Installation 10 Minuten. Den Rest kannst du später in Ruhe erledigen."
Der Ranger strahlt und ist einverstanden.
Wir frühstücken ausgiebig und wollen abwaschen aber das Wasser fliesst nicht mehr ab. Also vermachen wir alle übriggebliebenen Lebensmittel und das schmutzige Geschirr der Reinemachefrau und finden sie mit einem schönen Trinkgeld ab.
Das zweite strahlende Gesicht heute früh!
08:45 kommen wir endlich weg, zum Zollposten in
Mata-Mata. Die Besatzung möchte uns gerne nochmals 180 NAD abnehmen, für die Strassensteuer in Namibia, denn uns fehlt das Nachweisdokument (welches die genau gleichen Kerle uns vor sechs Tagen bei der Einfahrt als Depot abgenommen haben!). Während der nachfolgenden Diskussion steigt mein Blutdruck! Endlich erklärt sich der Jüngere zur umständlichen Suche nach unseren Papieren bereit, er zaubert sie innert Sekunden auf den Tisch und lässt sich vom Älteren richtig "zusammenschei…" wegen seiner unordentlichen Arbeitsweise. Mir der Übergabe des Dokumentes und unter "Verzicht" auf die Nachforderung, entschuldigt sich der Ältere für die Unzuverlässigkeit des Jüngeren und entlässt uns mit Lächeln und Händedruck.
Das dritte strahlende Gesicht heute früh! Hinter der Maske stand mit Sicherheit "Versuch fehlgeschlagen".
EIN SEHR, SEHR AFRIKANISCHER MORGEN!

Unsere Fahrt führt durch das wunderschöne Auob-Tal nach Norden, auf sehr guten Pisten (C15 und C20), zur
Kalahari Anib Lodge in der Nähe von Stampriet und Mariental. Am Mittag sind wir bereits am Ziel, mit einer geschenkten Stunde (Namibia-Zeit). Gemütlich richten wir uns ein, duschen und pflegen uns, ordnen das Gepäck neu, leeren das Auto für die morgige Rückgabe und wärmen die Kupplungsgeschichte auf. So vergeht der Nachmittag. Das Nachtessen ist ausgezeichnet und wird gekrönt durch den stimmigen Gesang der Belegschaft. Heute beginnt auch wieder das Malaria-Tablettenschlucken im Hinblick auf Caprivi. Wie vielerorts sind auch hier die Betten zu kurz (oder unsere Beine zu lang). Wir schlafen unruhig aber wenigsten ohne die Kälte der letzten 6 Nächte.

Durch das abwechslungsreiche Hinterland der westlichen Kalahari fahren wir heute in Richtung Windhoek, bis zum Flughafen, wo wir das so nützliche Satellite Phone zurückgeben. Dann "die Fahrt in den Kampf" zu KEA in Klein-Windhoek. Die Fahrzeugabgabe ist problemlos. Wir sind 7'000 km gefahren, davon weniger als 1'000 km auf asphaltierter Fahrbahn, soviel zur Statistik.

Die Diskussion mit dem Manager betreffend Kupplungsschaden:
Wir erklären nochmals den Vorfall und übergeben ihm unseren Report. Er beharrt vorerst auf der Policy von KEA und versucht, uns die ganzen Kosten für eine neue Kupplung, die Anreise der Mechaniker, die Arbeit am Fahrzeug und die Überführung des Fahrzeuges samt Benzinbedarf anzulasten. Ich muss die Idee von einer Veröffentlichung des Reports im Internet antippen um letztlich zu einem Kompromiss zu kommen: Wir übernehmen die lokalen Abschlepp- und Transferkosten in Sesriem sowie die Tankfüllung daselbst und KEA kommt für Kupplung, Arbeit und Überführung auf. Ein akzeptabler Deal.

KEA chauffiert uns noch zur Pension Steiner in der City, wo wir vor dem morgigen Weiterflug in den Caprivi-Zipfel übernachten.
Windhoek ist uns nicht sehr sympathisch, der Gang durch seine Strassen erscheint uns etwas ungeheuerlich. Wir belassen es bei einem Besuch der Christuskirche, der Independence Avenue und der Fidel Castro Street. Zum Nachtessen lassen wir uns, auf Empfehlung der aus unbekanntem Grund etwas frustriert wirkenden Empfangsdame der Pension Steiner, im Zoo-Café einen Tisch und auch gleich ein verlässliches Taxi für die Hin- und Rückfahrt reservieren und verbringen einen netten Abend.

Um 05:30 stehen sowohl wir mit unserem Gepäck und Breakfastpack als auch das Taxi bereit zur Fahrt zum City-Flughafen "Eros" (griechischer Liebesgott? Asteroid Nr. 433? Erdbeobachtungssatellit? Extremely Reliable Operating System? Es tönt alles irgendwie positiv!)
Langsam erwacht der Tag und der Flugverkehr nimmt schnell zu. Wir fliegen mit Air Namibia nach Mpacha Airfield bei
Katima Mulilo, der Hauptstadt des Caprivi Bezirks und Grenzstadt zu Zambia am Zambezi. Zwei Stunden in relativ geringer Höhe über Afrika, bei Tageslicht, das ist bereits ein Höhepunkt.
Wir werden erwartet und mit komfortablem Kleinbus die rund 140 km zur
Lianshulu Lodge im Mudumu Nationalpark am Kwando-River transferiert. Unterwegs fahren wir an vielen Rinderfarmen von Einheimischen vorbei. Mensch und Tier - wenigsten die Haustiere - ziehen sich nachts in die Krahls zurück. Die wilden Tiere werden aus- und nicht eingeschlossen. Mehr ursprüngliches Afrika als wir bisher kannten.
Die Lodge liegt wunderbar und ohne Schutzzaun mitten in der Wildnis, an einer Lagune des
Kwando.
Nach einem kurzen Lunch etablieren wir uns im luxuriösen Bungalow mit grosser Veranda direkt über dem Wasser und stellen unsere Wäsche für die Laundry bereit. Dann Kaffee und Kuchen, zweieinhalb Stunden River-Cruise entlang der Lagune und ein Stück Kwando-abwärts mit wunderschönen Papyrusinseln, Wasserlilien, Feigenbäumen, Vögeln usw.
Ein herrliches Nachtessen. Ein fantastischer Tag.
Aber die grosse Überraschung folgt erst noch:
Gutenacht-Drink an der Feuerstelle. Im grossen Fauteuil sitzt ein urchiger, einarmiger Ranger mit seinem einäugigen Jack Russell-Terrier namens "Tier", der ihm nie von der Seite weicht. Ja, es ist tatsächlich Christiaan Bakkes, der Autor des leider nicht gekauften Buches in der Etosha Safari Lodge! Er ist für kurze Zeit hier um den Chef-Ranger in den Ferien abzulösen und unsere Land- und Wasser-Pirschfahrten zu leiten. Er meint, dass wir sein Buch möglicherweise im Flughafen-Shopping in Johannesburg erhalten könnten.
Wir freuen uns natürlich auf den morgigen Gamedrive mit Christiaan und schlafen trotz beängstigend nahem Grunzen der Hippos sehr gut.

07:00 Safari - nach kurzem Kaffee - auf dem 40 ha Konzessionsgelände der Lodge (und noch etwas darüber hinaus, psst!). Ein wunderschöner, etwas kühler Morgen. Prachtslandschaft oder, wie Chris sagt, Paradies.
Die schönsten Bäume - darunter auch die majestätischen, bis zu 15 Meter hohen Marulas oder Elefantenbäume, ihre pflaumenartigen Früchte werden zu unserem bevorzugten "Amarula"-Likör vergoren. Wasser, Schilf, Papyrus, Busch, Gras. Impalas, Baboons, viele Vögel, ein jagendes Seeadlerpaar, Elefanten - einer davon liebt uns gar nicht und macht einen Scheinangriff, Zebras, Roan-Antilopen, zwei Löwen. Christiaan weiss wirklich Bescheid, er erspäht unverzüglich, zeigt und erklärt alles, klar, fesselnd und geduldig. Seine Neugier treibt ihn zu Fuss, nur mit einer Keule bewaffnet und dem Hund über der Schulter liegend, vom Fahrzeug weg, um Spuren zu suchen und zu deuten. Herrlich!
Um 10:00 kehren wir zurück zum reichhaltigen Brunch. Um 16:00 fahren wir wieder los, zur Sundowner-Rivercruise, diesmal Kwando-aufwärts. Wasserböcke, Baby-Hippos, ein Hammerkopfnest mit diebischen Monitoren in Lauerstellung, viele Wasser- und Eisvögel (Kingfisher), Bee-Eaters usw. Die Abendstimmung, knapp vor Sonnenuntergang, bringt Farben hervor, die man in der Natur nicht vermutet.
Das Nachtessen ist nichts Besonderes, irgendein Zwiebelgemüse. Der Koch hat heute frei. Wir haben "vegetarisch" gewählt weil wir keine Lust auf Lambstew hatten. Selber schuld! Das Personal bietet eine gute Tanz- und Singshow, wir geniessen unseren Gute-Nacht-Drink und werden aus Sicherheitsgründen persönlich durch den Busch zum Bungalow geleitet. Die ganze frische Wäsche liegt schon wieder ordentlich auf unseren Betten!
Wir machen uns einige Sorgen: Die NAD sind inzwischen zur Neige gegangen und kein ATM (Bancomat) weit und breit; wer holt uns übermorgen wann und wo ab; wie werden wir zu unserer nächsten und letzten Destination in Namibia, auf dem einzig möglichen Weg durch Botswana geschleppt? Unser Schlaf ist deshalb eher unruhig.
Die ganzen Sorgen entspringen natürlich nur unseren europäischen Perfektionsköpfen und dem Selbstfahrerinstinkt. Sie sind vollkommen unnötig. In Afrika wurden wir noch immer und überall gemütlich, liebenswürdig und erstaunlich genau an das nächste, bereits wartende Glied in der Programmkette weitergereicht. Es wird diesmal nicht anders sein.

06:30 Tagwache. Wir leiden etwas an Durchfall, Tabletten werden helfen. Ein Ziemlich kalter Morgen. Der Gamedrive bietet nicht viel Neues aber Marabus, Löwen, Gnus, Zebras, Büffel und Vögel präsentieren sich. Nachmittags River-Cruise mit Krokodil und Baby-Krok. Interessantes Gespräch mit Chris über ein Wüstenlöwen- und Rhino-Projekt in "seinem" Damaraland und Kunene (Purros, Skelettküste).
Nachtessen: Rindsfilet, gut, der Koch ist wieder da. Lagerfeuerstimmung,
Rückblick auf die vergangenen zwei Tage, Drinks and Talks. Vorbereitung für den Transfer am nächsten Tag. Ruhiger Schlaf.

Um 09:00 werden wir von Nicolas abgeholt. In einer schnellen Fahrt im Hilux-Double-Cab bringt er uns über
Kongola und Katima Mulilo nach Ngoma, seinem Heimatdorf, quer durch riesige Flutgebiete des Linyanti (westlicher heisst der gleiche Flusslauf Kwando, östlicher Chobe), vorbei an Zeltdöfern von evakuierten Überschwemmungsopfern, die vermutlich nie mehr verschwinden werden. Über die Ngoma-Bridge erreichen wir den Zollposten, überstehen die Ausreise- und Einreiseprozedur aus Namibia nach Botswana, fahren weiter durch den nördlichen Chobe Nationalpark nach Kasane mit kurzem Halt für 25 Elefanten, die die Strasse mit Vorrecht queren wollen.
Beim Zoll in
Kasane danken wir Nicolas für den interessanten Tag und für die rasante aber sichere Fahrt durch den ganzen Caprivizipfel. Er übergibt uns an Robert, seinen Onkel. Robert wird unser persönlicher Bootsführer und Guide für die letzten drei Tage in Namibia sein. Wir erledigen die Ausreiseprozedur aus Botswana, laden unsere Taschen um auf das Boot der Impalila Island Lodge, machen eine unvergessliche Bootsfahrt auf dem Chobe zum Immigrationsposten für Namibia am Südufer von Impalila-Island, eine einstündige Hinfahrt auf mäandernden Verbindungsflüssen durch das dichte Papyrus-Paradies bis in den Zambezi und zur Impalila Island Lodge an der Nordspitze der Insel.
Am frühen Nachmittag werden wir durch das Managerpaar Heidi und François empfangen. Die Anlage mit nur acht Chalets ist märchenhaft gelegen, einfach aber perfekt. In unserer Cabin direkt am Wasser machen wir uns gleich über das willkommene Körbchen mit Früchten und Snacks her. Inzwischen machen sich Vervet Monkeys auf der Veranda über Sonjas Zigaretten und Feuerzeug her. Damit klettern sie um einige Äste ausser Reichweite und ziehen schreiend und lachend eine Zigarette nach der andern aus dem Päckchen, knicken sie ab und schmeissen alles in den Fluss.
Später nimmt uns Robert mit auf eine Sundowner-Cruise. Wir sind sehr beeindruckt von der grossen Anzahl Wasservögel, der Vielfalt der Ufervegetation, den Hippo- und Krokodilverstecken, den Balanceakten der Fischer auf ihren Mokoros und von ihren exponierten Dörfern mitten in dieser Wildnis. Natürlich staunen wir einmal mehr ob einem verzaubernden Sonnenuntergang, diesmal ohne Drink.
Diesen geniessen wir als Apéro in der offenen Lobby der Lodge, gefolgt von einem köstlichen Rinderfilet mit Couscous auf der Hauptveranda. Der Abend verläuft ruhig, wir sind heute fast die einzigen Gäste. Der Tag war ereignisreich und schön. Trotz mässigem Gegrunze schlafen wir sehr gut, während am einzigen Generator all unsere Akkus aufgeladen werden.

Um 06:30 werden wir mit einer Kanne frischen Kaffees und Biscuits aufgeweckt. Das Frühstücksbuffet präsentiert sich dafür etwas bescheidener. Gut versorgt mit gekühlten Vorräten verlassen wir mit Robert die Lodge zu einer Ganztages-Game-Cruise entlang dem Chobe Nationalpark. Wir nehmen uns sehr viel Zeit zum Beobachten, zum Filmen, zum Fotografieren. Robert zeigt und erklärt uns alle Sehenswürdigkeiten, er kennt hier jedes Tier, jeden Vogel, jede Pflanze, jeden Baum, jede Flussbiegung, jede Weide und jedes Versteck. Es ist herrlich und faszinierend zu erleben, wie er aus dem schwankenden und schlagenden Boot auf grösste Entfernung jede Kleinigkeit und jede Bewegung erkennt, sofort wendet, den starken Motor aufheulen lässt, zum Ziel schiesst und dann sehr sachte und vorsichtig anpirscht und zum Beispiel einem ausgewachsenen, schlafenden Nilkrokodil seitlich bis auf 1,5 Meter an die furchterregenden Kiefer fährt. Unser flaches, kleines Boot weist übrigens nur etwa 50 cm Freibord auf, ist also äusserst "naturnah"! Unsere "Beute" sind jede Menge Wasser- und Kranichvögel, Trappen, Rallen, Störche, Löffler, Reiher, Kormorane, Kiebietze, Bee-Eaters, Fischer-Eisvögel, Riesenfischer, Zwerg-Fischer und Malachit-Eisvögel, Raub und Greifvögel, insbesondere jagende und balzende Seeadler. Wir treffen auf beachtliche Elefantenherden, Büffel, Kudus, Impalas, Hippos, Krokodile und nestraubende Monitore.
Lunch essen wir auf der Flussbank, unter einer Akazie, zwischen frischem Büffeldung, echt abenteuerlich mit hundertprozentigem Verlass auf unseren Guide!
Als wir gegen Sonnenuntergang auf Impalila Island zurückkehren ist uns klar, dass wir eben den
schönsten Tag unserer Reise erlebt haben.
In unserer Begeisterung lassen wir uns auch nicht durch laute Touristen stören, die während unserer Tour die Lodge überschwemmt haben. Wir geniessen den schönen Abend mit einem wolkendurchzogenen Sonnenuntergang und einem guten Nachtessen.

Die Nacht war ruhig und erholsam. Vor den klaren Himmel haben sich dicke Wolkenbänke geschoben. Die Ereignisse des heutigen Tages sind schnell erzählt: Es regnet fast den ganzen Tag lang. Die Touristen haben, in Plastic-Pellerinen gehüllt, die grosse Fluss-Safari angetreten.
Wir bleiben zu hause und lesen, schreiben Tagebuch, rekapitulieren unsere wunderbare Reise und lauschen dem gleichmässigen Rauschen von Wind und Regen.
Gegen Abend brechen heftige Gewitter mit schwerem Hagelschlag über die Insel herein. Wir helfen dem Personal, die Lodge einigermassen trocken und schadenfrei zu halten. Sie belohnen uns mit einem köstlichen Abschiedsessen. Der Schlaf wird etwas beeinträchtigt durch stetes Blitzen, Donnern und Giessen.

Als erstes sieht Sonja am Morgen Inseln vorbeischwimmen. Tatsächlich hat der Sturm ganze Papyrusschollen abgerissen, die nun mit der Strömung zu neuen Ufern oder den Zambezi runter geschwemmt werden. Die Wasserwege zwischen Chobe und Zambezi verändern sich scheinbar laufend.
Robert fährt uns nach dem zeitigen Frühstück und nachdem wir uns etwas wehmütig von Crew und Lodge verabschiedet haben auf unserer letzten Flussfahrt, mit kurzem Zwischenhalt beim abenteuerlichen Impalila Island Immigration Office, zurück nach
Kasane und übergibt uns in die Obhut der Taxifahrerin Maria.
Sie bringt uns auf einer kurzen Fahrt zur Ferry-Station bei der Einmündung des Chobe in den Zambezi, dem wichtigen Verkehrsknoten
Kazungula. Die vier Staaten Namibia, Botswana, Zimbabwe und Zambia grenzen hier aneinander. Wichtige Versorgungsstrassen führen von jedem in jedes Land, kilometerlange Lastwagenkolonnen warten auf die Übersetzung durch eine einzige Fährverbindung mit der Kapazität von zwei Lastern pro Fahrt. Ein Fahrer sagt uns, dass er jedes Mal mit Wartezeiten von bis zu drei Wochen rechnen müsse! Dazu kommen jeden Tag einige Tausend Händler, Emigranten, Flüchtlinge und Touristen die offenbar dringend im Nachbarstaat erwartet werden.
Maria fährt uns abseits der Strasse direkt ans Ufer. Bevor wir uns umsehen können liegt unser Gepäck schon in einem kleinen Touristenboot, das Taxi ist verschwunden, der Bootsführer passt uns Rettungswesten an, weist uns zwei Sitze zu und fährt los. Die Traversierung dauert nur einige Minuten. Auf der anderen Seite, in Zambia, empfangen uns - chic uniformiert - Guide, Chauffeur und Gehilfe unserer neuen Transferequipe. Wie unser Gepäck vom bereits wieder vollbesetzt ablegenden Boot in unseren kleinen Bus gekommen ist bleibt uns ein Rätsel, jedenfalls ist es da, vollständig und unbeschädigt.
Die "persönliche" Abfertigung der Reisepässe und Erteilung der Visa beschleunigt unser neuer Guide Thomas mit Hilfe eines lockeren Gesprächs und einiger Dollarnoten, direkt im Büro des Chefs. Die Pässe werden gestempelt, die Visa verkauft, die Dollars gleiten in die Westentasche, registriert wird nichts. So macht jeder auf seine Art Karriere. Die wartenden Normalbürger in den ewig langen Reihen vor dem Schalter stören sich daran nicht.
Nach einer guten halben Stunde sind wir unterwegs nach
Livingstone. Entlang dem Zambezi fallen uns grosse, neue Gemüse- und Früchteplantagen auf. Das sei die Rache der von Mr. Mugabe enteigneten und vertriebenen weissen Farmer, erklärt uns Thomas, sie pflanzen mit grossem Erfolg auf günstigem Boden, beschäftigen Hunderte von Zambiern und verkaufen die Ernte gegen harte Devisen an das hungergeplagte Zimbabwe zurück. Die Zeche bezahlen wohl nicht Mr. President und die Firstlady ...
Für die letzten Tage wollen wir uns noch ein bisschen Luxus leisten um den Abschied zu versüssen. Wir erreichen das altehrwürdige
Waterfront Hotel am Nachmittag, beziehen wieder direkt am Flussufer einen etwas schmucklosen Bungalow und richten uns für die zwei verbleibenden Nächte ein. Erst wischen wir Schlafzimmer und Veranda gründlich aus, reklamieren wegen fehlender Frottéewäsche und reparieren einen Wasserhahn. Dann buchen wir eine geführte Tour zu den Viktoriafällen am nächsten Tag, begeistert von den hohen Gischtwolken die aus mehreren Kilometern Distanz sehr gut zu sehen sind.
Den Rest des Tages verbringen wir unter Massentouristen, besoffenen Rucksacktouristen und mit schlechter Bedienung im Bereich von Restaurant und Bar unseres Hotels. Die guten Tage des einst renommierten aber schlecht gealterten Etablissements sind wohl gezählt, nachdem in der Nachbarschaft einige sehr schöne neue Lodges entstanden sind.

Der Sammelbus für unsere Vormittagstour holt uns mit etlicher Verspätung ab. Auf dem Weg picken wir weitere Gäste auf. Eine Art Tourismus, die uns nicht gefällt. Aber dabei erhalten wir noch Einblick in andere Lodges oder mindestens Entrées wie beispielsweise das Zambezi Sun und das Royal Livingstone Hotel, gleich über den Fällen oder die David Livingstone Safari Lodge & Spa von nebenan, einer der oben erwähnten "Verdränger". Wenn wir da allerdings das überspannte Gehabe der Gäste und des livrierten Personals der Einfachheit und offensichtlichen Armut in der Stadt gegenüberstellen, sind wir auch mit unserer Bleibe zufrieden.
Die Victoria-Fälle sind in jeder Beziehung überwältigend, die freigelegte Energie fast beängstigend. Wir staunen stumm und respektvoll aus dem Regenwald an die gegenüberliegende Wasserwand - das Dröhnen und Tosen überdeckt ohnehin jeden anderen Laut. Tropf nass von oben bis unten trotz Pellerine, halten wir wenigstens die Kameras in einem ausgeliehenen wasserdichten Beutel verstaut (4 USD je halbe Stunde). Die Chinesen in unserer Gruppe, in Partykleidchen und Ballerinaschuhen bzw. Anzug mit Krawatte, hat's gereut, ihre Kameras geben den Geist auf.
Erneut wird uns bestätigt, dass der Zambezi gegenwärtig den höchsten Wasserstand seit über 50 Jahren führt. So sollen ungefähr 12'000 Kubikmeter pro Sekunde über eine ununterbrochene Breite von 1'700 m in die über 100 m tiefe
Schlucht donnern, etwa das Doppelte vom Normalfall zu dieser Jahreszeit. Die Gischt sei so dicht, dass die Talsohle von keinem Punkt aus zu erkennen sei. Wir sehen sie jedenfalls nicht. Alle "adventures" seien eingestellt: kein Abstieg zum "boiling pot", kein "white water rafting", kein "riverboarding", kein "bungi jumping", kein "canoeing", kein "abseiling & gorge swinging", kein "swimming on the edge in devil's pool". Nur Überflüge mit Helikoptern und Leichtflugzeugen seien gestattet, allerdings lohne sich dies kaum, da man vor lauter Gischt nicht viel sehen könne. Die Wolken steigen im Moment bis auf 500 m über den Fällen.
Auf dem nahe gelegenen, bunten Maramba Market lassen wir uns schöne und kunstvoll gearbeitete Souvenirs andrehen. Wir sind stolz auf unsere Verhandlungskünste und übersehen geflissentlich das versteckte Grinsen der geschickten Verkäufer.
Über Mittag sonnen wir uns am kleinen Pool des Hotels und versuchen unsere durchnässten Kleider zu trocknen. Dies gelingt nur teilweise, die Schuhe werden wir zurücklassen, der Zimmerboy wird sich darüber freuen.
Anstelle eines Helikopterflugs begeben wir uns nachmittags auf eine Flussfahrt, Zambezi-aufwärts, mit der eleganten Lady Livingstone, dem luxuriösen Flussboot unseres Nachbarn, der David Livingstone Safari Lodge. Wir werden mit Champagner und exklusiven Häppchen verwöhnt und geniessen eine einmalige Aussicht in den Mosi-oa Tunya National Park und auf die von Hippos und Krokodilen belebten, von Bee-Eatern bewohnten Ufer.

Am nächsten Mittag verlassen wir
Livingstone und fliegen nach Johannesburg. Botswana aus der Vogelperspektive weckt in uns neue Gedanken zu Afrika. Mal sehen!
Leider ist auch in Johannesburg kein Buch von Christiaan Bakkes am Lager.
Der Heimflug nach
Zürich erfolgt ereignislos, begleitet von Videos die jeder schon gesehen hat.

Gesamteindruck: Sehr positiv. Namibia ist ein wunderschönes Land in dem sich die unterschiedlichsten Geländeformationen mit einer artenreichen Flora und Fauna optimal zur Geltung bringen. Natur und Tierwelt scheinen gegenüber Menschen und Zivilisation im Grossen und Ganzen immer noch den Vorrang zu halten. Wilde Tiere kann man auch ausserhalb von Reservaten und National Parks antreffen. Mai/Juni ist klimatisch eine gute Jahreszeit: genügend Wasser, angenehme Temperaturen - nachts kann es schon kühl werden - und nicht zu hohes Gras für gute Sicht. Strassen und Pisten sind in der Regel sehr gut unterhalten.
Die Menschen, die wir angetroffen haben, sind sehr freundlich, hilfsbereit, liebenswürdig und offene und interessante Gesprächspartner; etwas weniger so im Süden des Landes. Schwarze, Farbige und Weisse scheinen sich zu respektieren und im Frieden miteinander zu leben; jedenfalls herrscht überall guter Wille, gesunder Nationalstolz und mindestens ein bescheidener Wohlstand. Bei vernünftigem Auftreten und Verhalten sind wir Touristen willkommen und nicht gefährdet.
Die übliche Bezahlungsart ist gegen Bargeld, insbesondere an Tankstellen; ATM (Bancomat) ist in allen grösseren Ortschaften, Supermarkets und vielen Camp-Verwaltungen vorhanden. Kreditkarten werden in Lodges und Hotels angenommen.



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